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Eine Saison wie eine Achterbahnfahrt

VfB Stuttgart schafft im Winter die Wende

Zahlen müssen her, um zu erklären, was eine echte Überraschung ist. Aufsteiger VfB Stuttgart wird nach einer turbulenten Saison Siebter, stellt die zweitbeste Abwehr und schnappt Meister München den Aufsteiger-Gegentore-Rekord weg. 1968 hatten die Bayern 38 Treffer kassiert, 2018 sind es für die Schwaben nur 36.

Tayfun Korkut und Mario Gomez

Der VfB Stuttgart in der Europa League? Dass das im Mai 2018 sehr wahrscheinlich ist, ist eine kleine Sensation. Wenn der Deutsche Meister Bayern München kommendes Wochenende das Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt gewinnt, sind die Schwaben in der Europa League (Qualifikation) dabei und haben einer turbulenten Spielzeit die Krone aufgesetzt.

Bibbernder Abstiegskandidat

Nach einer Saison voller krasser Ausschläge, die sonst nur nächtliche Tweets von Donald Trump an der Börse auslösen, siegten sich die Schwaben (fast) in einen europäischen Wettbewerb. Entspannt ging es in Stuttgart allerdings erst im letzten Saison-Drittel zu. Davor musste der Klub einige Belastungsproben überstehen. Dann aber wurde es so locker, dass kein Gegner zu groß und zu mächtig erschien, um ihn nicht zu schlagen. Bayer Leverkusen, TSG Hoffenheim und Bayern München. Die drei letzten VfB-Spiele. Alle gewonnen.

Wie also kam zustande, was vielen in Stuttgart immer noch unwirklich vorkommt? Zur Erinnerung: Gestartet war der VfB als ambitionierten Neuling mit Potential. Trainer Wolf ist erst 36. Der Kader jung und eine Wundertüte. Der VfB eine Aktie mit Phantasie. Erste Risse zeigen sich als über atmosphärische Störungen zwischen Präsident Wolfgang Dietrich und Manager Jan Schindelmeiser berichtet wird.

Unruhe nach Entlassung

Mit dem überraschenden Rauswurf von Schindelmeiser, dem Vater der neuen jungen Wilden, zieht der Klub wenige Tage vor dieser Saison die Bremse. Doch damit allein war es nicht getan. Zur Winterpause war man zum bibbernden Abstiegskandidaten geschrumpft, der kaum zu retten schien. Der Traum des Frühsommers 2017 ist ausgeträumt.

Die Unruhe am Neckar wächst, die Fans protestieren – vor allem als auch Wolf im Winter gehen muss. Wolf hatte anklingen lassen, er hat den Zugang zu seinem Team verloren. Da hatte Schindelmeisters Nachfolger Michael Reschke, einst umjubelter Ex-Manager/Scout in Leverkusen und München, längst die Richtung geändert und Erfahrung (Badstuber, Aogo, Beck) gekauft. Der wichtigste Zugang: Nationalspieler Mario Gomez, der in der Winterpause aus Wolfsburg kommt. Der verlorene Sohn gab dem Team Struktur auf und neben dem Platz.

Wende mit Korkut

Der 29. Januar 2018 ist so etwas wie der eigentliche Wendepunkt. Tayfun Korkut übernahm das Traineramt von Hannes Wolf. Bei der Trainersuche musste es offenbar eine „Nummer kleiner“ sein. Die großen Namen wie Lucien Favre, Thomas Tuchel oder Markus Weinzierl wollten sich Stuttgart nicht antun – zumindest ist davon in zahlreichen Medien-Berichten die Rede. Korkut traute sich und formte aus dem gestrauchelten Aufsteiger und Abstiegskandidaten eine verschworene Gemeinschaft.

Selten wurde ein VfB-Trainer mit derartiger Skepsis empfangen, selten hat einer die Erwartungen derart übertroffen. „Das ist der Abstieg“, klagte ein Fan. 13 Spiele (acht Siege, vier Remis und 1 Niederlage) später spielten sich beim letzten Heimspiel (2:0 über TSG Hoffenheim) Szenen wie nach einem Titelgewinn an. 60 000 feiern einen Saisonausklang ohne Sorgen, den ersten seit vielen Jahren. Dann siegt man 4:1 in München als sei es die leichteste aller Übungen.

Herausforderungen warten

Korkut hat das Spiel der Schwaben stabilisiert. Sein Rezept: Die Erfahrenen spielen immer, dazu zwei Sechser vor der Abwehr und zwei Stürmer. Der VfB entwickelt zu einem unangenehmen effektiven Gegner. Kommende Saison steht der gebürtige Stuttgarter vor der Herausforderung, dem „Wunder“ zumindest etwas ähnlich Positives folgen zu lassen. 30 Millionen Euro, die der unerwartete Erfolg in die Kassen spülte, will der VfB investieren. Weitere Überraschungen nicht ausgeschlossen.

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Fr, 05.06.2020
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