Ein Freund, ein guter Freund

Severin Freund ist auf dem Weg, ein Überflieger zu werden

Jeder sollte einen guten Freund haben. Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster hat einen besonders guten in seiner Mannschaft: Severin Freund, derzeit der bestplatzierte deutsche Springer im Weltcup.

Severin Freunds Weg zum Aushängeschild des deutschen Skisprung-Teams war lang und mit harter Arbeit verbunden. 1993 hatte er als Fünfjähriger in der Nordischen Kombination begonnen. Aber schon 1995 verließ er die Loipe und wollte fortan nur noch Springen.

Erste Erfolge


Erste regionale und nationale Erfolge erzielte der Waldkirchener, als er 2000 bayerischer Meister in der Schülerklasse und 2002 Gesamtsieger beim Deutschlandpokal wurde. Es folgte die Berufung in die Jugendnationalmannschaft, den C-Kader der deutschen Skispringer.


In den Jahren darauf startete Freund immer wieder bei nationalen und internationalen Wettkämpfen. Die größeren Erfolge blieben zunächst allerdings auf die Heimat-Events beschränkt. Dennoch reichte es, um 2007 ins deutsche Weltcup-Team berufen zu werden und im Dezember des selben Jahres beim Springen in Engelberg/Schweiz zu debütieren.

Student und Spitzensportler

Severin Freund startete aber auch weiterhin im Jugendbereich und nahm am Continental Cup teil. 2008 gewann er dann seinen ersten bedeutenden internationalen Titel. Mit der Mannschaft wurde der damals 19-Jährige Juniorenweltmeister im polnischen Zakopane. Im selben Jahr begann er neben dem Skispringen ein Bachelor-Studium im Fach International Management an der Hochschule Ansbach - ein Studiengang, der eigens für Spitzensportler entwickelt wurde.

Bis 2010 schwankte "Sevi", wie er von seinen Teamkollegen genannt wird, zwischen dem A- und B-Kader der deutschen Skispringer. Seit Beginn der aktuellen Saison ist Freund aufgrund seiner steigenden Leistungen fester Bestandteil im Weltcup-Kader von Bundestrainer Werner Schuster.

Ein stetiger Kampf nach oben


Der endgültige Sprung in den Weltcup-Zirkus war keine Selbstverständlichkeit. Der 22-Jährige ist keiner, dem alles zugeflogen ist. Freund hat schon immer hart für seinen Sport gearbeitet. "Er ist einer, der sich langsam und stetig nach oben kämpft, Stufe für Stufe. Er ist keiner, der wie eine Bombe da rein platzt", sagte Schuster unlängst über seinen Schützling.

Auch wenn er nicht wie aus dem Nichts gekommen war, 2011 lief für Freund bisher überaus erfolgreich. Seinen ersten Weltcupsieg feierte er im Januar im japanischen Sapporo und bestätigte seine Leistung mit Platz zwei am zweiten Wettkampftag. Es folgten ein dritter Rang in Zakopane, ein zweiter mit dem Team in Willingen Ende Januar, sowie sein zweiter Weltcupsieg, ebenfalls in Willingen.

Erfolgreich, aber bescheiden


Dass das alles keine Eintagsfliegen waren, bewies der hoffnungsvolle Skisprung-Youngster in Oberstdorf: Platz vier im Einzelspringen, Platz drei mit der Mannschaft. Trotzdem ist der Überflieger auf dem Boden geblieben. "Ich bin nicht der im Team, der im Vordergrund steht. Ich bin ja erst 22, da sind Leute dabei, die schon deutlich mehr erreicht haben, die viel erfolgreicher waren", sagte Freund bescheiden über seine neue Rolle als Aushängeschild des Teams.


Bundestrainer Schuster beschreibt ihn als zielgerichtet, selbstbewusst, leistungsstark, athletisch. Alles Attribute, die einen guten Skispringer ausmachen können. "Severin weiß über die Zusammenhänge des Skispringens Bescheid. Er hat viel Substanz und Konstanz, hat auch kaum einen richtig schlechten Sprung gemacht in diesem Winter, springt immer auf einem ordentlichen Niveau", so Schuster.

Lobende Worte vom Bundestrainer, die die Aussichten für Severin Freund rosig erscheinen lassen. Am Samstag ist der Jung-Adler zu Gast bei Michael Steinbrecher im "aktuellen sportstudio".

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