Der "Kinderriegel" wird erwachsen

Hummels und Subotic zählen zu den besten Innenverteidigern der Liga

Sie sind jung, dynamisch, erfolgreich: Mats Hummels und Neven Subotic bilden die Innenverteidigung der zurzeit besten Defensive der Liga. Mit nur sieben Gegentreffern steht Borussia Dortmund auf dem ersten Platz der Tabelle.

Der Erfolg der Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp ist nicht zuletzt auch ein Verdienst der beiden Youngsters, die bereits so routiniert spielen, als wären sie seit Ewigkeiten Bundesligaprofis. Dabei sind Hummels und Subotic erst 21 Jahre alt. Trotzdem hat Hummels schon 67 Bundesliga-Spiele auf dem Buckel, der nur sechs Tage ältere Subotic sogar 79. Gemeinsam spielten sie in der Liga 43-mal in der Innenverteidigung des BVB, diese Saison in allen 19 Pflichtspielen.

Defensivkünstler mit Offensivqualitäten


Mit 19 Jahren standen die beiden erstmals gemeinsam in der Dortmunder Innenverteidigung, die damit zur jüngsten der Bundesliga wurde und in den Medien schnell unter dem Namen "Kinderriegel" Bekanntheit erlangte. Ein riskantes Unterfangen von Trainer Klopp, wo doch viele Vereine auf dieser Position erfahrene Abwehrrecken aufstellen.

Doch Hummels und Subotic setzten sich durch. Ihre Spielweise ist die von Innenverteidigern der neuesten Generation. Beide sind über 1,90 Meter groß, sehr robust, aber dennoch beweglich und schnell. Sie besitzen ein herausragendes Stellungsspiel, gewinnen gut zwei Drittel ihrer Defensivzweikämpfe und sind sowohl in der Luft als auch am Boden enorm stark. Dabei bleiben sie ungewöhnlich fair. Subotic sagte in einem "Kicker"-Interview, angesprochen auf seine zwei gelben Karten in der letzten Saison, dass das für einen Innenverteidiger "zu fair" sei. Ihre intelligente Spielweise, die eben kaum Fouls aufweist, macht sie zu Defensivexperten modernster Prägung.

Aber auch offensiv sind die beiden Dortmunder nicht zu unterschätzen. Mit ihrer Ballsicherheit im Spielaufbau zählen sie zu den Spielern des BVB mit der geringsten Fehlpassquote. Neven Subotic ist sogar der Spieler in der Bundesliga, der die meisten langen Pässe schlägt - und knapp die Hälfte davon zum Mitspieler bringt. Das liegt etwas über dem Liga-Durchschnitt. Zusammen bilden die beiden Jung-Nationalspieler ein eingespieltes Team, an dem sich ihre Gegner oft die Zähne ausbeißen.

Bayerns Fehler, Dortmunds Glück

Dabei ist ihr Werdegang ziemlich unterschiedlich. Mats Hummels wurde in Bergisch Gladbach geboren und begann seine Fußballlaufbahn beim FC Bayern München, wo er alle Jugend-mannschaften durchlief. Im Aktivenbereich konnte er sich dann bei den Bayern nicht richtig durchsetzen und wurde 2007 an Borussia Dortmund ausgeliehen. Ein Schritt, der Hummels zunächst schwer viel, musste er sich doch von seiner alten Liebe, dem FC Bayern trennen, diesen später aber nicht bereute. Nachdem er 2009 auch die vertragliche Trennung von den Münchnern vollzogen hatte, gelang ihm beim BVB der endgültige Durchbruch.

Die Bayern dürften es mittlerweile bereut haben, ein Talent wie Mats Hummels abgegeben zu haben. Sein ehemaliger Trainer bei den Bayern Amateuren und aktueller Co-Trainer von Louis van Gaal Hermann Gerland sagte in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung, er habe "schon immer gewusst, dass er eine Bombe wird, wir hätten ihn nie abgeben dürfen." Untermauert wird diese Aussage Gerlands mittlerweile auch noch durch Hummels Berufung in die deutsche A-Nationalmannschaft.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Neven Subotic hingegen ist eher der Weltenbummler. In Banja Luka in Bosnien-Herzegowina geboren, flüchtete seine Familie früh vor den Kriegswirren im ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland. Als Kind spielte er beim TSV Schwarzenberg in Baden-Württemberg. 1999 wanderte der damals Zehnjährige mit seiner Familie in die USA aus, wo ihn beim Kicken im Park zufällig der damalige Co-Coach des amerikanischen U-17-Teams entdeckte. Subotic spielte fortan für den US-Auswahlkader und die College-Auswahl der University of South Florida.

2006 kehrte der mittlerweile 17-Jährige dann wieder nach Deutschland zurück und heuerte beim FSV Mainz 05 an. In der Saison 2007/08 lief er unter Trainer Klopp 33-mal in der 2. Liga auf und wechselte in der darauffolgenden Spielzeit zusammen mit Mentor Klopp zum BVB. Nach seinem Durchbruch in der Bundesliga zeigten auch die A-Nationalmannschaften der USA und Bosnien-Herzegowina Interesse an dem Innenverteidiger, doch Subotic entschied sich für Serbien aufzulaufen. 2010 war er dann auch mit Serbien bei der WM in Südafrika, wo er mit dem Team in der Vorrunde trotz eines Sieges gegen Deutschland ausschied.

Ganz egal wo ihre Karriere die beiden hinführt, sie setzen heute schon Maßstäbe. Und wer weiß, wie Hummels und Subotic die Position des Innen-verteidigers im Laufe ihrer Karriere weiterent-wickeln. Denn mit 21 Jahren haben sie noch einiges vor sich. National wie international.

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