Aus der Dritten Liga in die Königsklasse

Bernd Lenos steile Torwart-Karriere

Bernd Leno ist einer der Newcomer der Bundesliga-Hinrunde. Anfang August noch Drittliga-Schlussmann der VfB-Reserve, war er einen Monat später schon die unangefochtene Nummer 1 im Bayer-Tor und als jüngster deutscher Keeper Champions-League- Debütant.

Bayer leverkusens Torhüter Bernd Leno beim gestikulieren
Bayer leverkusens Torhüter Bernd Leno beim gestikulieren Quelle: imago

Die Geschichte ist schnell erzählt: Das Verletzungspech des etatmäßigen Bayer-Keepers René Adler in den letzten Jahren (Knie, Rippe und in der vergangenen Saison wieder Knie) zwangen die Bayer-Verantwortlichen zur Reaktion. Im Sommer holte Rudi Völler David Yeldell vom MSV Duisburg, der als Schattenmann herhalten sollte.

Adler, Yeldell, Giefer - und Leno


Doch bereits bei seinem ersten Auftritt im Pokalspiel gegen Dresden machte Yeldell keine gute Figur - und fand sich zum Bundesliga-Auftakt auf der Bank wieder. Für ihn hütete Nachwuchskeeper Fabian Giefer beim Saisonstart in Mainz das Tor. Auch er wirkte nicht sicher, Bayer verlor und Giefer zog sich zu allem Überfluss auch noch eine Gehirnerschütterung zu. Von drei Torhütern waren also zwei verletzt, der dritte hatte das Vertrauen seines Trainers bereits verspielt.

Transferpoker mit Happy End

Doch anstatt einen gestandenen Profi-Keeper zu holen, setzten die Verantwortlichen auf Bernd Leno. Leverkusen hatte den dritten Torhüter des VfB Stuttgart wohl schon eine Zeitlang beobachtet, und so kam ein kurzfristiges Leihgeschäft - ursprünglich bis zum Ende der Hinrunde - zustande. Am 6. August spielte Leno noch im VfB-Trikot in der Dritten Liga, am 10. August wechselte er zu Leverkusen und machte am 14. August bereits sein erstes Bundesligaspiel. Und wieder einen Monat später kam der erste Einsatz in der Königsklasse: Am 13. September stand er in der Champions League an der Stamford Bridge gegen den FC Chelsea zwischen den Pfosten. Und Leno spielte so gut, dass Leverkusen ihn gar nicht mehr hergeben wollte. Es begann ein Transferpoker mit dem VfB Stuttgart um den jungen Keeper, den Bayer letztlich gewann. Für angeblich rund acht Millionen Euro holte Völler das Talent und stattete es mit einem Vertrag bis ins Jahr 2017 aus. Glänzende Zukunftsperspektiven also für den Bundesliga-Neuling, während René Adler, immerhin Nationalspieler - wenn aktuell auch "außer Dienst" - bald seine Koffer packen muss in Leverkusen.

Leno letztlich fiel der Abschied vom VfB nicht schwer. Denn dort durfte er im Sommer zwar bei den Profis des VfB mittrainieren, aber kein Spiel für die erste Mannschaft machen. Stattdessen wurde er von VfB-Coach Bruno Labbadia wieder in die Reserve geschickt. "Ich fühle mich bei Bayer 04 sehr wohl und bin dem Klub dankbar, dass er mir die Chance gegeben hat, Bundesliga und Champions League zu spielen. Dieses Vertrauen möchte ich zurückzahlen", sagte Leno. Das klappte bisher so gut, dass er am Samstag ab 23 Uhr zu Gast im "sportstudio" ist.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet