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HSV steigt ab - Wölfe in die Relegation

34. Spieltag: BVB zittert sich in die Königsklasse

Trotz eines 2:1 in Gladbach ist der HSV erstmals abgestiegen, weil der VfL Wolfsburg 4:1 gegen Köln siegte und sich damit den Relegationsplatz gesichert hat. Der BVB hat sich trotz einer 1:3-Niederlage in Hoffenheim in die Champions League gezittert.

Hamburger SV - Mönchengladbach: Enttäuschte HSV-Spieler
Hamburger SV - Mönchengladbach
Quelle: ap

Der Hamburger SV ist erstmals aus der Bundesliga abgestiegen. Die Mannschaft von Trainer Christian Titz verabschiedete sich durch das 4:1 (1:1) des Rivalen VfL Wolfsburg gegen den 1. FC Köln nach 55 Jahren aus dem Oberhaus. Der HSV war das letzte der 16 Bundesliga-Gründungsmitglieder, das seit der Saison 1963/64 immer in der höchsten deutschen Liga gespielt hat.

Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach: Fan-Randale
Randale beim HSV
Quelle: dpa

Der Klub von Größen wie Uwe Seeler, Horst Hrubesch, Manfred Kaltz oder Felix Magath gewann sechs deutsche Meisterschaften und wurde dreimal DFB-Pokal-Sieger. Hinzu kommen zwei europäische Titel: Jeweils einmal gewann der HSV den Europapokal der Pokalsieger und den Europapokal der Landesmeister.

Sekunden vor dem Abstieg aus der Bundesliga eskalierte die Lage im Stadion. In der Nachspielzeit flogen beim Stande von 2:1 (1:1) aus dem Fanblock hinter dem Tor Feuerwerkskörper und Rauchbomben auf das Feld, die Nordtribüne war in schwarze Wolken gehüllt. Schiedsrichter Felix Brych unterbrach die Begegnung.

Direktabstieg vermieden, letzte Chance Relegation: Der VfL Wolfsburg erhält in zwei Spielen gegen den Zweitliga-Dritten Holstein Kiel (17. und 21. Mai) die Gelegenheit, eine weitgehend verkorkste Saison halbwegs zu retten. Die Niedersachsen holten beim 4:1 (1:1)-Sieg gegen den 1. FC Köln die entscheidenden Zähler, um den Hamburger SV auf Distanz zu halten und direkt in Liga zwei zu schicken. Damit müssen die Wolfsburger wie schon im Vorjahr nachsitzen. Seinerzeit hielt man die Klasse durch zwei 1:0-Siege gegen den Nachbarn Eintracht Braunschweig.

Nach gerade einmal 42 Sekunden war Josuha Guilavogui mit einem platzierten Flachschuss von der Strafraumgrenze erfolgreich, Josip Brekalo hatte den Treffer vorbereitet. Für den Ausgleich für das Tabellenschlusslicht sorgte FC-Kapitän Jonas Hector (32.), der mit einem Lupfer erfolgreich war. Zum zweiten Mal in Führung gingen die Platzherren in der 54. Minute, als Divock Origi einen Konter erfolgreich abschloss. Schiedsrichter Markus Schmidt gab den Treffer nach Kontakt mit der Videozentrale in Köln. VfL-Innenverteidiger Robin Knoche erhöhte per Kopf (71.), Brekalo (90.+1) setzte den Schlusspunkt.

Die Partycrasher des VfB Stuttgart haben Bayern Münchens Meisterfeierlichkeiten empfindlich gestört und zudem Jupp Heynckes' letztes Heimspiel als Trainer des Fußball-Rekordmeisters verdorben. Die Mannschaft von Tayfun Korkut nutzte eklatante Defensivschwächen des FC Bayern zu einem sensationellen 4:1 (2:1) und darf sich Hoffnung auf eine Qualifikation für die Europa League machen. Sollten die Münchner am kommenden Samstag den DFB-Pokal gewinnen, spielt der VfB als Tabellensiebter in der nächsten Saison in der Qualifikation zur Europa League.

Nach der frühen VfB-Führung durch Daniel Ginczek (5.) gelang dem Franzosen Corentin Tolisso (21.) der Ausgleich für die Münchner. Der quirlige Anastasios Donis (42.) erzielte für den VfB das 2:1. Chadrac Akolo (52.) und Ginczek (55.) erhöhten kurz nach dem Wechsel. Bundesliga-Torschützenkönig Robert Lewandowski verpasste mehrfach seinen 30. Saisontreffer. Für die Bayern war es die erste Heimniederlage in der Liga seit dem 2. März 2016 (1:2 gegen Mainz).

Beim bewegenden Abschied von Torjäger Stefan Kießling hat Bayer Leverkusen die Qualifikation für die Champions League knapp verpasst. Die Werkself besiegte den bereits geretteten Aufsteiger Hannover 96 zwar hochverdient mit 3:2 (2:0), beendet die Saison nach dem gleichzeitigen 3:1 von Hoffenheim gegen Dortmund aber punktgleich mit dem Dritten als Tabellen-Fünfter und startet nun in der Europa League. Kurios: Der 34 Jahre alte Kießling, Bundesliga-Torschützenkönig von 2013, kam in der 84. Minute zu seinem 403. und letzten Bundesliga-Spiel aufs Feld, packte sich den Ball für einen eigentlich gepfiffenen Foulfelfmeter.

Doch Schiedsrichter Guido Winkmann zog die Entscheidung nach Videobeweis zurück. Lucas Alario brachte Bayer mit einem Doppelpack (3./18.) auf Kurs. Julian Brandt (55.) erzielte das 3:0, Niclas Füllkrug und Martin Harnik trafen in der Nachspielzeit für 96. Bayers Wendell verschoss einen Foulelfmeter (6.).

Trainerstimmen zum 34. Spieltag

Berlin - Leipzig 2:6

Mit einer Tor-Gala ist das junge Team von RB Leipzig erneut ins internationale Geschäft gestürmt und hat Coach Ralph Hasenhüttl gute Argumente für den Poker um seine Zukunft verschafft. Mit dem verdienten 6:2 (3:1)-Sieg bei Hertha BSC machten die Sachsen am letzten Spieltag ihres zweiten Bundesliga-Jahres die Qualifikation für die Europa League perfekt. Durch die Ergebnisse der Konkurrenz erfüllte sich die Mini-Hoffnung auf die Königsklasse aber nicht mehr.

Dayot Upamecano (2. Minute), Ademola Lookman (8.), Jean-Kévin Augustin (22./54.), Timo Werner (49.) und Bruma (82.) sicherten am Samstag vor 60 502 Zuschauern im Olympiastadion mit ihren Toren den sechsten Tabellenplatz ab. Schon vergangene Saison hatte Leipzig in Berlin das Ticket für die Champions League gefeiert. Für Hertha trafen Vedad Ibisevic (4.) und Salomon Kalou (64.). Damit erfüllte der Hauptstadtclub zwar als Zehnter sein Saisonziel, bot seinen Fans aber wieder mal einen blamablen Auftritt zum Abschluss.

Borussia Dortmund hat eine Horror-Saison mit viel Glück zu einem versöhnlichen Ende geführt. Der BVB unterlag zwar 1:3 (0:1) beim direkten Konkurrenten 1899 Hoffenheim, schaffte aber dennoch den Einzug in die Champions League. Auch der TSG gelang die Qualifikation für die Königsklasse - zum ersten Mal in der Klubgeschichte. Marco Reus (58.) traf für den BVB. Andrej Kramaric (26.), Adam Szalai (63.) und Pavel Kaderabek (73.) waren für die Kraichgauer erfolgreich.

Für beide Klubs ging es in dem "Endspiel" um Mehreinnahmen von gut 50 Millionen Euro. In der Europa League sind 30 Millionen weniger zu verdienen. Für den Österreicher Peter Stöger war es wie erwartet das vorerst letzte Spiel als Dortmunder Trainer. Die Borussen werden in der kommenden Woche wohl den Schweizer Lucien Favre als neuen Coach vorstellen.

Der SC Freiburg hat sich im letzten Saisonspiel ein 2:0 (0:0) gegen den FC Augsburg erarbeitet und bleibt in der Bundesliga. Nicolas Höfler (49. Minute) und Tim Kleindienst (65.) sorgten mit ihren Toren dafür, dass die Breisgauer den Klassenverbleib am 34. Spieltag aus eigener Kraft schafften und auf das Ergebnis des VfL Wolfsburg gar nicht mehr angewiesen waren.

Vor 24 000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwald-Stadion zeigte der Sport-Club am Samstag lange eine unsichere Vorstellung, steigerte sich aber und gewann verdient. Der FC Augsburg beendete seine siebte Saison in der Bundesliga im Mittelfeld, Freiburg auf Rang 15.

Der Weg nach Europa führt für Eintracht Frankfurt nur über Berlin. Die Hessen verloren nach einer enttäuschenden Leistung bei Vizemeister Schalke 04 0:1 (0:1) und verpassten damit Platz sieben, der für die Qualifikation zur Europa League gereicht hätte. Der VfB Stuttgart machte der Eintracht mit dem überraschenden Sieg bei Bayern München einen Strich durch die Rechnung und zog noch vorbei.

Das Team des scheidenden Trainers Niko Kovac kann sich aber noch mit einem Sieg im DFB-Pokalfinale gegen dessen künftigen Arbeitgeber Bayern München am kommenden Samstag direkt für den "kleinen" Europacup qualifizieren. Guido Burgstaller (26.) erzielte den Treffer zum verdienten Sieg der Schalker, die ein wenig Wiedergutmachung für die 0:1-Niederlage gegen die Eintracht im Pokal-Halbfinale betrieben.

Werder Bremen hat sich bei der Nicht-Abstiegs-Feier des FSV Mainz 05 als Partyschreck erwiesen. Zum Saisonabschluss feierten die Bremer einen 2:1 (1:1)-Sieg, der für beide Rivalen jedoch ohne Bedeutung war. Vor 34 000 Zuschauern brachte Jean-Philippe Gbamin die Mainzer in der 12. Minute in Führung, die Florian Kainz (23.) ausglich. Theodor Gebre Selassie (79.) besorgte das Siegtor für die Gäste, die die Spielzeit mit 42 Punkten auf Rang elf beendeten.

Die Mainzer, die den Klassenverbleib in der Vorwoche durch ein 2:1 in Dortmund perfekt gemacht hatten, belegen in der Abschlusstabelle mit 36 Zählern den 14. Platz.

  • Champions League: Bayern München, Schalke 04, 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund
  • Europa League: Bayer Leverkusen und RB Leipzig. Frankfurt wäre dabei, wenn die Eintracht den FC Bayern im DFB-Pokal-Finale schlägt. Sollten die Münchner das Endspiel in Berlin gewinnen, spielt der VfB Stuttgart in der 2. Qualifikationsrunde zur Europa League.
  • Absteiger: Hamburger SV und 1.FC Köln
  • Aufsteiger: Fortuna Düsseldorf und 1.FC Nürnberg
  • Relegation: VfL Wolfsburg gegen Holstein Kiel

Bundesliga in Zahlen

Fr, 06.12.2019
Fr, 06.12.2019
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Mainz 05
M05
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So, 08.12.2019
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1Borussia MönchengladbachBorussia MönchengladbachM'gladbachBMG1391328:151328
2RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL1383236:152127
3FC Schalke 04FC Schalke 04SchalkeS041374224:16825
4FC Bayern MünchenFC Bayern MünchenFC BayernFCB1373334:181624
5Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB1365228:19923
6SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF1364323:17622
7Bayer 04 LeverkusenBayer 04 LeverkusenLeverkusenB041364320:17322
81899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG1363418:20-221
9VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB1355315:13220
10Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE1352622:20217
111. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion BerlinFCU1351716:19-316
121. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M051350819:32-1315
13Werder BremenWerder BremenWerderSVW1335522:28-614
14FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA1335518:25-714
15Fortuna DüsseldorfFortuna DüsseldorfDüsseldorfF951333716:24-812
16Hertha BSCHertha BSCHertha BSCBSC1332818:27-911
171. FC Köln1. FC KölnKölnKOE1322912:28-168
18SC Paderborn 07SC Paderborn 07PaderbornSCP13121016:32-165
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