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Stuttgart und Frankfurt blamieren sich

Fußball - DFB-Pokal, 1. Runde

Regionalligist SSV Ulm hat in der ersten Pokalrunde für eine Überraschung gesorgt und Titelverteidiger Eintracht Frankfurt rausgeworfen. Ein Blamage erlebte auch der VfB Stuttgart, der beim Drittligisten Hansa Rostock 0:2 verlor.

SSV Ulm 1846 - Eintracht Frankfurt
Ulms Torwart Christian Ortag, Frankfurts Mijat Gacinovic und Ulms Florian Krebs (v.l.) kämpfen um den Ball.
Quelle: dpa

Ebenfalls einen Coup landete der SV Rödinghausen. Der West-Regionalligist schlug den Zweitligisten Dynamo Dresden mit einem Treffer in der 123. Minute. Nach 90 Minuten hatte es 2:2 gestanden.

Favoriten mit Mühe

Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Nürnberg siegte beim südbadischen Verbandsligisten SV Linx mit 1:2. Wolfsburg mühte sich beim Regionalligisten SV Elversberg zu einem schmeichelhaften 1:0. Mit dem gleichen Ergebnis siegten die Bayern bei der SV Drochtersen/Assel (Regionalliga) und Bayer Leverkusen beim Oberligisten CFR Pforzheim.

Souveräner lösten Werder Bremen und 1899 Hoffenheim ihre Pflichtaufgaben. Werder kam bei Wormatia Worms zu einem 6:1, Hoffenheim siegte beim Drittligisten 1. FC Kaiserslautern ebenfalls 6:1. Zweitligist MSV Duisburg erreichte durch ein 1:0 beim TuS Dassendorf die nächste Runde.

Zweites Dekabel für Eintracht

Für Eintracht Frankfurt ist das Aus mit dem 1:2 (0:0) gegen den Viertligisten SSV Ulm die zweite herbe Enttäuschung. Vor einer Woche verloren die Hessen 0:5 im Supercup gegen den FC Bayern München. Damit steht Eintracht Trainer Adi Hütter schon jetzt unter massivem Druck. Vor allem, weil sich seine Mannschaft gegen den WFV-Pokalsieger von Beginn auch in der Rolle des Favoriten richtig schwer tat und lange keine Überlegenheit hatte.

Ulm startet frech

Schon in der ersten Minute musste Eintrachts neuer Torwart Frederik Rönnow einen Schuss von Lennart Stoll an die Latte lenken, auch die zweite Gelegenheit der Partie ging nach neun Minuten auf das Konto des SSV.

Die Frankfurter Profis versuchten mit langem Liegenbleiben nach Fouls den Ulmer Rhythmus zu unterbrechen. Bis zur ersten klaren Chance für die ohne den angeschlagenen Vizeweltmeister Ante Rebic angereisten Hessen dauerte es aber mehr als eine halbe Stunde. Sebastien Haller verpasste die Hereingabe von Danny da Costa. Zwei Minuten später scheiterte Luka Jovic am Pfosten (37.). Pech hatte Jovic in der 40. Minute, als sein Tor wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Eine knappe Entscheidung.

Ulm machte dennoch unbeirrt weiter - und belohnte sich mit der ersten Aktion nach der Pause. Steffen Kienle stand nach einem Freistoß am besten und schoss den Ball nach einem Pfostenkopfball von Ardian Morina aus kurzer Distanz ins Netz (48.). In der Liga hat der 23 Jahre alte Stürmer schon drei Tore erzielt.

Frankfurt wurde zielstrebiger und kam zu guten Chancen. Neuzugang Torro traf den Pfosten (65.), Jovic scheiterte frei vor SSV-Torwart Christian Ortag (74.). Dann konterte Ulm, und Vitalij Lux  traf (75.). Goncalo Paciencia gelang in der 90. Minute der Anschlusstreffer.

Vor den Frankfurtern waren in der Geschichte des DFB-Pokals bislang nur der 1. FC Kaiserslautern (1996), Werder Bremen (1994), Kickers Offenbach (1979) und der Hamburger SV (1963) als Titelverteidiger in der ersten Runde gescheitert.

Blamage beim Angstgegner

Der VfB Stuttgart ist von seinem Angstgegner FC Hansa Rostock erneut aus dem DFB-Pokal geworfen worden. Die Schwaben verloren am Samstagabend im Ostseestadion gegen den Drittligisten mit 0:2 (0:1) und mussten damit ihre vierte Pokalniederlage gegen die Mecklenburger einstecken.

Schon nach acht Minuten gingen die Platzherren in Führung. Cebio Soukou setzte sich gegen Holger Badstuber durch und ließ mit einem Außenristschuss ins lange Eck Torhüter Ron-Robert Zieler keine Chance. Nach einem Konter machte Mittelfeldspieler Mirnes Pepic mit seinem Tor zum 2:0 (84. Minute) den überraschenden Erfolg der Ostseestädter perfekt.

Gemessen an Torschüssen, Ballbesitz und gewonnenen Zweikämpfen waren die Schwaben besser. Doch die Hausherren verteidigten den Vorsprung mit Geschick und Leidenschaft. Dem Bundesligisten fehlte es an Konsequenz, Genauigkeit und Spielideen.

Siegtreffer in der 123. Minute

Dem Regionalligisten SV Rödinghausen ist bei seinem Debüt im DFB-Pokal mit dem 3:2 nach Verlängerung gegen Dynamo Dresden gleich ein Coup gelungen.

Der Siegtreffer gelang dem in der 109. Minute eingewechselten Maximillian Hippe – in der dritten Minute der Nachspielzeit, als sich alle schon aufs Elfmeterschießen eingestellt hatten. Zuvor hatten Linus Meyer (20.) und Simon Engelmann (45.+1) für die Hausherren jeweils ausgeglichen. Haris Duljevic (11.) und Aias Aosman (25.) hatten die Gäste aus Sachsen zwei Mal in Führung geschossen.

Im Stadion von Drittligist Sportfreunde Lotte machte der Underdog dem Zweitligisten Dresden über die komplette Distanz das Leben schwer, der Sieg des Außenseiters geht in Ordnung.

Lewandowskis später Treffer

Bis zur 81. Minute hielt der krasse Außenseiter SV Drochtersen/Assel gegen Bayern München ein 0:0, ehe sich der Favorit durch ein Tor von Robert Lewandowski doch noch durchsetzte.

Dabei waren die Münchner mit unter anderem Manuel Neuer, Arjen Robben, Franck Ribéry und Lewandowski mit der vermeintlich stärksten Elf ins ungleiche Duell gegen dem Viertligisten aus der 11.500-Einwohner-Gemeinde, rund 50 Kilometer nordwestlich von Hamburg gegangen. Die Bayern agierten pomadig und wären in der ersten Halbzeit beinahe bestraft worden, als Florian Nagel freistehend an Neuer scheiterte (33.). So kam die Erlösung durch Lewandowski erst spät.

Joelinton mit Dreierpack

Für Werder Bremen schossen bei Wormatia Worms Neuzugang Yuya Osako, Florian Kainz, Philipp Bargfrede, Max Kruse, Maximilian und Johannes Eggestein den Sieg heraus. Bei der TSG Hoffenheim führte sich im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern Rückkehrer Joelinton mit drei Toren gut ein, außerdem trafen Nico Schulz, Pavel Kaderabek und Joshua Brenet.

Bayer Leverkusen kam beim CFR Pforzheim durch Lucas Alario zum Sieg. Den Siegtreffer des VfL Wolfsburgbei der SV Elversberg erzielte Neuzugang Daniel Ginczek. Für den 1. FC Nürnberg war Mikael Ishak mit zwei Toren beim SV Linx der Matchwinner.

HSV siegt dank Lasogga

Der Hamburger SV hat dank Joker Pierre-Michel Lasogga eine abermaliga Blamage verhindert. Beim Oberligisten TuS Erndtebrück kam der Zweitligist nach zwei Treffern des eingewechselten Stürmers zu einem 5:3 (2:1)-Erfolg. Seit der Saison 2012/13 ist der HSV bereits drei Mal in der ersten Runde an unterklassigen Gegnern gescheitert.

Kapitän Lewis Holtby (7., Foulelfmeter) und Jann-Fiete Arp (10.) sorgten für eine schnelle 2:0-Führung. Doch Tatsuya Yamazaki (43.) kurz vor und Niklas Hunold (48.) kurz nach der Pause schockierten die Gäste und sorgten für Spannung. HSV-Trainer Christian Titz bewies aber ein glückliches Händchen, Lasogga traf in der 64. und 66. Minute ein. Nach dem 3:4-Anschlusstreffer von Till Hilchenbach (71.) musste der HSV noch einmal zittern, bis Orel Mangala (90.) traf.

Schnelle Rote Karte

Der FSV Mainz 05 hat trotz einer schnellen Roten Karte - dritte Minute - für Neuzugang Moussa Niakhate die Auftakthürde gemeistert. Der Bundesligist siegte beim Zweitligisten Erzgebirge Aue 3:1 (1:0). Maxim (31./65.) und Quaison (59.) trafen für Mainz. Testroet (83.) für Aue.

Der SV Sandhausen hat sein erstes Erfolgserlebnis in dieser Saison gefeiert. Das Zweitliga-Schlusslicht gewann beim Viertligisten Rot-Weiß Oberhausen 6:0 (2:0) erzielten Fabian Schleusener (7.), Felix Müller (25./90.+2), Philipp Förster (46.) per Foulelfmeter, Tim Kister (61.) und Markus Karl (83.).

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