"Ein Führungsspieler, den wir brauchen"

Nach Bandscheiben-OP ist Arne Friedrich auf dem Weg nach oben

Abstieg mit Hertha BSC, klasse WM in Südafrika mit der DFB-Elf, Vereinswechsel zum VfL Wolfsburg, Bandscheiben-Operation und dreimonatige Sportpause. Das vergangene Jahr des Arne Friedrich hatte viele Höhen und Tiefen.

Dabei beginnt seine Karriere durchweg erfolgreich, auch wenn Friedrich erst mit 21 Jahren Profi wird. 2000 wechselt er vom Regionalligisten SC Verl zum Zweitligisten Arminia Bielefeld, wo er sich gleich gut in das Team einfügt. In seiner ersten Saison in der Zweiten Liga kommt er auf 25 Einsätze und einen Treffer. Im gleichen Jahr debütiert Friedrich im DFB-Trikot im Spiel der U21-Auswahl gegen Dänemark.

Furioser Aufstieg

Seine konstant gute Leistung auch in der zweiten Spielzeit bei Bielefeld zieht bald die Aufmerksamkeit von Bundesligavereinen auf sich. 2002 wechselt der Verteidiger in die Bundesliga zu Hertha BSC, wo er sich wie schon in Bielefeld problemlos in die Mannschaft spielt. Sein Mentor, der damalige Manager der Berliner, Dieter Hoeneß, ist von Friedrichs Qualitäten überzeugt. "Arne hat das Zeug, schnell für Furore zu sorgen", sagt Hoeneß kurz nach dem Wechsel des damals 23-Jährigen zur Hertha.

Für Furore sorgt dann Friedrichs erster Einsatz in der A-Nationalmannschaft: Mit gerade mal zwei Bundesligaspielen auf dem Buckel feiert er seinen Einstand im Länderspiel gegen Bulgarien. Damit setzt sich der Neu-Nationalspieler vor so namhafte Weltklasse-Kickern wie Overath oder Beckenbauer, die vor ihrem ersten Einsatz in der A-Nationalmannschaft bereits fünf bzw. sechs Bundesligaspiele absolviert haben.

Schlaksig, aber erfolgreich


Friedrich avanciert schnell zum Stammspieler in der DFB-Elf. Er wirkt zwar mit seinen 1,86 Meter und 82 Kilogramm ein wenig schlaksig, seiner Spielweise merkt man das aber nicht an. Der Defensiv-Spezialist hat seine Stärken im Kopfball- und Stellungsspiel sowie in der Schnelligkeit. Dadurch kommt er ohne viele Fouls im Spiel aus.

Den Höhepunkt seiner Karriere erlebt der Abwehrrecke bei der WM 2010 in Südafrika. Gerade erst mit Hertha abgestiegen, habe die Teilnahme an der Endrunde wie mentales Doping gewirkt, meint Friedrich. Weltklasse-Stürmer wie Wayne Rooney (England), Diego Forlan (Uruguay) oder Weltfußballer Lionel Messi (Argentinien) beißen sich an ihm die Zähne aus. Seine hervorragende Leistung krönt Friedrich mit seinem ersten Nationalmannschaftstor im Viertelfinale gegen Argentinien.

Lorbeerblatt und Bandscheibenvorfall


Nach der WM werden der mittlerweile 31-Jährige Innenverteidiger und das DFB-Team mit der höchsten Auszeichnung im Bereich des Sports, dem Silbernen Lorbeerblatt, ausgezeichnet. Zudem holt ihn Dieter Hoeneß als sein Mentor aus Berliner Tagen und inzwischen Manager von VfL Wolfsburg nach Niedersachsen. "Arnes Ausstrahlung ist enorm. Er ist von Haus aus ein Führungsspieler, den wir brauchen", sagt Hoeneß, der auf seinen früheren Berliner Lieblingsprofi schwört.

Dann aber der Rückschlag: Im August 2010 muss sich Friedrich einer Bandscheiben-Operation unterziehen. Drei Monate kein Sport, sechs Wochen nur liegen. Doch er lässt sich nicht unterkriegen. Der Neu-Wolfsburger will sich in die Stammelf sowohl im Verein als auch im DFB-Team zurückarbeiten.

Comeback gegen Bayern

Im Dezember nimmt Friedrich wieder das Training auf und hat seinen ersten Kurzeinsatz im Wolfsburger Trikot im DFB-Pokal gegen Energie Cottbus. Sechs Minuten vor Ende der Partie wird er eingewechselt. Wieder genesen und fit tritt Arne Friedrich im ersten Bundesligaspiel nach der Winterpause über die vollen 90 Minuten gegen den FC Bayern (1:1) an - und nach der Partie gegen Mainz 05 am Samstag hoffentlich ebenso fit im "aktuellen sportstudio" im Gespräch mit Moderator Michael Steinbrecher.

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