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das aktuelle sportstudio am 19. Oktober 2019

Mit Studiogast Cacau

das aktuelle sportstudio - Sendungsteaser

Seit drei Jahren ist Cacau DFB-Integrationsbeauftragter. Ein Job, der ihn oft traurig macht. Trotz erschreckender jüngster Ereignisse setzt der ehemalige Stürmer auf eine besondere Strategie. Wie die aussieht, erzählt er am Samstag im sportstudio.

Livestream
Sendetermin:
Im Livestream: 19.10.2019, 23:00 - 00:25
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar in Deutschland
Der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau.
Der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau.
Quelle: imago

Ohne Terminplaner würde im Leben von Cacau ein mittelschweres Chaos ausbrechen. Vor allem derzeit, da sich im Fußball rassistische Vorfälle häufen, kann sich der 38-Jährige vor Anfragen kaum retten. Zu aktuellen Fällen sagt der 38 Jahre alte ehemalige Profi gerne etwas, als Feuerwehrmann, zuständig für ad-hoc-Reaktionen, sieht sich der Ex-Stürmer nicht. Dass er partout nicht ohne Terminplaner auskommt, liegt an seinem bevorzugten Arbeitsgebiet, wenn es um Rassismus, Ausgrenzung und Integration geht.

Basis als neuer Strafraum

Früher mag der Strafraum sein Hotspot gewesen sein, heute ist es die Basisarbeit - sein Lieblingswort. Trainingseinheiten leiten, als Gast bei Podiumsdiskussionen sitzen, Interviews vor Fernsehkameras und Diktiergeräten geben, Projekte in Schulen und Bildungseinrichtungen initiieren oder unterstützen, das ist sein Alltag als Integrationsbeauftragter des Deutschen Fußball-Bundes.

Es ist wohl gut, dass sich der WM-Dritte von 2010 nicht für alles und jeden zuständig fühlt. Selbst mit Notizbuch verlöre man da leicht den Überblick. Cacau hat sich auf die Fahne geschrieben, für Nachhaltigkeit zu stehen. Er will etwas bewirken und weiß gleichzeitig, mit ein paar Projekten ist die Sache nicht erledigt.

Zwischen Ohnmacht und Optimismus

Mal schwankt der Ex-Stürmer zwischen Ohnmacht und Optimismus, wenn wie derzeit Fußball und Sport vor allem mit Rassismus in Verbindung gebracht wird. Ohnmacht, weil es immer mehr Vorfälle zu geben scheint; Optimismus, weil er als gläubiger Christ ans Gute im Menschen glaubt. "Wir müssen auch das Positive sehen", sagt er.

Er verweist auf über 80.000 Anmeldungen von Flüchtlingen im Vereinsfußball und die vielen Trainer mit Migrationshintergrund, die an der Fußball-Basis arbeiten. „Integration und Zusammenleben von verschiedenen Menschen und Kulturen wird im Fußball schon gut gelebt“, ist der Vater dreier Kinder überzeugt. Als Schönredner will er nicht gesehen werden, aber er sieht es als Verpflichtung an, diejenigen zu ermuntern, die „sich ehrenamtlich engagieren und positionieren.“

Verbesserungsbedraf im DFB

Mahnende Worte gehören dazu wie der dezente Hinweis, dass er sich eine intensivere Zusammenarbeit mit manchem im DFB wünscht. „Spieler und Funktionäre sind Vorbilder und es wäre wünschenswert, wenn sie sich klar äußern würden. Aber man kann niemandem vorgeben, was er zu tun hat.“

Pläne und Vorschläge hat er jede Menge. „Wir müssen versuchen noch mehr Menschen mit Migrationshintergrund dafür zu gewinnen, Funktionärsaufgaben zu übernehmen.“

Nicht das Positive vergessen

Um ein klares Wort ist Cacau selten verlegen. Kaum ein Tag vergeht, da er Fußballern und Funktionären nicht ihre „besondere Verantwortung“ vor Augen führt „sich mit aller Kraft gegen Rassismus einzusetzen und nicht an einer Spaltung mitzuwirken, die ohnehin in unserer Gesellschaft spürbar ist.“

Aber Cacau kennt seine Grenzen. Und manchmal tun sie sogar weh. Wenn es mal wieder eher ums nächste Spiel oder noch mehr Kommerz geht und nicht um Affenlaute nebst hohlen Kommentaren. Traurig seien derartige Vorkommnisse im Jahr 2019 beim Blick auf Deutschlands Geschichte, sagt Cacau - und wird doch wieder zum Optimisten. „Wir dürfen nicht damit aufhören, das Positive in den Vordergrund zu stellen.“ Was er damit meint? Basisarbeit.

Gast: Cacau
Intergrationsbeauftragter des DFB

Fußball-Bundesliga, 8. Spieltag
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RB Leipzig - VfL Wolfsburg
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(Fr.)

Fußball: Zweite Liga, 10. Spieltag
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FC St. Pauli - Darmstadt 98
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Rad-EM: Bahn
Bericht aus Apeldoorn

Stab

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