Die "Jungen Wilden" des FC Schalke 04

Mit Schmitz, Moritz und Matip zu unverhofften Erfolgen

Wer kannte vor der Saison schon Joel Matip, Christoph Moritz und Lukas Schmitz? Kaum jemand. Mittlerweile weiß man, dass die Talente mit tollen Leistungen im Trikot des FC Schalke 04 bestechen. Und am Samstag treten sie im "aktuellen sportstudio" auf.

Lukas Schmitz (re) und Joel Matip
Lukas Schmitz (re) und Joel Matip Quelle: imago

Dass Felix Magath gerne auf junge Spieler setzt, ist seit seiner Zeit beim VfB Stuttgart bekannt. Damals mischte der Trainerfuchs mit Teenagern wie Philipp Lahm, Kevin Kuranyi und Andreas Hinkel die Liga auf. Auch bei seinen weiteren Trainer-Stationen gab er immer wieder Talenten aus dem Nachwuchsbereich die Chance, sich in Deutschlands Elite-Klasse des Profi-Fußballs zu präsentieren. Mit Erfolg.

Werte schaffen statt verpflichten


So auch bei seinem jetzigen Arbeitgeber, dem FC Schalke 04. Konnte er bei seinen vorherigen Klubs, dem FC Bayern und dem VfL Wolfsburg, noch mit einer vollen Kasse Stars für Millionen verpflichten, sieht es im Ruhrgebiet anders aus. Angesichts der akuten Finanzkrise des Klubs muss sich Magath mit bescheidenen Mitteln begnügen. Doch das ist für "Quälix" offenbar kein Problem.

Werte schaffen statt Werte verpflichten heißt Magaths Devise bei den extrem klammen Königsblauen: "Geld alleine reicht nicht. Das hat es noch nie", sagt Magath. Und so macht er aus der Not eine Tugend, baut junge, hoffnungsvolle Talente in sein Team ein und setzt altbewährte Stars wie Gerald Asamoah und Halil Altintop (mittlerweile zu Eintracht Frankfurt gewechselt) auf die Bank. Oder versetzt sie wie Albert Streit gar zu den Amateuren.

Keine Angst vor großen Namen

Fußball: Joel Matip hk hm Quelle: reuters


Stattdessen tauchen Namen wie Joel Matip (18), Christoph Moritz (19), Jan Moravek (20), Lukas Schmitz (21) und Carlos Zambrano (20) auf dem Spielberichtsbogen auf. Und die bestätigen mit konstant guten Leistungen das Vertrauen des Trainers. Als letzter schaffte Matip den Sprung aus der Regionalliga ins Profi-Team, gab ausgerechnet gegen die großen Bayern sein Debüt. "Weil er", wie Magath anschließend sagte, "sich im Training angeboten und auch aufgedrängt hatte."

Der Einstand war glänzend, Matip überzeugte im defensiven Mittelfeld und erzielte zur Krönung auch noch ein Tor - den wichtigen Ausgleichtreffer zum 1:1-Endstand in der Münchner Arena. "Ich habe versucht, das Beste daraus zu machen", sagte Matip nach dem Spiel. Beteiligt war auch noch ein anderer der jungen Garde: "Der Lukas Schmitz bringt den Freistoß gut rein, und ich komme gut an den Ball. Dann war ich nur noch glücklich."

Magaths Gespür für Talente


Matip teilt sein Glück mit Schmitz und Moritz, denen es ähnlich erging wie dem 18-jährigen Gymnasiasten. Kurz vor den jeweiligen Spielen von Magath gefragt, ob sie es sich zutrauen würden zu spielen, hatten sie mit "ja" geantwortet - und sich dann ins Team gespielt. Frei nach dem Motto: Chance bekommen, Chance genutzt.

"Ich glaube, dass der Trainer ein besonderes Gespür für junge Talente hat. Dadurch, dass er in der Mannschaft alle gleich behandelt, gibt er uns jungen Spielern das Gefühl, dazuzugehören", sagt Moritz. "Zudem hat er den Mut, uns einzusetzen." Und auch Lukas Schmitz hat die besonderen Eigenschaften Magaths in seiner Probezeit kennen gelernt. "Mir war klar: Das ist meine Chance. Die will ich unbedingt nutzen. Zum Glück konnte ich den Trainer überzeugen", sagt Schmitz.

Erfolg durch harte Arbeit

Magath gibt dem Nachwuchs "das Gefühl, Fehler machen zu dürfen, wenn wir uns zu 100 Prozent reinhängen", sagt Schmitz, der von Beginn an eine große Wertschätzung durch Magath gespürt hat. Die gibt es allerdings nur dann, wenn die Jungs auch ordentlich mitziehen. "Die jungen Spieler machen Fehler, und sie müssen hart arbeiten, dass sie diese abstellen. Das versuchen wir täglich intensiv im Training", sagt der Coach.

Offensichtlich mit großem Erfolg. Denn der FC Schalke 04 steht aktuell auf Rang drei der Tabelle, nur drei Punkte hinter Spitzenreiter Leverkusen. Das hätte den "Knappen" vor der Saison niemand zugetraut. Großen Anteil daran haben die Jungen Wilden - und wie es aussieht, ist die Erfolgsgeschichte von Joel Matip, Lukas Schmitz und Christoph Moritz noch lange nicht vorbei.

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