Ein Trainer auf Bewährung

Mirko Slomka zu Gast im "aktuellen sportstudio"

Der Trainerstuhl von Mirko Slomka wackelte nach dem Erstrunden-Aus im DFB-Pokal von Hannover 96 schon gehörig. Doch ein Sieg zum Bundesliga-Auftakt und das anstehende Spiel gegen Slomkas Ex-Klub Schalke könnten seine Position kräftig stabilisieren.

Mirko Slomka
Mirko Slomka Quelle: imago

Die Erstrundenpleite gegen den Regionalligisten SV Elversberg hatte vor Saisonbeginn für einen rauen Wind beim Beinahe-Absteiger der vergangenen Runde gesorgt. Präsident Martin Kind rüffelte Mannschaft und Funktionäre rüde in aller Öffentlichkeit, Trainer und Sportdirektor mussten zum Rapport hinter verschlossenen Türen antreten.

Misstrauen und Verwunderung

Doch nach dem Auftaktsieg gegen Eintracht Frankfurt kehrte zumindest vorübergehend Ruhe bei den Hannoveranern ein, Slomka konnte kurz durchatmen "nach diesen turbulenten Tagen, da der Druck schon massiv war", so Slomka. Aber der Fußball-Lehrer bleibt in Hannover ein Trainer auf Bewährung.


Denn Slomka ist seit seinem Amtsantritt bei den Roten nicht unumstritten. So soll es athmosphärische Störungen mit einigen Spielern gegeben haben, Hanno Balitsch verließ sogar den Verein in Richtung Leverkusen - angeblich wegen Slomka. Und auch mit Sportdirektor Jörg Schmadtke soll Slomka zerstritten sein, auch wenn dieser das im sport.zdf.de-Interviewdementiert. Der Trubel um seine Person jedenfalls überrascht Slomka ein wenig: "Dass es jetzt so viel Misstrauen mir gegenüber gibt, wundert mich ein bisschen."

Rückkehr nach Schalke

Auch der kommende Gegner dürfte Slomka nicht gerade zu Freudensprüngen animieren. Erstmals seit seinem Rauswurf im Jahre 2008 kehrt Slomka in die Arena auf Schalke zurück, wo die Gastgeber bereits ebenfalls mächtig unter Druck stehen. Gerade deswegen und vielleicht auch ein wenig aus Selbstschutz gibt sich Slomka selbstbewusst vor dem Spiel gegen seinen Ex-Verein, teilt verbale Spitzen aus und stichelt gegen Felix Magath und die Königsblauen.

"Ich habe mich gewundert, dass Schalke als Vizemeister sich so stark verändert hat. Die größte Stärke war die Abwehr, und die haben sie fast komplett ausgetauscht. Schalke ist nicht so homogen wie letzte Saison, gewisse Abläufe stimmen noch nicht", sagte der 43-Jährige der "Bild"-Zeitung.

Anderer Klub - ähnliche Situation


Zudem ist Slomka auch nicht der Ärger um Magath und seine Umbaumaßnahmen auf und neben dem Rasen entgangen. Bei Schalke ist die Stimmung noch schlechter als bei seinem eigenen Verein. Und genau das will er für seine Zwecke gebrauchen. "Die Situation ist gerade relativ unruhig auf Schalke - durch die Fans und die Niederlage in Hamburg. Ich kenne das, dann ist es nicht angenehm, da zu arbeiten. Vielleicht haben wir die Chance, das auszunutzen. Wenn wir ein gutes Spiel machen, können wir die Unruhe erhöhen. Dann ist die Stimmung im Stadion vielleicht so, dass es uns zuträglich ist."

Denn das Schalker Umfeld kennt Slomka aus seinen zahlreichen Pflichtspielen auf der Bank der Königsblauen. Mit 146 Zählern in 79 Partien holte Slomka dort nach Huub Stevens und Ivica Horvath die drittmeisten Punkte aller Trainer. Davon ist er bei Hannover zwar noch weit entfernt, doch sein Konto bei 96 könnte er am Samstag auf jeden Fall erhöhen. Ob es ihm gelungen ist, erzählzt er ab 22.45 Uhr im "aktuellen sportstudio".

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