Der Plan ist der Star

Der Konzeptfußball erobert die Bundesliga

Die 48. Spielzeit in der Eliteliga des deutschen Fußballs ist fast vorbei. Schon vor dem letzten Spieltag steht fest: Sie wird in Erinnerung bleiben. Mit Trainer-Theater und wirren Wechselspielen. Aber es gibt auch einen Gewinner: Den Konzeptfußball.

Diese Bundesliga-Saison, das ist klar, war keine gewöhnliche, keine normale Spielzeit. Sie bot große Unterhaltung, zeitweise auch fernab des guten Geschmacks, und sie zeigte sportlich Erstaunliches. Der Wechsel-Wahnsinn auf den Trainerbänken sorgte für reichlich Kopfschütteln: Es wurden so viele Stühle gerückt, wie noch nie zuvor in der Liga. Zu viele, viel zu viele. Kümmern wir uns lieber um das Sportliche, das Schöne, das Kreative. Diese Saison hat bewiesen: Das Erfolgsmodell der fußballerischen Neuzeit heißt Konzeptfußball.

Erfolgsrezept Konzeptfußball


Die Frage, was im Fußball ausschlaggebend ist für den Erfolg, bewegt Woche für Woche die Gemüter der Fans an den Stammtischen genauso wie die der Vereinsverantwortlichen. "Viel Geld hilft viel und schießt auch noch Tore" ist zumeist der kleinste gemeinsame Nenner aller Fußballexperten, selbsternannt oder nicht. Ein ehernes Gesetz, aber die Darbietungen von Wolfsburg, von Hoffenheim oder die Saison der zeitweise sportlich taumelnden Bayern erschüttern diese alte Regel.


Als wohl beliebteste Antwort auf die Frage der Fragen mag nach dieser Saison die Antwort "Trainerwechsel" gelten. Kann funktionieren, sagen sie jetzt in Mönchengladbach; muss nicht, entgegnen sie wohl in Frankfurt.

Kompetenz

Langfristigen Erfolg bringt nicht das Geld allein, der schnelle Trainerwechsel schon gar nicht. Langfristigen Erfolg im Fußball hat nur der, der einen echten Plan hat. Das Wichtigste dabei sind eine durchdachte und kontinuierliche Vereinspolitik, überlegte sportliche Transfers mit Augenmaß und ein kompetentes Personalmanagement. Insbesondere auf der Position des Cheftrainers.

Vereine wie Borussia Dortmund, Hannover 96, Mainz 05, SC Freiburg und 1. FC Nürnberg haben nicht wild und wirr eingekauft, haben nicht immer neue Leute präsentiert, haben immer Ruhe ausgestrahlt, haben nicht den Trainer gewechselt. Und sie haben an den Masterplan des Cheftrainers geglaubt und festgehalten.

Masterplan bringt den Erfolg

Das hat sich ausgezahlt, denn das brachte den Vereinen den Erfolg und gleichzeitig den Durchbruch für eine neue Generation von Trainern: Für die Konzepttrainer. Sie sind jung, taktisch geschult, kreativ und kommunikativ und sie besitzen alle einen klaren Plan.


Jürgen Klopp in Dortmund, Mirko Slomka in Hannover, Thomas Tuchel in Mainz, Robin Dutt in Freiburg und Dieter Hecking in Nürnberg bestechen mit einer Spielidee, sie wissen genau, was sie von ihren Mannschaften sehen wollen. Sie haben eine klare Linie, eine klare Idee, eine klare Spielphilosophie. Einen Masterplan. Und der Plan ist der Star in dieser Saison.

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