Christoph Daum ist wieder da

Neuer Eintracht-Trainer hat viel vor

Reizfigur Christoph Daum ist zurück im Rampenlicht der Bundesliga. Bei seinem Dienstantritt in Frankfurt gab sich der neue Eintracht-Trainer noch zurückhaltend. Doch langfristig will Daum mehr. Am Samstag ist er zu Gast im "aktuellen sportstudio".

Langfristig will sich Daum bei der Eintracht mit Mittelmaß nicht zufriedengeben. Bei der kriselnden Frankfurter Eintracht hat Daum jedenfalls sofort einen Neustart ausgerufen. "Wir müssen die Saison neu beginnen. Wir wollen in den letzten sieben Spielen eine Spitzenposition in der Tabelle erreichen", verkündete Daum bei seiner Präsentation. "Das Wort Abstieg gibt es bei mir nicht", so Daum.

Neue Euphorie am Riederwald


Alleine die Anwesenheit des charismatischen Fußball-Lehrers, der den eher nüchternen Michael Skibbe in Frankfurt beerbt, löste bei Fans und Mannschaft eine erste Euphorie aus. Als der 57-Jährige seine neue Mannschaft zur ersten Übungseinheit bat, wurde er von rund 2000 Zuschauern begeistert gefeiert. Lautstark und hochmotiviert präsentierte sich Daum bei strahlendem Sonnenschein auf dem Trainingsplatz hinter der Arena.

Bei der Vorstellung des neuen Hoffnungsträgers hatten zehn Kamerateams, 50 Fotografen und knapp 100 Journalisten für einen lange nicht mehr dagewesenen Medien-Hype am Main gesorgt. Daum genoss seinen Auftritt im Rampenlicht sichtlich: "Das bin ich aus der Türkei und auch aus Köln gewohnt." Von der gedämpften Stimmung unter Vorgänger Skibbe war sowohl im Presseraum als auch auf dem Trainingsplatz nichts mehr zu spüren.

Mit Visionen in eine neue Zukunft


Daum hatte bei seinem letzten Bundesliga-Engagement im Jahre 2006 den 1. FC Köln übernommen und in der Saison 2007/08 in die deutsche Eliteklasse zurückgeführt, seiner "großen Liebe" danach aber den Rücken gekehrt - ihm fehlten am Rhein die Perspektiven. Danach heuerte Daum zum zweiten Mal beim türkischen Spitzenklub Fenerbahce Istanbul an - wurde dort allerdings nach verpasster Meisterschaft und verlorenem Pokalfinale gefeuert.

Am Main soll alles anders werden. Kritik, auch in Frankfurt sei internationaler Spitzenfußball eher nicht zu erwarten, konterte der gut erholt wirkende Daum gelassen. "Ich denke, dass die Eintracht Riesenpotenzial hat. Der Verein ist schuldenfrei. Mit kalkuliertem Risiko wollen wir einen Schritt in die Zukunft machen", meinte er. "Ich will helfen, den Verein an den nationalen Spitzenbereich ranzuführen und dann irgendwann mal wieder das internationale Geschäft zurückzuholen", sagte Daum. "Das sind sicherlich Zukunftsvisionen, doch jeder, der mich kennt, weiß, dass ich nach dem Prinzip verfahre: Visionen schaffen Fakten."

Antworten gibt's im "sportstudio"

Eigentlich hatte Daum, den vor elf Jahren eine Kokain-Affäre um den Posten des Bundestrainers gebracht hatte, erst zur neuen Saison wieder bei einem Verein einsteigen wollen. Der Anruf von Bruchhagen sei daher auch für ihn überraschend gekommen, erklärte Daum. Innerhalb kürzester Zeit sei es dem Frankfurter Vorstandsvorsitzenden aber gelungen, ihn für ein Engagement beim UEFA-Pokal-Sieger von 1980 zu begeistern.

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