Der Angsthase

Auf Bundestrainer Jogi Löw wartete man in Gelsenkirchen am Wochenende vergeblich

Nicht nur die Kinder haben am vergangenen Wochenende voller Vorfreude den Osterhasen erwartet. In Gelsenkirchen freute sich vor allem der Schalker Kevin Kuranyi auf einen ganz besonderen Osterhasen. Doch "Meister Lampe" Jogi Löw kam zur Enttäuschung aller nicht.

Jogi Löw auf der Tribüne
Jogi Löw auf der Tribüne Quelle: imago

Der letzte Schnee war geschmolzen, die ersten Krokusse reckten ihre Köpfe in die von dünnen Sonnenstrahlen durchzogene Luft. Der Frühling hatte Einzug gehalten in deutschen Landen. Nach langen, harten Wintermonaten atmeten die Menschen befreit durch. Sie stellen ihre Uhren auf "Sommerzeit" um und bereiteten sich auf ein Fest der besonderen Art vor. Von Flensburg bis Garmisch Partenkirchen wurden Feiern geplant. Die Kinder bekamen leuchtende Augen, wenn ihnen die Erwachsenen von Versteckspielen, Nestern und liebevollen Geschenken erzählten. Von Ostern!

Circensisches Fest

Zu einem Treffpunkt der speziellen Art sollte es in diesem Zusammenhang im Ruhrgebiet kommen. Gelsenkirchen, eine alte Bergarbeiterstadt, erwartete den Osterhasen - höchstpersönlich! 61.672 Menschen pilgerten in einen tempelähnlichen Rundbau, um bei einem circensischen Fest der Extraklasse "Meister Lampe" zu treffen. Jogi, auf diesen Name hörte der Hase, hatte sich offiziell angemeldet, um anlässlich eines sportlichen Wettkampfes zwischen westfälischen Knappen und bayerischen Rittern EINEN Gladiator speziell in Augenschein zu nehmen.

Sein Name war Kevin, der Recke sprühte vor Ehrgeiz, gewann fast jeden Zweikampf und führte sein teutonisches Team zu ungeahnten Erfolgen. Kevin, vor langer Zeit auf Grund von Aufmüpfigkeit mit einem Bannstrahl bedacht, hoffte, wie viele zu ihm haltende Bürger, auf Vergebung und eine sportliche Perspektive über die Grenzen Westfalens hinaus.

Kurzfristige Planänderung

Das Osterfest und der angekündigte Besuch des "Langohrs " Jogi boten dafür den passenden Rahmen. Kevin kämpfte wie ein Löwe, ließ sein eigentlich unterlegenes Team zwischenzeitlich jubeln und hoffen, und präsentierte sich am Ende gegen einen übermächtigen Gegner als fairer Verlierer. Ein Sportsmann durch und durch! Als er sich nach den hart umkämpften 90 Spielminuten ganz besonders auf den Osterhasen, auf dessen Einschätzung der Lage, vielleicht sogar auf ein kleines Geschenk freute, musste er feststellen, dass dieser nicht erschienen war!

Jogis Platz mit der Nummer 61.673 blieb als einziger unbesetzt. Er hatte sich kurzerhand umorientiert, ins beschauliche schwäbische Stuttgart! Kevin konnte das nicht verstehen, viele fußballbegeisterten Menschen in diesem Lande auch nicht. So mir nichts dir nichts einfach wegzubleiben, das wirft Fragen auf, das lässt Vermutungen und Spekulationen freien Lauf. Feigheit statt Mut - der Osterhase 2010 darf sich nicht wundern, dass er nach diesem nicht nachzuvollziehendem Versteckspiel nun als Angsthase des Jahres bezeichnet wird!

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