Der Chef ist zurück

Bayer-Mittelfeldstar Simon Rolfes ist wieder gut in Schuss

Simon Rolfes hat im September gegen Eintracht Frankfurt sein Comeback im Trikot der Werkself gegeben. Vorausgegangen waren acht Monate Reha nach einer Knie-OP. Daran, dass seine Fußballkarriere weitergeht, hat der Bayer-Profi aber nicht gezweifelt.

Simon Rolfes
Simon Rolfes Quelle: reuters

Ein Knorpelschaden, drei Knieoperationen, keine WM-Teilnahme. 2010 war bisher nicht das beste Jahr in der Karriere von Simon Rolfes. Jetzt ist er wieder zurück bei Bayer Leverkusen und auf dem Weg zu seiner alten Form. Beim 3:2-Erfolg der Werkself gegen Wolfsburg schoss der 28-Jährige zwei Tore, letzte Woche gegen St. Pauli bereitete er das 1:0-Siegtor vor.

Das Knie hält

Simon Rolfes (Bayer Leverkusen) Quelle: ap


Acht Mal kam Rolfes diese Saison bei Bayer zum Einsatz, die letzten zwei Spiele jeweils über die volle Zeit. Das Knie scheint zu halten. Beim Heilungsprozess wurde nichts überstürzt, bis es grünes Licht von allen Seiten gab. In einem "Kicker"-Interview sagte Rolfes, dass er gemeinsam mit den Ärzten, Physiotherapeuten und Reha-Trainern Vertrauen in das Knie habe.


Vertrauen in die Fitness, vor allem aber Vertrauen in den Spieler hatte die gesamte Zeit über Leverkusens Trainer Jupp Heynckes. Der Bayer-Coach ließ nie einen Zweifel an seinem Mittelfeldspieler aufkommen. Heynckes bestätigte Rolfes als Kapitän, stellte seine Leistungsfähigkeit nie in Frage. Das gab dem Rückkehrer Selbstvertrauen.

Mann der leisen Töne


Und so trat der Rückkehrer auch auf dem Platz auf. Extrem zweikampfstark, fair und torgefährlich. Schon bei seinen ersten Kurzeinsätzen in dieser Spielzeit merkte der aufmerksame Beobachter gleich: Der Chef ist zurück. Rolfes dirigierte und strukturierte das Team, auch dann, wenn er eingewechselt wurde.

Dabei ist er kein schreiender Antreiber auf der Sechser-Position. Heynckes sagte in der "Süddeutschen Zeitung" über seinen Defensiv-Spezialisten, er sei kommunikativ, aber nicht laut. "Er ist nicht deshalb ein dominanter Spieler, weil er Kapitän ist, sondern weil er die Ausstrahlung und die Charaktereigenschaften besitzt und eine sehr große Spielerpersönlichkeit ist", so Heynckes.

Ziel: Nationalmannschaft


Und diese Spielerpersönlichkeit will viel erreichen. Nach der Rückkehr auf seinen Stammplatz in der Werkself strebt Rolfes auch ein Comeback in der Nationalmannschaft an. 2011 soll es soweit sein. Dass die Sechser-Positionen im defensiven Mittelfeld in der DFB-Elf mit Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira sehr gut besetzt sind, sieht er als Ansporn, sich weiter zu verbessern.

Bundestrainer Joachim Löw hat sich zwar lange nicht mehr bei Rolfes gemeldet, die Leistungen des Leverkuseners hat er bestimmt nicht vergessen. Schließlich hatte der Bayer-Profi bei der EM 2008 zusammen mit Thomas Hitzlsperger als Doppel-Sechs überzeugt und war auch bei der WM 2010 auf dieser Position fest eingeplant. Bleibt Simon Rolfes unverletzt und findet wieder komplett zu alter Form, wird Löw ein Luxusproblem haben - erst Recht, wenn sich Michael Ballack fit und leistungstark zurückmeldet. Dann hätte der Bundestrainer vier Spitzenkräfte für seine Doppel-Sechs. Rolfes zumindest ist auf einem sehr guten Weg und muss denVergleich mit seinen Konkurrenten nicht scheuen.

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