Hazard und Traoré: Auf einer Wellenlänge

Sport | das aktuelle sportstudio - Hazard und Traoré: Auf einer Wellenlänge

Zu Gast bei Jochen Breyer sind die Gladbacher Ibrahima Traoré und Thorgan Hazard. Das Duo spricht über Freundschaft, Wunschvereine, aber auch über Politik und das Thema Integration.

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21 min
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.09.2017, 23:59

Vor gut zwei Jahren begannen Thorgan Hazard und Ibrahima Traoré gemeinsam ihren neuen Job in Gladbach - und wurden schnell Freunde. Das Duo spricht im "aktuellen sportstudio" über Freundschaft, Wunschvereine, aber auch über Politik und das Thema Integration. Und die beiden Offensivspieler machen den ultimativen "Buddy-Check".

Hazard und Traoré: Auf einer Wellenlänge

Seinen Hang zur Mitte hat Thorgan Hazard in Gladbach immer sehr offen artikuliert – und im Sommer 2015 das entsprechende Zeichen gesetzt. Nach zwei Jahren bei der Borussia zog es Max Kruse damals weiter nach Wolfsburg, am Niederrhein zurück ließ er unter anderem die Rückennummer zehn. Hazard nutzte die Gelegenheit, hob die Hand, tauschte das eigene Trikot mit der Nummer 26 ein.

Liebe zur Zehn

"Ich mag die Zehn. Der Trainer weiß, dass ich am liebsten in der Zentrale spiele“, kommentierte der Belgier selbstbewusst. Drei Monate später aber trat dieser wissende Trainer – Lucien Favre – in Gladbach zurück. Bei Nachfolger André Schubert rückte Hazard erst mal wieder in die zweite Reihe. Ehe er in der vergangenen Rückrunde immer besser Fuß fasste – und inzwischen auch seine Lieblingsposition bespielen darf. Neben dem Brasilianer Raffael, der Seele des Borussen-Spiels, besetzt der 23-Jährige nun die offensive Zentrale.

Dabei steht er in fruchtbarer Konkurrenz mit André Hahn – wegen des Ausfalls des verletzten Raffael waren die beiden am Mittwoch in Leipzig (1:1) dann mal in der Spitze vereint. Im Gegensatz zum spielfreudigen Hazard verkörpert Hahn mehr den Typus des klassischen Mittelstürmers. Vor allem in der Liga war Hazard jüngst gesetzt, stand in den letzten drei Partien jeweils in der Startelf, erzielte dabei drei Treffer.

Gewitztes Kerlchen

„Seit Beginn der Rückrunde ist er sehr zielstrebig und torgefährlich. Wenn man sieht, wie viele Tore er vorher gemacht hat und seitdem, zeigt das, dass er eine sehr gute Entwicklung gemacht hat“, betont Chefcoach Schubert. Und weil der zwei Jahre jüngere Bruder von Chelseas Topstar Eden Hazard nicht auf seiner ursprünglichen Position am Rand, sondern in der Mitte des Spielfelds richtig in Schwung gekommen ist, profitiert auch sein Kumpel Ibrahima Traoré (28).

Der lebenslustige Guineer hat auf der hart umkämpften rechten Außenbahn der Borussia gerade die Pole Position inne. Ein gewitztes Kerlchen, dem Hazards neu gewonnenen Qualitäten als Goalgetter zwar meist noch abgehen. Doch in ihrem rasanten, technisch ansprechenden Offensiv-Stil und dem eher zarten Körperbau ähneln sich die beiden sehr.

Ähnliche Spielidee

Als sie vor gut zwei Jahren gemeinsam in Gladbach anfingen, funkten sie von Beginn an auf einer Wellenlänge. Nicht nur wegen der gemeinsamen Muttersprache Französisch. Beide mögen sie Hip-Hop-Musik, auf Dienstreisen sind sie immer zusammen auf einem Zimmer. „Wir verstehen uns sehr gut. Er ist ein Spaßvogel wie ich, und auf dem Platz haben wir eine ähnliche Spielidee“, erzählt Traoré.

Die Taten des in Paris aufgewachsenen Afrikaners in der Bundesliga führten unter anderem dazu, dass Guineas Staatspräsident Alpha Condé ihn im Januar zur Rückkehr ins Nationalteam bewegte. Thorgan Hazard seinerseits macht aktuell vor allem Beobachter aus der Premier League auf sich aufmerksam.

Interessenten von der Insel

ManCity-Coach Pep Guardiola hat ein Auge auf ihn geworfen. Und beim FC Chelsea, der den Belgier nach einem anfänglichen Leihgeschäft mit der Borussia im Februar 2015 für acht Millionen Euro abgab, sich dabei aber eine Rückkauf-Option sicherte, steht er ohnehin unter Dauerbeobachtung.

Bis Ende des Jahres haben die Londoner die Möglichkeit, Hazard für angeblich 15 Millionen Euro zurück auf die Insel zu holen. „Ich verschwende“, versichert der Umworbene jedoch fürs Erste, „keinen einzigen Gedanken an Chelsea.“

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