Werder weiter sieglos - Kein Sieger in Leverkusen

Bundesliga: Der 8. Spieltag

Werder Bremen wartet in der Bundesliga weiter auf den ersten Saisonsieg. Zum Abschluss des 8. Spieltages unterlagen die Norddeutschen gegen Borussia Mönchengladbach mit 0:2 (0:2). Im ersten Sonnatgsspiel trennten sich Bayer Leverkusen und der VfL Wolfsburg mit 2:2. (1:1).

Bremens Thomas Delaney kämpft gegen Gladbachs Denis Zakaria (l) um den Ball
Bremens Thomas Delaney kämpft gegen Gladbachs Denis Zakaria (l) um den Ball Quelle: dpa

Bei Werder Bremen wird die Luft für Trainer Alexander Nouri immer dünner: Nach einer besonders in der ersten Halbzeit desolaten Leistung verloren die Hanseaten gegen Borussia Mönchengladbach mit 0:2 (0:2) und nehmen weiterhin sieglos den direkten Abstiegsplatz 17 ein. Das Kellerduell am Sonntag beim ebenfalls noch sieglosen Schlusslicht 1. FC Köln könnte für Nouri bereits zum Endspiel werden.

Die in allen Belangen überlegenen Gäste hingegen machten dank ihres ersten Auswärtssiegs seit April einen Sprung von Rang neun auf fünf der Tabelle. Kapitän Lars Stindl brachte die Gladbacher in der 27. Minute mit einem Schuss aus spitzem Winkel in Führung. Nur sieben Minuten später köpfte Abwehrchef Jannik Vestergaard gegen seine ehemaligen Teamkollegen ein.

Wölfe gleichen zweimal aus

Ungeschlagen, aber auch immer noch sieglos: Der VfL Wolfsburg wird unter dem neuen Trainer Martin Schmidt zum Remis-Meister der Bundesliga. Im vierten Spiel unter dem Schweizer spielten die Wolfsburger durch das 2:2 (1:1) bei Bayer Leverkusen zum vierten Mal unentschieden. Damit erzielten sie wie zuvor beim 2:2 in München einen Achtungserfolg, kommen als 14. im Tabellenkeller aber auch nicht richtig vom Fleck.

Auch Bayer, das nach zwei klaren Heimsiegen gegen Freiburg (4:0) und Hamburg (3:0) erstmals zu Hause wieder Punkte abgab, sucht weiter vergeblich den Anschluss an die oberen Tabellenplätze und ist nur Zwölfter. Dabei hatten Kapitän Lars Bender (29. Minute) und 19-Millionen-Zugang Lucas Alario (61.) Leverkusen zweimal in Führung gebracht. Wolfsburg glich durch Divock Origi (44.) und Jakub Blaszczykowski (69.) aber zweimal aus.

Bayern feiern Heynckes

Am Samstag feierte Jupp Heynckes eine triumphale Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne. Der 72-Jährige führte Bayern München bei seinem Comeback auf der Trainerbank 1596 Tage nach seinem Abschied beim DFB-Pokalfinale gegen Stuttgart (3:2) zu einem verdienten 5:0 (2:0) gegen Freiburg. Ein Eigentor von Freiburgs Kapitän Julian Schuster (8.) und der erste Saisontreffer von Kingsley Coman (42.) sorgten in der ersten Hälfte für eine beruhigende Führung. Thiago (63.), Robert Lewandowski (75.), der zum neunten Mal traf, und Joshua Kimmich (90.+3) erledigten den Rest.

Die Bayern verloren jedoch den Defensivspezialisten Javi Martinez, der nach einem Zusammenprall mit Florian Niederlechner mit einer Verletzung an der rechten Schulter ausgewechselt werden musste. Heynckes wurde vor seinem 1012. Bundesliga-Spiel von 75.000 Fans schon bei der Verlesung der Mannschaftsaufstellungen frenetisch gefeiert. Es gab "Jupp"-Sprechchöre und vereinzelte Plakate zu Ehren des Mannes, der die Münchner 2013 zum einzigen Triple der Klubgeschichte geführt hatte - und danach vorübergehend in Rente gegangen war.

Hoffenheim muss sich mit Remis begnügen

1899 Hoffenheim und ihr Trainer Julian Nagelsmann sind vor der nächsten Europa-League-Woche in der Liga dagegen etwas außer Tritt geraten. Die Kraichgauer kamen nicht über ein 2:2 (0:0) gegen den FC Augsburg hinaus. Für die TSG-Führung sorgte Verteidiger Benjamin Hübner mit einem Kopfballtor (52.). Der frühere Hoffenheimer Michael Gregoritsch erzielte in der 75. Minute den etwas überraschenden Ausgleich, ehe Mark Uth (85.) für die Gastgeber traf. TSG-Kapitän Kevin Vogt mit einem Eigentor in der 89. Minute besiegelte dann das Remis.

Die Hoffenheimer blieben im 22. Spiel hintereinander in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena ungeschlagen, nach Niederlagen bei Ludogorez Rasgrad und beim SC Freiburg war es gleichwohl der nächste kleinere Rückschlag. Auf europäischer Bühne steht die dort sieglose Mannschaft nun am Donnerstag gegen Istanbul Basaksehir unter Druck. Nach einer unruhigen Länderspielwoche mit vielen Debatten um Nagelsmanns mögliche Zukunft beim FC Bayern München betonte der 30-Jährige vor dem Anpfiff noch einmal: "Ich brenne für den Erfolg und für die Mannschaft. Und die Mannschaft brennt für das Trainerteam. Alles andere ist ein Thema für die Medien, aber weniger für Julian Nagelsmann."

Schalke nutzt Berliner Fehler

Schalke
Schalke feiert Auswärtssieg Quelle: imago

Mit eiskalter Fehlerverwertung beendete der FC Schalke 04 seine Mini-Krise und fügte Hertha BSC die erste Heimniederlage dieser Saison zu. Nach drei sieglosen Spielen setzte sich der Revierklub nach mehr als einer Halbzeit in Überzahl verdient mit 2:0 (0:0) durch und schob sich vorerst auf einen Europapokalplatz. Die Berliner leiteten mit eigenen Aussetzern den Schalker Erfolg selbst ein. Per Foulelfmeter erzielte Leon Goretzka in der 54. Minute die Führung. Guido Burgstaller nutzte einen Patzer von Karim Rekik für die Entscheidung (78.). Und Herthas Genki Haraguchi schwächte sein Team zuvor mit einer unnötigen Roten Karte (44.).

Vor dem Anpfiff zeigte das Hertha-Team eine bemerkenswerte Aktion, schloss sich kollektiv dem Protest US-amerikanischer Sportler gegen Diskriminierung an. Die elf Profis auf dem Platz, die Ersatzspieler, das Trainerteam um Pal Dardai und auch Geschäftsführer Michael Preetz knieten, viele hakten einander an den Armen unter.

HSV trifft wieder - und verliert trotzdem

Der Hamburger SV konnte beim 2:3 (1:1) beim FSV Mainz 05 seine Negativserie derweil nicht stoppen, beendete aber zumindest seine Torflaute. Vor 30.371 Zuschauern erzielten Alexandru Maxim (3.), Stefan Bell (52.) und Danny Latza die Treffer für die Gastgeber. Nach zuvor fünf torlosen Partien gelang Souza Silva Walace (9.) wieder ein Tor für die Hanseaten, die auch noch einen zweiten Treffer nach Videobeweis schießen konnten: Schiedsrichter Felix Brych ahndete nachträglich ein Foul im Mainzer Strafraum. Den Elfmeter verwandelte Sejad Salihovic (90.).

Die Gastgeber befreiten sich mit dem Sieg erstmal aus dem Tabellenkeller, in dem der HSV feststeckt. Und der Erfolgsdruck wird für die Hanseaten größer, zumal in einer Woche Bayern München an der Elbe zu Gast sein wird.

Frankfurt beendet Hannovers Heimserie

Einen bitteren K.o. erlebte Hannover 96 beim 1:2 (1:1) gegen Eintracht Frankfurt. Rebic erzielte in der 90. Minute den Siegtreffer für die Gäste und besiegelte damit nicht nur die zweite Niederlage des Aufsteigers unter Trainer André Breitenreiter, sondern beendete auch die bislang makellose Heimspiel-Serie der Niedersachsen. Sebastien Haller (10.) für Frankfurt und Salif Sané (36.) schossen die weiteren Tore.

Vom ersten Gegentreffer im heimischen Stadion in dieser Saison erholten sich die Gastgeber nur schwer. Beim geordneten Spielaufbau hatten sie sichtlich Mühe. Die Eintracht war in der ersten halben Stunde die bessere Mannschaft, erst danach fanden die 96er besser ins Spiel. Kurz vor Spielende war Rebic jedoch zur Stelle und traf aus 20 Metern.

Leipzig siegt in Dortmund

Im Spitzenspiel am Samstagabend kassierte Tabellenführer Borussia Dortmund mit 2:3 (1:2) gegen RB Leipzig seine erste Saisonniederlage. Der BVB war durch Pierre-Emerick Aubameyang bereits nach sechs Minuten in Führung gegangen. Marcel Sabitzer glich aber vier Minuten später aus. Yussuf Poulsen brachte dann nach 25 Minuten die Gäste in Front, die nach dem Seitenwechsel sofort nachlegten. Jean-Kevin Augustin (49.) verwandelte einen Foulelfmeter. Bei der Aktion sah Dortmunds Kapitän Sokratis wegen einer Notbremse die Rote Karte. Nachdem Leipzigs Stefan Ilsanker wegen wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz musste (56.), war es erneut Aubameyang, der Dortmund per Elfmeter heranbrachte (64.).

Stuttgart schlägt Köln

Sieglos bleibt der 1. FC Köln. Die Rheinländer kassierten zum Auftakt des Spieltages durch ein Tor von Chadrac Akolo in der Nachspielzeit eine 1:2 (0:1)-Niederlage beim VfB Stuttgart. Mit nur einem Punkt liegt der FC, der durch Dominique Heintz (77.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich gekommen war, weiterhin auf Rang 18. Die Stuttgarter, für die zunächst Anastasios Donis (38.) getroffen hatte, belegen mit zehn Zählern den zehnten Platz.

Die Stuttgarter freuten sich vor 58.716 Zuschauern nach zuletzt drei sieglosen Spielen über einen kleinen Befreiungsschlag. Dank seines dritten Saisonsiegs kletterte der Aufsteiger vorerst ins gesicherte Mittelfeld der Tabelle. In der Schlussminute hatte es schon vor dem Stuttgarter Treffer mächtig Aufregung gegeben, weil Schiedsrichter Benjamin Cortus einen zunächst gegebenen Foulelfmeter für die Kölner nach Ansicht der Videobilder zurücknahm. "Der Schiedsrichter trifft eine Entscheidung, und es ist keine klare Fehlentscheidung", polterte FC-Geschäftsführer Jörg Schmadtke. VfB-Angreifer Simon Terodde sagte zu der heiß diskutierten Szene: "Das war für beide Mannschaften kein schönes Gefühl, minutenlang hier auf dem Platz zu stehen und nicht zu wissen, wie es weitergeht." Der 29-Jährige stellte fest: "Am Ende waren wir die etwas glücklichere Mannschaft."

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