Der dritte Mann im dritten Versuch

Bruno Labbadia und der VfB Stuttgart vor dem Härtetest

Es wird eine der interessantesten Fragen der Bundesliga-Rückrunde: Schafft Bruno Labbadia die Wende beim akut abstiegsbedrohten VfB Stuttgart, und löst damit die Zweifel an seiner Trainer-Befähigung auf allerhöchster Ebene?

Schema Labbadia

Für den eigenwilligen Ex-Profi ist Stuttgart nun die dritte Bundesliga-Trainerstation innerhalb von zweieinhalb Jahren. Für die Schwaben ist Labbadia bereits der dritte Fußballlehrer innerhalb der laufenden Saison. So was nennt man ganz gern mal eine "Zweckgemeinschaft", zumindest fürs Erste.
Kurioserweise verliefen Labbadias ersten beiden Verpflichtungen nach exakt dem gleichen Schema. Sowohl in Leverkusen als auch beim Hamburger SV galt der mittlerweile 44-Jährige als innovativer, akribischer, erfolgshungriger Hoffnungsträger, mit dessen Hilfe man sich den Sprung an die nationale Spitze erhofft hatte. Eine Halbserie konnte Labbadia alle in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen, dann folgte jeweils der schleichende Absturz. Das Rätsel vom Mann mit den zwei Gesichtern machte branchenintern die Runde.

Zuerst verringerten sich die Lobhuldigungen seitens der Spieler und Vereinsverantwortlichen im Gleichschritt mit zunehmenden Niederlagen. Später sickerten zarte Kritiken am Verhalten des Trainers durch. Vom sturen Eigenbrödler war die Rede, bis hin zu Gerüchten, die Labbadias Integrität in Zweifel zogen. Ein Ritt auf des Messers Schneide an dessen Ende sowohl in Leverkusen als auch in Hamburg des Trainers Entlassung stand.

So weit, so rätselhaft

Nun ist Bruna Labbadia wieder im Geschäft. Acht Monate nach seiner Demission in Hamburg soll er nun dem fürchterlich abgestürzten VfB wieder auf die Beine helfen. Diesmal geht es also nicht um die Eroberung der Tabellenspitze, sondern um die nackte Existenz in der Belle Etage - für Bruno Labbadia eine Art Reifeprüfung.

Sollte es dem Trainer gelingen, mit dem VfB eine ähnliche Aufholjagd zu starten wie Christian Gross im vergangenen Jahr, dann haben alle rund um diesen Trainerdeal eine Zukunft. Erwin Staudt, Stuttgarts Präsident, der in den vergangenen siebeneinhalb Jahren acht Trainer verschlissen hat. Fredi Bobic, dessen erster Sportdirektor-Posten in der Bundesliga bislang sehr erfolglos verläuft, und natürlich auch Bruno Labbadia, der sich unbedingt als Bundesligacoach etablieren will. Wenn nicht, wird es eng - für alle drei.

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