Kruse erlöst Werder - Schalke setzt sich oben fest

Bundesliga - 12. Spieltag

Zum Abschluss des 12. Spieltags hat Werder Bremen den ersten Saisonsieg gefeiert. Dank dreier Treffer von Max Kruse besiegte Bremen Hannover 96 mit 4:0 (1:0). Zuvor hatte Schalke vor eigenem Publikum gegen den Hamburger SV mit 2:0 (1:0) gewonnen.

Fin Bartels, Max Kruse, Thomas Delaney, Maximilian Eggestein
Fin Bartels, Max Kruse, Thomas Delaney, Maximilian Eggestein Quelle: imago

Am Samstag hatte Borussia Mönchengladbach im Abendspiel Hertha BSC mit 4:2 (3:1) besiegt. Die Rote Laterne des Tabellenletzten trägt weiter der 1. FC Köln. Die Elf von Trainer Peter Stöger verlor in Mainz mit 0:1 (0:1) und kassierte die zehnte Saisonniederlage. Den ersten Sieg nach sieben Unentschieden in Folge feierte der VfL Wolfsburg. Die Wölfe besiegten den SC Freiburg mit 3:1 (2:0). Der FC Bayern setzte seine Siegesserie unter Jupp Heynckes weiter fort und besiegte den 1. FC Augsburg mit 3:0 (2:0), Leverkusen und Leipzig trennten sich 2:2 (1:1)-Unentschieden, ebenso wir Bayer Leverkusen und RB Leipzig, die 2:2 (1:1 spielten. Ein Remis gab es auch zwischen Hoffenheim und Frankfurt.

Kruse überragend gegen Hannover

Mit einem lupenreinen Hattrick bescherte Kruse seinen Bremern fast im Alleingang den ersten Saisonsieg. Zudem sorgte der 14-malige Nationalspieler beim 4:0 (1:0) im Nordderby gegen Hannover 96 für ein perfektes Heimdebüt des neuen Werder-Cheftrainers Florian Kohfeldt. Mit seinem sehenswerten Auftritt legten die Bremer möglicherweise die Basis für eine sportliche Wende.

Matchwinner der Platzherren war Kruse, der mit einem Dreierpack in der 55., 59. und 78. Minute die Niederlage der Niedersachsen besiegelte. Der dreifache Torschütze hatte auch den Führungstreffer von Fin Bartels (39.) vorbereitet. Vor 41.500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion fuhren die Gastgeber ihren ersten Sieg seit April ein und zogen am SC Freiburg vorbei auf Relegationsplatz 16. Aufsteiger Hannover nimmt in der Tabelle weiterhin den achten Rang ein. Für die Gäste erwies sich Bremen nicht zum ersten Mal als undankbares Pflaster. Der letzte Sieg in der Hansestadt liegt mittlerweile 14 Jahre zurück.

Tordifferenz hilft Schalke 04

Schalke 04 setzte mit dem Heimsieg seine Erfolgsserie fort und eroberte erstmals seit fünf Jahren wieder den zweiten Platz der Bundesliga. Die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco gewann ihr Heimspiel gegen den Hamburger SV mit 2:0 (1:0) und ist nun sogar erster Verfolger von Bayern München.

Vor 62.271 Fans in der ausverkauften Arena schossen Franco Di Santo (17. Minute/Foulelfmeter) und Guido Burgstaller (78.) die seit sechs Spielen ungeschlagenen Königsblauen auf den zweiten Tabellen-Rang, den sie zuletzt im November 2012 unter Trainer Huub Stevens belegten. Dank der um einen Treffer besseren Tordifferenz zog Schalke an RB Leipzig vorbei und geht mit einem Drei-Punkte-Vorsprung auf den schwächelnden Revierrivalen in das Derby am nächsten Samstag bei Borussia Dortmund.

Gladbach setzt sich oben fest

Mit drei Toren in nur 15 Minuten und einem starken Raffael hatte Borussia Mönchengladbach die Hertha in die Schranken verwiesen. Lars Stindl (5. Minute), Thorgan Hazard (14./Handelfmeter nach Videobeweis) und der ehemalige Berliner Raffael (20.) trafen am Samstag beim 4:2 (3:1)-Sieg der Fohlen schon in der Startphase der Partie.

Allerdings erkämpften und erspielten sich die Berliner vor 48.304 Zuschauern im Olympiastadion danach eine ganze Serie von Torchancen, von denen nur Vedad Ibisevic (39.) und Mitchell Weiser (71.) zwei nutzten. Raffael machte schließlich mit seinem zweiten Treffer (77.) alles klar. Während Hertha (14 Punkte) in der Tabelle auf Rang 14 abrutschte, dürfen die Gladbacher (21) nun Höhenluft genießen.

Kölns Talfahrt wird immer brisanter

Die sportliche Krise des 1. FC Köln nimmt immer dramatischere Formen an. Das Tabellenschlusslicht verlor beim FSV Mainz 05 0:1 (0:1). Der ehemalige Kölner Daniel Brosinski (44.) traf per Foulelfmeter zum Mainzer Sieg. Die Entscheidung von FIFA-Schiedsrichter Felix Brych war ebenso umstritten wie die Rote Karte gegen den Mainzer Giulio Donati (71.) nach einer Tätlichkeit.

Spielszene Mainz-Köln am 12. Spieltag
Für Köln war auch beim FSV Mainz nichts zu holen. Quelle: epa

Die 05er haben nun mit 15 Punkten etwas Abstand zu den Abstiegsrängen gewonnen. Die Kölner stecken mit Trainer Peter Stöger dagegen nach der zehnten Niederlage mit zwei Zählern fast aussichtslos am Tabellenende fest. In der vergangenen Saison hatte Köln nach der kompletten Saison nur neun Mal verloren. Schiedsrichter Brych (München) hatte vor dem Elfmeter ein Foulspiel von Kölns Konstantin Rausch an Pablo de Blasis geahndet und ließ seine Entscheidung anschließend nochmals vom Videoassistent bestätigen. Dennoch blieben Zweifel.

Bayern baut Tabellenführung aus

Der FC Bayern München ist unter Jubilar Jupp Heynckes einfach nicht aufzuhalten. Nach einem zähen Start bescherte der deutsche Fußball-Rekordmeister dem Trainerrückkehrer beim 3:0 (2:0) gegen den FC Augsburg den 500. Sieg seiner Bundesliga-Karriere. Die Münchner gewannen auch das achte Pflichtspiel unter dem 72-Jährigen, dessen Marke als Spieler und Coach unerreicht ist, und stimmten sich erfolgreich auf das Champions-League-Duell beim RSC Anderlecht ein.

Dank der Patzer von Dortmund und Leipzig bauten die Münchner ihre Tabellenführung nach der Länderspielpause sogar auf sechs Zähler aus. Arturo Vidal (31. Minute) erzielte vor 75 000 Zuschauern die Führung. Robert Lewandowski schraubte mit einem Doppelpack (38./49.) sein Torekonto gegen seinen Lieblingsgegner auf 18 Treffer in 13 Spielen. Gegen keine andere Mannschaft traf der Pole öfter.

Leipzig kann Überzahl nicht nutzen

RB Leipzig bleibt erster Verfolger der Bayern, hat die Tuchfühlung zum Tabellenführer aber vorerst leichtfertig verspielt. Im Duell bei Bayer Leverkusen kam das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl trotz langer Überzahl nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus. Damit vergrößerte sich der Abstand zu den Münchnern auf bereits sechs Zähler.

Peter Gulacsi
Peter Gulacsi Quelle: Imago

Vor 29.280 Zuschauern in der Bay-Arena gingen die Gäste am Samstag zwar durch Elfmetertreffer von Timo Werner (15.) und Emil Forsberg (54.) zweimal in Führung, verpassten aber den möglichen Sieg. Für die Leverkusener, die auch im achten Pflichtspiel in Serie ungeschlagen blieben und die Partie nach der Roten Karte für Benjamin Henrichs (52.) in Unterzahl beenden mussten, trafen Leon Patrick Bailey (44.) und Kevin Volland (74.).

Erster Sieg für Wolfsburgs Schmidt

Mit dem ersten Dreier unter Trainer Martin Schmidt beim 3:1 (2:0) gegen den SC Freiburg hat der VfL Wolfsburg einen Remis-Rekord in der Fußball-Bundesliga verhindert. Nach zuvor sieben Unentschieden am Stück sorgten Yannick Gerhardt (3. Minute) und Yunus Malli (29./70.) vor 23 744 Zuschauern für den ersten Heimerfolg der Niedersachsen in dieser Saison. Bartosz Kapustka traf für Freiburg (68.).

Vor 32 Jahren hatte Waldhof Mannheim gar acht Mal in Serie nur remis gespielt. Freiburg wartet damit weiter auf den ersten Auswärtssieg der Saison und muss mit acht Punkten aus zwölf Spielen am Sonntag den Sturz auf einen direkten Abstiegsplatz befürchten. Wolfsburg hingegen verschaffte sich mit nun 14 Zählern etwas Luft auf die Abstiegsränge.

Hoffenheim punktet kurz vor Schluss

Hoffenheims Kevin Akpoguma (r) im Zweikampf mit  Frankfurts Marc Stendera
Hoffenheims Kevin Akpoguma (r) im Zweikampf mit Frankfurts Marc Stendera Quelle: dpa

Mark Uth hat die TSG 1899 Hoffenheim mit einem späten Treffer vor einer neuerlichen Heimpleite bewahrt und Eintracht Frankfurt aus allen Siegträumen gerissen. Beim 1:1 (0:1) traf der TSG-Stürmer am Samstag in der 91. Minute zum glücklichen Ausgleich. Vor 30.150 Zuschauern hatte Kevin-Prince Boateng (13.) die Hessen in Führung gebracht. Beide Teams verpassten durch das Remis den möglichen Sprung auf Rang drei in der Fußball-Bundesliga.

Stuttgart verschärft Dortmunds Krise

Marc Bartra von Borussia Dortmund (r.) im Zweikampf mit  Stuttgarts Chadrac Akolo.
Marc Bartra von Borussia Dortmund (r.) im Zweikampf mit Stuttgarts Chadrac Akolo. Quelle: Reuters

Die sportliche Krise bei Borussia Dortmund dagegen hält weiter an. Im Freitagsspiel unterlag der BVB beim VfB Stuttgart mit 1:2 (1:1) und kassierte die dritte Niederlage in Serie. Insgesamt ist die Borussia sogar seit fünf Liga-Partien sieglos.Der Aufsteiger aus Stuttgart baute derweil seine Heimserie weiter aus. Der Dreier gegen die so stark in die Saison gestarteten Dortmunder war für den VfB schon der fünfte Sieg im sechsten Heimspiel, verloren haben die Schwaben vor eigenem Publikum überhaupt noch nicht.

Die Gastgeber profitierten früh im Spiel von einem Missverständnis zwischen Marc Bartra und Torwart Roman Bürki. Chadrac Akolo nutzte den Patzer zur frühen Führung (5.). Immerhin kamen die Gäste trotz dieses Fehlstarts zunächst gut zurück und erspielten sich eine ganze Reihe an Chancen zum Ausgleich.

Für den brauchte es schließlich aber einen Handelfmeter. Andre Schürrle scheiterte zunächst an Ron-Robert Zieler, gegen den Nachschuss von Maximilian Philipp war der VfB-Schlussmann aber machtlos (45.). Im zweiten Durchgang waren wenige Minuten gespielt, als Josip Brekalo die Stuttgarter nach einem langen Ball wieder in Führung schoss (51.). Der VfB vergab anschließend eine ganze Reihe an Chancen zur Vorentscheidung, doch auch den Gästen sollte an diesem Abend kein Treffer mehr gelingen.

Aubameyang aus disziplinarischen Gründen nicht dabei

"Stuttgart hat ganz abgezockt unsere individuellen Fehler ausgenutzt. Das passt gerade in unsere Phase. Wir wollten nach der Länderspielpause neu anfangen. Auch wenn es sich komisch anhört, heute war es von der Einstellung her der erste Schritt in die richtige Richtung", sagte BVB-Kapitän Marcel Schmelzer bei Eurosport.

Nach dem Auftakt des 12. Spieltags hat Dortmund weiterhin 20 Punkte auf dem Konto und liegt als noch Dritter sechs Zähler hinter Spitzenreiter Bayern München. Stuttgart verbesserte sich mit nun 16 Punkten vorerst auf Rang elf. Ob das Spiel mit Pierre-Emerick Aubameyang anders ausgegangen wäre, bleibt Spekulation. Der Stürmerstar des BVB war am Donnerstag aus disziplinarischen Gründen nicht für die Begegnung berücksichtigt worden.

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