Dortmunder Erfolg und Leverkusener Nervenflattern

BVB so gut wie Meister - Bayer bleibt "Vizekusen"

Die Sonntagsfrage nach dem neuen deutschen Meister ist beantwortet. Glückwunsch nach Dortmund. Genau genommen hatte der 30. Bundesligaspieltag zwei Sieger. Neben dem BVB muss man auch Jupp Heynckes dazu zählen.

Das Bayer-Syndrom

Die von ihm betreuten Leverkusener haben als Tabellenzweite immer noch sechs Punkte Vorsprung auf Platz drei, den sein zukünftiger Arbeitgeber, Bayern München, nun von Hannover übernommen hat. Gleich zwei Mannschaften in die Champions League bzw. Champions-League-Qualifikation zu führen ist die ganz große Kunst. Selbstverständlich hat Jupp Heynckes alles dafür getan, dass sein noch aktuelles Team in München vernünftig auftritt.
Er konnte sich aber nahezu sicher sein, dass Bayer 04 in entscheidenden Situationen einbricht. Wie all die Jahre zuvor. Erst haben sie einen zweistelligen Punkterückstand auf fünf Zähler reduziert, hätten mit einem Sieg bei den Bayern Dortmund gehörig unter Druck setzen können und werden mit 1:5 vom Platz gefegt.

Warum scheitern schon Generationen von Leverkusener Profis im letzten Moment? Einer Frage, die auch Psychologen überfordert, denn es sind viele verschiedene Personen betroffen, die nur das Bayerkreuz auf dem Trikot als Gemeinsamkeit hatten oder haben.

BVB - ein Team mit Zukunft

In der nächsten Saison wird sich Jupp Heynckes wieder mit Dortmund duellieren und da wird es der kommende Meister schwerer haben - gegen wieder erstarkte Bayern. Doch der BVB hat das Zeug dazu, eine neue Ära in der Liga einzuleiten.

Dortmunder Erfolgskonzept

Die einzigen deutschen Meister in den letzten Jahren, die nicht München hießen, waren Stuttgart und Wolfsburg - zwei Mannschaften, die um den Klassenverbleib kämpfen. Dortmund wird mit dieser Mannschaft dauerhaft um den Titel mitspielen. Die Frage vor jeder Saison, wer denn die Bayern gefährden könne, muss in Zukunft um einen weiteren Namen ergänzt werden.
Natürlich wecken die Erfolge Begehrlichkeiten. Nuri Sahins Weggang zu Real Madrid scheint wahrscheinlich, aber mit dem Nürnberger Ilkay Gündogan könnte einer, der genau in das Raster passt, die Lücke ausfüllen. Geld aus der Champions League könnte Dortmund später in die Lage versetzen die Mannschaft zusammenzuhalten.

Borussia Dortmunds Erfolg wird nachhaltig sein und sollte als Anregung für neue Konzepte beispielhaft dienen. Nach dem Motto: Erst kommt eine gute Idee und dann das Geld.

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