Christian Träsch greift wieder an

Sein WM-Aus hat der Mittelfeldspieler mittlerweile verarbeitet. "Zunächst war die Enttäuschung natürlich gewaltig. Aber man muss das überwinden. Sonst zerbricht man daran", sagte er. Der 22-Jährige hatte zu Beginn der WM-Vorbereitung noch zum Team gehört und sich dann während des zweiten Trainingslagers am Sprunggelenk verletzt. Mittlerweile ist er wieder fit und in die Saisonvorbereitung seines Vereins eingestiegen.

Unermüdlicher Balleroberer


Träsch hat eine rasante Karriere hinter sich. Und das liegt primär an seiner uneitlen Spielweise. Träsch ist auf dem Platz kein Weg zu weit, um einem Mitspieler auszuhelfen. Ihm ist im Mittelfeld kein Loch zu groß, um es nicht doch noch zu stopfen.


Beim VfB Stuttgart bildete Träsch in der vergangenen Saison zusammen mit Sami Khedira eine ganz starke Doppel-Sechs, verdrängte den Serben Zdravko Kuzmanovic vorerst zur Randfigur. Denn Träsch bringt neben der guten Mischung aus Defensive und Offensive ein Element ein, dass jeder Trainer bei seinen Spielern gerne sieht: Er ist ein unermüdlicher Balleroberer. Hat Träsch das Spielgerät dann erst einmal am Fuß, verliert er es nicht gleich wieder, sondern behauptet es oder leitet selbst gefährliche Angriffe ein.

Gute Perspektiven

Diese lange verborgenen Qualitäten des Stuttgarters weiß mittlerweile auch Joachim Löw zu schätzen. Im vergangenen Jahr nahm der Bundestrainer Träsch mit auf die Asienreise, wohl mit dem Hintergedanken, das fleißige Talent an die Nationalmannschaft heranzuführen. Doch Träsch versuchte, seine Chance zu nutzen. Und es klappte. Löw nominierte den Youngster für die WM, die Knöchelverletzung machte jedoch den Traum von Südafrika zunichte.

Sein Status als Nationalspieler und die größere Verantwortung für das VfB-Spiel haben Träsch auch in Stuttgart vorwärts gebracht. Weit davon entfernt, Ansprüche anzumelden, gehört Träsch vor der kommenden Saison zu den Gesetzten im Mittelfeld - gerade nach Khediras Wechsel zu Real Madrid.

Erste Schritte in München


Das Fußballspielen gelernt hat Christian Träsch bei 1860 München. Allerdings spielte er bei den Löwen nie für die Profis, sondern nur in der Jugend und in der zweiten Mannschaft; in zwei Jahren (2005 bis 2007) absolvierte er 39 Punktspiele in der Regionalliga.


"Wir hatten in der U23 bei 1860 viele gute junge Spieler. Man hat damals die Bender-Zwillinge hochgezogen; die waren wirklich stark für ihr Alter, da gab es kein Vorbeikommen", so Träsch. In seinen zwei Jahren (2005 bis 2007) bei den Löwen absolvierte er 39 Punktspiele in der Regionalliga.

Schon Einiges erlebt

"Bei 1860 wurde ich hochgezogen von der A-Jugend zu den Amateuren, man hat mich gepuscht, und ich habe meine Ausbildung auf der Sechser-Position bekommen", so Träsch. Die Bundesliga habe er auch als Regionalligaspieler immer im Kopf gehabt. "Dass die Nationalmannschaft auch noch geht, ist schön."

In Stuttgart spielte Träsch eine Saison bei den Amateuren ("Der Schritt zu den VfB-Profis wäre zu groß gewesen"), vorige Saison kam dann die erste Bundesliga-Chance, aushilfsweise als Rechtsverteidiger gegen Werder Bremen. Mittlerweile hat Träsch in zwei Bundesliga-Jahren schon einiges an Wahnsinn beim VfB erlebt, mit drei Trainern (Armin Veh, Markus Babbel, Christian Gross). "Vorrunde schwach, Rückrunde überragend, Vorrunde unterirdisch, Rückrunde sensationell" - das war der Rythmus. Mal sehen, wie er sich mit seinem VfB in der kommenden Saison anstellt.

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