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Deutschland auf Kurs Viertelfinale

Eishockey-WM - Vorrunde

Mit vier Siegen aus vier Spielen ist der Nationalmannschaft die Viertelfinalteilnahme bei der Weltmeisterschaft nur noch theoretisch zu nehmen. Die starke Abwehr ist der Schlüssel zum Erfolg.

Jubel bei der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft
Jubel bei der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft

Bei Eishockey-Länderspielen gibt es eine besondere Regel: Anders als beim Fußball wird nur die Nationalhymne des Siegers gespielt. Der Verlierer steht daneben und muss zuschauen. Vier Spiele absolvierte die deutsche Nationalmannschaft bislang beim Turnier im slowakischen Kosice. Viermal schallte danach "Einigkeit und Recht und Freiheit" durch die Steel Arena. Während die deutschen Spieler Mittwochabend um kurz nach halb elf Arm in Arm standen und mit einem breiten Grinsen "ihre" Hymne sangen, machte sich auf der Gegenseite Fassungslosigkeit breit. 

2:1 führten die starken Slowaken bis kurz vor dem Ende gegen Deutschland. Bundestrainer Toni Söderholm musste aufs Ganze gehen, nahm den Torhüter vom Eis. Und tatsächlich: Markus Eisenschmidt hämmerte den Puck in der vorletzten Minute zum Ausgleich ins Netz. Kurz darauf folgte Leon Draisaitls Auftritt. Der Star der Edmonton Oilers zog 27 Sekunden vor Schluss, lässig auf dem Mundschutz kauend, ins Drittel der Gastgeber ein - sein ansatzloser Handgelenkschuss schlug unhaltbar im kurzen Eck zum 3:2 ein.

So erfolgreich wie zuletzt 1930

"Das war eine große Schlacht", befand Kapitän Moritz Müller (Kölner Haie) nach dem Spiel. Mit zwölf Punkten belegt Deutschland Platz eins in der Gruppe A. Vor Kanada, vor den USA, vor Finnland. Das Viertelfinale ist so gut wie sicher. Als ein deutsches Team letztmalig vier Erfolge zum Auftakt einer Weltmeisterschaft vorweisen konnte, wurde noch auf Natureis gespielt - 1930 in Chamonix erreichte das damalige "Deutsche Reich" gar das Finale.

Bis dahin ist es für die Mannschaft um NHL-Superstar Draisaitl zugegeben noch ein ziemlich weiter Weg, doch die aktuelle Leistung ist beeindruckend: Fünf Gegentore nur kassierte das DEB-Team um Torhüter Mathias Niederberger (Düsseldorfer EG), der bei drei der vier Partien im Tor stand. Vor allem steigerte sich die Auswahl von Spiel zu Spiel. Auf den mühsamen Auftaktsieg gegen Aufsteiger Großbritannien (3:1) folgte ein verdienter Erfolg gegen Dänemark (2:1). Gegen Frankreich (4:1) dominierte das Söderholm-Team die Partie - und gegen starke Slowaken bewies es eine unglaubliche Widerstandskraft.

Abwehr zwingt Gegner zu schlechten Schüssen

"Ich kann unsere Jungs für den Fight nur loben", sagte Trainer Söderholm nach der letzten Partie gegen die Gastgeber. "Das war eine tolle Moral der Mannschaft." Stichwort Moral - da tun sich durchaus Parallelen zum olympischen Eishockeyturnier 2018 auf: Auch in Pyeongchang, als die Silbermedaille gewonnen wurde, kämpfte das deutsche Team bis zum Umfallen.  

Die starke Abwehr, vor dem Turnier noch als Achillesferse des Teams ausgemacht, erinnert ebenfalls an 2018. Statistisch haben die deutschen Gegner zwar viele Schüsse, werden jedoch in schlechte Schusspositionen abgedrängt. Eine Qualität, genau wie das Offensivspiel: Spielerisch dominierte die DEB-Auswahl die Partien gegen Großbritannien, Dänemark und Frankreich über weite Strecken, spielte sich, angeführt von den NHL-Stürmern Draisaitl und Dominik Kahun (Chicago) viele gute Tormöglichkeiten heraus. Und selbst gegen die dank sieben NHL-Spielern überlegenen Slowaken gab es einige gute Chancen.

In den letzten drei Spielen warten nun die größten Brocken der Gruppenphase auf das deutsche Team. Samstag (16.15 Uhr) geht’s gegen die USA, Sonntag (16.15 Uhr) gegen  Kanada. Am Dienstag (12.15 Uhr) ist das letzte Gruppenspiel gegen Finnland. Aufgaben, die dank des Traumstarts ganz entspannt angegangen werden können. Textsicher in Sachen Nationalhymne dürfte das DEB-Team ja inzwischen ebenfalls sein.

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