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das aktuelle sportstudio vom 27. April 2019

Studiogast Ralf Rangnick: "Rückrunde war grandios"

Ralf Rangnick äußert sich im Gespräch mit Dunja Hayali über die Saison von RB Leipzig, seinen Stürmer Timo Werner, den Videobeweis sowie seinen Nachfolger als Trainer bei RB, Julian Nagelsmann.

Beitragslänge:
21 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.04.2020
Ralf Rangnick beim Training
Ralf Rangnick beim Training
Quelle: dpa

Irgendetwas im Fußballgeschäft dem Zufall zu überlassen, das sei - fand Ralf Rangnick schon immer - ein befremdlicher Gedanke.

Deshalb hat er es neulich als "logische Entwicklung" bezeichnet, dass inzwischen nicht nur Talente, sondern auch Trainer gescoutet werden.

Genau hinschauern

Wer einen neuen Trainer holt, der sollte unbedingt genau hinschauen, so Rangnick. "Es ist en vogue, zu überlegen, wofür welcher Trainer steht" und wie das zur Philosophie des Vereins passt, sagt Rangnick.

Fußball-Bundesliga: Julian Nagelsmann, Trainer der TSG Hoffenheim
Julian Nagelsmann
Quelle: reuters

Lange suchen musste er vor einem Jahr nicht, als es um den Nachfolger von Ralph Hasenhüttl ging.

Er fand sich selbst, weil Julian Nagelsmann noch eine Saison in Hoffenheim gebunden war. Irgendeinen Coach zu holen, einen x-beliebigen Platzhalter, der bald wieder gehen muss, das wollte der frühere Mittelfeld-Spieler nicht riskieren.

Genauso wenig wollte er auf den Mann verzichten, der als größtes deutsches Trainertalent gilt, und, den er bestens aus Hoffenheim kannte. Also unterschrieb Nagelsmann 2018 einen Arbeitsvertrag, der erst ab 2019 für vier Jahre läuft. 

Das Team optimiert

Ganz nebenbei hat die Trainer-Übergangslösung Rangnick das Leipziger Team optimiert und die Balance zwischen Angriffsfußball und solider Verteidigung gefunden.

Am Samstag könnte er - einen Sieg gegen Freiburg vorausgesetzt - die Champions-League-Qualifikation klarmachen. Zuvor schafften die Leipziger mit dem 3:1 beim HSV den Einzug ins Pokalfinale.

Zwischen Anerkennung und Anfeindung

Besser geht es kaum für einen Klub, der seit drei Jahren in der Bundesliga spielt und seitdem zwischen Anerkennung und Anfeindung pendelt.

Der Vorwurf, mit den Millionen eines Energydrink-Produzenten, ganz bequem Erfolg herbeizukaufen, ist nicht ganz verschwunden. Die Zahl derer, die zugeben müssen, mit dem Geld wird sinnvoll umgegangen, wächst.

Sieben Akteure der RB-Start-Elf in Hamburg kickten schon in der zweiten Liga für die "Roten Bullen", Yussuf Poulsen und Diego Demme sind schon seit Drittligazeiten dabei. 

Doppel-Job

Gleichzeitig hat Rangnick das Risiko, zwei wichtige Jobs auszufüllen, bewältigt. Mancher behauptet sogar, er habe eine Chance für seinen Trainer-Nachfolger daraus gemacht. Denn der könne nun auf einem noch höheren Niveau beginnen, weil der Fußball-Standort Leipzig an Attraktivität gewinnt.

Die Gefahr, dass Nagelsmann deshalb unter höherem Druckt steht, ebenfalls Erfolge zu erarbeiten, sieht Rangnick nicht. Der finde es doch sicher spannend, in einem Team zu arbeiten, in dem auch "er noch einmal neuen Input erhalten kann". In Leipzig finde Nagelsmann neben modernsten Strukturen auch einen "Ex-Trainer, mit dem er sich austauschen kann".

Reibung erwartet

Er erwarte durchaus Reibung, sagt Nagelsmann: "Die aber tut jedem Unternehmen gut." Die Kompetenzen seien klar verteilt. Und Rangnick sei ein Mensch, der "Leute um sich entwickelt und ihnen Raum gibt".

Bevor der neue Trainer seine Arbeit aufnimmt und eine neue Ära einzuleiten versucht, gibt es in der sächsischen Metropole jede Menge Raum für konkrete Träume. Am 25. Mai im Pokalfinale gegen die Bayern den ersten Titel nach der Vereinsgründung 2009 zu gewinnen, sei für alle eine unheimliche Motivation, sagt Rangnick. Für den Kämpfer gegen den Zufall wäre es der perfekte Abschied als Trainer.

von Oliver Trust

Gast: Ralf Rangnick
Trainer und Sportdirektor RB Leipzig

Fußball-Bundesliga, 31. Spieltag
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Düsseldorf - Werder Bremen
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FC Augsburg - Bayer Leverkusen (Fr.)

Fußball: Zweite Liga, 31. Spieltag
SV Sandhausen - Holstein Kiel
FC St. Pauli - Jahn Regensburg
1. FC Magdeburg - Greuther Fürth

Formel 1: Bericht aus Baku
Großer Preis von Aserbaidschan

  • Moderation - Dunja Hayali
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