Eine (fast) perfekte Bilanz

Joachim Löw und die Mission EM-Titel

Er ist ein Querdenker. Ein Reformer. Joachim Löw hat Kritikern zum Trotz an seiner Linie festgehalten und den Umbruch in der DFB-Elf mit Erfolg gemeistert. Das Ergebnis: eine perfekte EM-Qualifikation mit attraktivem Fußball. Was fehlt? Ein Titel!

Bundestrainer Joachim Löw
Bundestrainer Joachim Löw Quelle: dpa

Das ist noch keiner deutschen Nationalmannschaft gelungen: zehn Siege aus zehn Qualifikations-Spielen. Der Weg zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine war phasenweise ein Schaulaufen des DFB-Teams. So spielerisch dominant wirkte die junge Mannschaft auf dem Feld. Der Gegner war oft nur staunender Zuschauer.

Ein gutes Jahr für Löw

Was sich 2010 schon während der Weltmeisterschaft abzeichnete, nahm 2011 immer mehr Kontur an. Die sechs Pflichtspiele in der EM-Qualifikation wurden souverän gewonnen. Durch die Erfolge in seiner Zeit als Bundestrainer ist Löw der Coach mit dem besten Punkteschnitt in der DFB-Historie.

Dass es bei den sieben Testspielen "nur" drei Siege, drei Unentschieden und eine Niederlage gab, war da zu verschmerzen. Zumal die Tests gegen Brasilien und die Niederlande gewonnen wurden. Prestigeträchtige Siege, die man nicht über den Kampf, sondern fußballerisch schön und technisch anspruchsvoll erspielte.

Taktik-Experiment

Dem nicht ganz geglückten Taktik-Experiment beim 3:3 gegen die Ukraine gewann Löw Positives ab: "Vor eineinhalb, zwei Jahren hätte die Mannschaft einen Zwei-Tore-Rückstand noch nicht so einfach weggesteckt. Aber durch die vielen Siege hat sie das Selbstbewusstsein, auch schier Unmögliches möglich zu machen."

Mario Götze (l, Deutschland) und Yevhen Konoplyanka (Ukraine)
Fußball, Länderspiel, Ukraine-Deutschland Quelle: dpa


Junge Spieler wie Toni Kroos, Mats Hummels oder Mario Götze entwickeln sich prächtig, übernehmen schon Verantwortung. In Kombination mit erfahrenen Mannschaftskollegen wie Philipp Lahm oder Miroslav Klose hat Löw ein schlagkräftiges Team zusammengestellt, das sich jeder Herausforderung stellen kann und will. Auch der Mission EM-Titel.

Keine Überschätzung

v. li.: Lukas Podolski, Joachim Löw, Thomas Müller und Per Mertesacker präsentieren das neue Trikot
Das neue weiße DFB-Trikot für die EM 2012 Quelle: reuters


Allerdings mahnt der Bundestrainer davor, zu glauben, die EM werde ein Spaziergang. "Weder in der Vorrunde, noch danach wird es leichte Spiele geben. Du musst dich auf alle 15 Mannschaften umfassend vorbereiten", erklärt Löw. Die Entwicklung der DFB-Elf sei noch lange nicht zu Ende: "Wir müssen fußballerisch noch besser werden. Nur dann können wir die Spanier oder andere Top-Teams schlagen."


Besser werden müsse dabei das Defensivspiel, vor allem "das schnelle Umschalten nach Ballverlusten". Trotzdem kann der DFB-Coach zufrieden sein. Seine Mannschaft ist bestens vorbereitet. Die Spieler harmonieren nahezu perfekt auf dem Spielfeld.

Nur noch ein Testspiel

Das Team hat die Grundausrichtung verinnerlicht. Und Löw hat nun gut sechs Monate für den Feinschliff am deutschen Spiel. Aber bis zur Nominierung des vorläufigen EM-Aufgebots gibt es nur noch ein Länderspiel: am 29. Februar gegen Frankreich. Vom 11. Mai an dann geht es in den arbeitsintensiven Schlussspurt zur EM 2012.

Am Samstag ist Joachim Löw von 23 Uhr an zu Gast im "aktuellen sportstudio". Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Moderator Michael Steinbrecher steht die Gruppen-Auslosung für die Europameisterschaft.

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