Die Renaissance des Torjägers Kuranyi

Der Stürmer will mit den Knappen den Coup landen

In der Bundesliga mit Schalke auf der Überholspur, im DFB-Team auf dem Abstellgleis: Torjäger Kevin Kuranyi spricht als Studiogast im "aktuellen sportstudio" über seine Titel-Hoffnungen und seinen vielleicht noch nicht ausgeträumten WM-Traum.

Kevin Kuranyi
Kevin Kuranyi Quelle: dpa

Als Kevin Kuranyi beim WM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Russland im Oktober 2008 in der Halbzeitpause das Stadion verließ und auch nicht mehr ins Mannschaftshotel zurückkehrte, schoss sich der Stürmer selbst ins Abseits. Unter seiner Ägide werde Kuranyi nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen, erklärte daraufhin Bundestrainer Joachim Löw.


Damit wird der 28-Jährige die WM in Südafrika ebenso vor dem Fernseher verfolgen müssen, wie schon die Weltmeisterschaft 2006. Damals hatte Jürgen Klinsmann auf die Dienste des Stürmers verzichtet - für Kuranyi kam diese Entscheidung völlig überraschend: "Damit habe ich nie und nimmer gerechnet", erklärte der Torjäger konsterniert. 2007 holte ihn Klinsmanns Nachfolger Löw wieder zurück ins Team, ehe sich Kuranyi mit seinem unerlaubten Ausflug im Herbst 2008 die nächste WM-Chance nahm.

Mit 15 nach Deutschland

Während die Karriere des gebürtigen Brasilianers Kuranyi im DFB-Team nicht gerade von Erfolg gekrönt war, zählt Kuranyi in der Bundesliga seit Jahren zu den besten Torjägern. Als 15-Jähriger wurde er von seinem Vater nach Deutschland geschickt, um Fußball zu spielen und die Sprache zu lernen.

Kuranyi fand beim VfB Stuttgart seine neue Heimat. Zuvor hatte er in seiner Heimat bereits in verschiedenen Vereinen gekickt und seinen ausgeprägten Torriecher bewiesen. Auch beim VfB spielte sich Kuranyi schnell nach oben. Unter Trainer Felix Magath feierte der damals 19-Jährige zu Beginn der Saison 2001/02 sein Liga-Debüt. In seiner zweiten Saison schoss der Shootingstar 15 Tore und traf auch in der U21 regelmäßig. Teamchef Rudi Völler holte Kuranyi daraufhin 2003 ins A-Team und ließ ihn auch bei der EM in Portugal spielen.

Krisenjahre überwunden

Es folgten zwei schwierige Jahre für Kuranyi, der mit seinem Wechsel zu Schalke im Sommer 2005 zwar den nächsten Karriereschritt machte, doch ein über ein Jahr anhaltendes Leistungstief brachte den Spieler nicht nur im Verein in die Kritik, auch in der Nationalmannschaft fand er 2006 keine Berücksichtigung mehr. In der bishlang schwierigsten Phase seiner Karriere bewies Kuranyi Biss, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen. "Ich gebe nicht auf und lasse mich nicht kaputt machen", erklärte er. Kuranyi, der neben einer erstklassigen Technik am Ball sehr kopfball- und zweikampfstark ist, ein Spiel lesen kann und trickreich ist, kämpfte sich zurück.

2007 traf der Schalker wieder und besorgte im Verein wie auch in der Nationalmannschaft die wichtigen Tore. Die Krise hatte den Familienvater nur noch stärker und bei den Knappen endgültig zum Führungsspieler gemacht. Trainer Magath, der Kuranyi schon in Stuttgart gefördert hatte, scheint nun auch auf Schalke das Beste aus dem Stürmer herauszuholen. Trifft Kuranyi weiter so munter, sind die Knappen im Kampf um die Meisterschaft vielleicht doch noch die lachenden Dritten vor den Bayern und Leverkusen. "Wir werden bis zum Schluss alles geben", verspricht Kuranyi den leidgeprüften Schalker Fans.

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