Der Nummer-1-Hit der Bruchweg-Boys

Die Mainzer Boygroup lässt die Liga Kopf stehen

Sechs Spiele, sechs Siege, Spitzenreiter: Mainz stellt die Liga auf den Kopf - und Fußball-Deutschland reibt sich die Augen, denn die Elf setzt taktisch und spielerisch Maßstäbe. Drei Leistungsträger der 05er kommen Samstag ins "sportstudio".

Fans und Experten staunen gleichermaßen, was sich da in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt entwickelt hat. Mit Glück und Zufall ist das längst nicht mehr zu erklären. Schließlich schloss Mainz die vergangene Saison als Aufsteiger bereits auf einem starken neunten Rang ab, mit der besten Platzierung in der Vereinsgeschichte. Saisonübergreifend ist der Klub seit zehn Bundesligaspielen ungeschlagen.

Vater des Erfolgs ist Trainer Thomas Tuchel, der nüchtern und sachlich seine Mannschaft immer wieder neu und individuell auf den nächsten Gegner einstellt. Das Trainerteam um Tuchel arbeitet akribisch, der Matchplan wird immer wieder neu aufgestellt, den die Spieler dann mit Bravour umsetzen. Allen voran Tuchels Musterschüler André Schürrle und der von Schalke 04 ausgeliehene Lewis Holtby.

Holtby denkt "nur an Mainz"


Während Felix Magath auf Schalke einen Spielmacher gut gebrauchen könnte, verzaubert Leihgabe Holtby in Mainz Fans, Gegner - und seinen Trainer: "Lauf- und Tempohärte, Kreativität und Torgefahr", lobt Tuchel seinen Youngster, außerdem dessen "natürliche Art, durchs Leben zu gehen, immer mit einem Lächeln, mit viel Humor und auffälligem sozialen Gespür."

Der 20-Jährige selbst fühlt sich in Mainz "pudelwohl. Ich habe mir mein Selbstvertrauen unter Thomas Tuchel erarbeitet, jetzt denke ich nur an Mainz", sagt der Sohn eines Engländers. Er selbst bezeichnet sich als einen "verrückten Vogel, ich mache gern viel Spaß, und hier haben wir viele Leute dabei, die genauso sind wie ich."

Schürrle ein "echtes Brett"

Wie sein U21-Kollege André Schürrle. Der war bereits in der vergangenen Saison als frischgebackener A-Jugend-Meister mit Tuchel zu den Profis aufgerückt, hatte jedes Spiel bestritten und mit seinen Toren und Tempo-Dribblings den Gegnern das Fürchten gelehrt. In der kommenden Saison wird Schürrle allerdings - wie auch Holtby - die Nullfünfer verlassen. Als teuerster Transfer der Vereinsgeschichte wird er im Gesamtpaket für geschätzte elf Millionen Euro zu Bayer Leverkusen wechseln.

In dieser Saison spielte Schürrle allerdings erst einmal von Beginn an - eine Schambeinverletzung warf den Angreifer zurück. Seine drei Treffer erzielte er als Joker wie auch Holtby seine beiden Tore gegen Köln. "Jeder Trainer der Welt, der die beiden auf der Bank hat, ist verpflichtet, die einzuwechseln. Einen von ihnen in der Hinterhand zu haben, ist einfach ein echtes Brett", freut sich Tuchel über seine Nachwuchs-Stars.

Szalai rührt die Trommel


Auch der dritte im Bunde, der Trommler der Bruchweg-Boys, ist so ein junger Wilder. Adam Szalai, letzte Saison von der Nachwuchsmannschaft Real Madrids ausgeliehen und nun verpflichtet, spielt eine wichtige Rolle in Tuchels Planungen. Der Ungar war in der Saisonvorbereitung verletzt, kommt jetzt aber von Woche zu Woche besser in Form und hat Aristide Bancé, den in die Wüste abgewanderten Mainzer Toptorjäger der vergangenen Saison, längst vergessen gemacht.

Und nun steht das Spiel beim FC Bayern München auf dem Programm, das in Anbetracht der Tabellenkonstellation und bisherigen Vorstellungen der Nullfünfer zum echten Gradmesser werden kann. Respekt vor dem Rekordmeister haben die Jungs, Angst aber nicht. "Ich freue mich schon auf diesen Wiesn-Tag. Von mir aus könnte es schon morgen losgehen", sagte Holtby bereits unmittelbar nach dem Sieg über die Kölner. Ob die Bruchweg-Boys dann wieder Grund zum Abrocken haben, wird sich zeigen.

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