Der Weg in die Liga der Meister

Benedikt Höwedes hat das Potenzial zur internationalen Klasse

Benedikt Höwedes spielt mit Schalke eine eher durchwachsene Bundesliga-Saison, aber international läuft es umso besser. Die Königsblauen stehen im Halbfinale der Champions League. Ein Erfolg, zu dem der Innenverteidiger maßgeblich beigetragen hat.

Die Saison von Benedikt Höwedes und Schalke gleicht einer Achterbahnfahrt. Der Start in die Meisterschaft misslang völlig, erst in den letzten Wochen kriegten die Gelsenkirchener noch die Kurve. Jetzt rangieren sie im Mittelfeld der Tabelle. Für die Europa-League-Qualifikation wird es wohl nicht mehr reichen, es sei denn, das Team gewinnt den DFB-Pokal. Mit dem Abstiegskampf hat man mittlerweile auch nichts mehr zu tun. Dafür steht die Champions League voll im Fokus von Höwedes und Co.

Zwei aus Haltern in der "großen Welt"

Damit, dass er in so jungen Jahren Leistungsträger eines Champions-League-Halbfinalisten ist, hat der 23-Jährige am Anfang seiner Fußballer-Laufbahn vermutlich nicht gerechnet. Wie viele Profi-Karrieren beginnt auch sein Weg in seinem Heimatort. Im 39.000-Einwohner-Städtchen Haltern am See tritt Höwedes 1994 als Sechsjähriger dem TuS Haltern bei.

In dem Verein hat auch Schalke-Teamkollege Christoph Metzelder das Kicken gelernt. Beide stammen sogar aus derselben Nachbarschaft. "Metze" wohnt damals nur ein paar Straßen weiter von "Benni". Die gemeinsame Herkunft ist wohl auch ein Grund dafür, dass Höwedes Metzelder als Vorbild sieht.

Vom Stürmer zum Verteidiger


Doch bis zum Profi ist es zunächst noch ein weiter Weg. 2000 wechselt Höwedes zur knapp 20 Kilometer entfernten SG Herten-Langenbochum. Kurze Zeit später werden die Talentscouts einiger größerer Vereine bei den Kreisauswahlmeisterschaften auf das damalige Stürmertalent aufmerksam. 2001 entscheidet sich der Teenager, für die Jugendmannschaft von Schalke 04 zu spielen.


Bei den königsblauen Juniorenteams wird Höwedes nach und nach zum Abwehrmann umgeschult. Mit Erfolg. Als Verteidiger und Mannschaftskapitän gewinnt er 2006 mit Schalke die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft. Im Jahr darauf erhält bereits seinen ersten Profivertrag bei den "Knappen", auch wenn er anfangs nur im Oberligateam des Klubs eingesetzt wird.

Profidebüt in der Champions League

Im Herbst 2007 bekommt der 19-jährige Höwedes eine Riesenchance im Profiteam unter Trainer Mirko Slomka. Er darf in der Champions League gegen Rosenborg Trondheim von Anfang an spielen. Ein paar Tage später folgt sein Debüt in der Bundesliga gegen Karlsruhe, ebenfalls in der Startelf.

Höwedes' Leistungen überzeugen nicht nur die Vereinsverantwortlichen. Auch der "Kicker" lobt den Jungprofi: "Schnelligkeit, gutes Auge und Timing im Zweikampf, dazu Torgefährlichkeit nach Standards. Der 1,87 Meter große Youngster bringt die Veranlagung zum Stammspieler mit. Und an seiner Art, positive Emotionen auf dem Platz auszuleben, könnten sich diverse Etablierte schon jetzt orientieren."

Mann mit Bodenhaftung


2008 verlängert Höwedes seinen Vertrag bei den Königsblauen bis 2014. Eine Treuebekundung zum Arbeiterverein, den er schon längst verkörpert. Mittlerweile gehört die Nachwuchshoffnung, die aufgrund des besonderen Datums - 29. Februar - seinen Geburtstag nur alle vier Jahre richtig groß feiert, zum festen Stamm der Schalker.

Trotz seines Erfolges ist der 23-Jährige auf dem Boden geblieben. "Fußball ist so ein Tagesgeschäft, da kann immer etwas passieren", sagt er. "Man kann sich am nächsten Tag alles reißen, alles brechen, und dann ist es vorbei mit der Karriere". Ein Grund dafür, dass Höwedes sein Abitur gemacht hat und eventuell eines Tages sogar noch studieren möchte.

Perspektivspieler für DFB-Elf

Sein steiler Aufstieg ist auch dem DFB nicht entgangen. Von der U18 an durchläuft der talentierte Kicker alle Junioren-Nationalteams, wird 2007 zum besten Spieler seines Jahrgangs gekürt. Die Krönung ist der Europameistertitel 2009 mit der U21. Spätesten jetzt taucht der Innenverteidiger auch auf dem Radar von Bundestrainer Löw auf.

Bislang gehört Höwedes nicht zum Kader von Löw, laut seinem ehemaligen Teamkollegen Heiko Westermann ist das aber "nur noch eine Frage der Zeit, bis Benni in der Nationalmannschaft spielt", denn derzeit gibt es nicht viele deutsche Innenverteidiger, die ähnlich stabil und modern agieren wie der Schalker.

Am Samstag ist Benedikt Höwedes ab 23 Uhr zu Gast im "aktuellen sportstudio" bei Wolf-Dieter Poschmann.

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