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Zurück in der Erfolgsspur

Kugelstoßerin Christina Schwanitz erneut deutsche Meisterin

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Vor gerade mal einem Jahr wurde Christina Schwanitz Mama von Zwillingen, nun zum dritten Mal in Folge deutsche Meisterin im Kugelstoßen. Als nächstes peilt sie ihren dritten EM-Sieg hintereinander an.

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Christina Schwanitz hat einen schönen Namen gefunden für ihr neues Leben: „Mama Plus." Bis zur Geburt ihrer Zwillinge vor einem Jahr war die Athletin vom LV 90 Erzgebirge Kugelstoßerin mit Leib und Seele. Heute sei sie in erster Linie Mutter, sagt Schwanitz, die Kinder hätten Priorität. „Das wissen Trainer, Physios, Ärzte und alle im Team.“ Ernsthaft stören dürfte das aber niemanden, denn Schwanitz ist weiterhin auch noch Spitzensportlerin. Und zwar eine ziemlich gute.

Schwanitz Wurf Bild Stadion
Christina Schwanitz wurde 2016 Europameisterin im Kugelstoßen

Seit sie im Mai ihr Comeback gegeben hat, feierte die 32-jährige Weltmeisterin von 2015 einen Sieg nach dem anderen. In der europäischen Jahresbestenliste führt sie mit 19,78 Metern vor der Polin Paulina Guba (19,38). Zum dritten Mal nach 2014 und 2016 Europameisterin zu werden, ist somit ganz klar das Ziel für die Heim-EM in Berlin (6. bis 12. August). Bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am Wochenende in Nürnberg, wo die Kugelstoßwettbewerbe bereits am Freitagabend auf dem Hauptplatz ausgetragen wurden, dominierte Schwanitz das Geschehen bei den Frauen – und sicherte sich zum sechsten Mal den Titel.

Ihr Mann hält ihr den Rücken frei

An ihre Bestleistung von 20,77 Metern ist Schwanitz noch nicht wieder heran gekommen, aber das sei auch nicht zu erwarten gewesen so kurz nach der Babypause, betont sie. „So weit zu stoßen, ist ja schon so nicht selbstverständlich“, sagt Schwanitz. „Es sei denn, ich würde bescheißen, wie das in anderen Ländern vielleicht üblich ist. Aber das ist ja nicht der Sinn.“

Ob sie überhaupt in den Sport zurückkehren würde, hatte sich Schwanitz zunächst offen gelassen. „Ich wusste ja nicht, ob ich eine Mama werde, die gern nur Mama sein möchte. Oder ob ich der Meinung sein würde: Mama sein ist schön, aber da gibt es noch mehr.“ Sohn, Tochter und Ehemann haben ihr die Entscheidung dann einfach gemacht. Die Zwillinge hätten bereits mit drei Monaten durchgeschlafen, sagt Schwanitz. „Und ich habe einen Papa dazu, der ist tatsächlich Papa und möchte auch Papa sein.“ So kam Schwanitz zu dem Schluss: „Mama Plus ist für mich ganz toll.“

Mit Olympia hat Schwanitz noch eine Rechnung offen

Anfang des Jahres hat sie wieder mit dem Training begonnen. Zunächst aus ganz pragmatischen Gründen: „Man verändert sich ja in der Schwangerschaft, da wird man vielleicht noch mehr Frau als man es vorher schon war.“ Sie habe „das eine oder andere Pfündchen“ wieder so weit in Form bringen wollen, „dass ich mich nicht komplett neu einkleiden musste“. In der ersten Trainingswoche habe sie noch gedacht: „Chacka, ich reiße die Welt ein.“ In der zweiten tat ihr alles weh. Aber sie machte weiter. Eine Einheit am Vormittag, wenn die „Krümel“ in der Krippe sind. Eine am Abend, wenn Papa, der als IT-Manager arbeitet, vom Job zurück ist und die Kinder übernimmt. Und inzwischen stößt Schwanitz wieder auf Weltklasseniveau.

Erst mal sei die Heim-Europameisterschaft in Berlin der Dreh- und Angelpunkt ihrer sportlichen Karriere, sagt sie. „Da ich Japan zwar schon mal gesehen habe, mir aber noch nicht in Ruhe angucken konnte, muss ich ja bis zu den Spielen 2020 in Tokio trainieren.“ Zumal sie mit Olympia noch eine Rechnung offen hat: 2008 wurde sie in Peking Elfte, 2012 in London Zehnte und 2016 in Rio Sechste. Eine Olympiamedaille fehlt der Welt- und Europameisterin noch.

Mütter im Profisport

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