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Adler treffen auf ihren Jäger

Fußball-Bundesliga | Werder eifert der Eintracht nach

Wenn Werder Bremen heute, 18.30 Uhr, auf Eintracht Frankfurt trifft, geht es um die Europapokal-Ambitionen zweier aufstrebender Vereine. Ein Trainer kündigt schon Mal ein Offensivspektakel an und sagt: "Es wird sich richtig lohnen, ins Stadion zu kommen."

Christian Kohfeldt (li.) und Adi Hütter
Christian Kohfeldt (li.) und Adi Hütter
Quelle: imago

Die Bitte nach einem Schluck Wasser war am Donnerstagmittag nur allzu verständlich. Minutenlang hatte Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz des SV Werder Bremen fast ohne Punkt und Komma geredet.

Gegner-Lob

Es ging um die Vorzüge des kommenden Gegners Eintracht Frankfurt, über die Entwicklung seit dem vergangenen Sommer und natürlich über die fantastischen Drei, die kongenialen Torgaranten Sébastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic. Der Trainer des SV Werder schien großen Gefallen haben, seine Wertschätzung auch öffentlich zu machen.

Seine Mannschaft wird das Spiel am Samstagabend mit aufgeklapptem Visier angehen. Der 36-Jährige kündigte ohne Umschweife ein Offensiv-Spektakel an. Sein Versprechen: "Es wird sich richtig lohnen, ins Stadion zu kommen. Es wird ein richtig gutes Spiel."

Großes Versprechen

Zwei ambitionierte Anwärter auf die Europapokalplätze wollen Zeugnis ihrer Weiterentwicklung ablegen; Bremen als Tabellenneunter (25 Punkte) ist im ausverkauften Weserstadion fast noch mehr gefordert als Frankfurt als Fünfter (30).

Als die Teams am zweiten Spieltag im Frankfurter Stadtwald aufeinandertrafen, war die Entwicklung speziell bei der Eintracht nicht mal in Ansätzen zu erahnen. Von drei Pflichtspielen hatten der Pokalsieger schon zwei in den Sand gesetzt - im Supercup gegen die Bayern (0:5) und im Pokal in Ulm (1:2) - und dann ging es auch gegen Werder (1:2) am 1. September nicht gut aus.

In der Nachspielzeit überwand der Bremer Milot Rashica den gerade verpflichteten Frankfurter Torhüter Kevin Trapp. Was hat sich seitdem bei der Eintracht getan? "Trikots und Spieler sind dieselben", sagt Kohfeldt - mehr aber auch nicht.

Wandlung zum Spitzenteam

Die Wandlung der Adlerträger zum Spitzenteam ist offensichtlich, und als Schlüsselerlebnis wertet Kollege Adi Hütter den 4:1-Heimsieg gegen Hannover 96 am sechsten Spieltag. "Wie wir uns aus dem Dreck gezogen haben, war beeindruckend", sagt der Österreicher im Rückblick.

Der 48-Jährige war damals so klug, die vom Vorgänger Niko Kovac bevorzugte Dreierkette mit dem umsichtigen Lenker Makoto Hasebe wieder zur Standardformation zu machen.

Die Schlüsselspieler

Schlüsselrollen nehmen seitdem Danny da Costa und Filip Kostic auf den Außenbahnen ein, die seitdem nicht wie Verteidiger, sondern eher wie Flügelspieler agieren.

"Frankfurt spielt eine echte Dreierkette, keine verkappte Fünferkette", erklärt Kohfeldt. Ihm ist es übrigens zuwider, die Stärke nur auf das als "Büffelherde" titulierte Sturm-Trio zu reduzieren. "Das wird der Art und Weise, wie diese Mannschaft auftritt, nicht gerecht."

Hütter hat neue Kräfte freigesetzt

Sebastian Haller, Ante Rebic und Luka Jovic am 02.11.2018 in Frankfurt
Treffsicheres Eintracht-Trio: Sebastian Haller, Ante Rebic und Luka Jovic
Quelle: imago

Zwar haben Haller, Rebic und Kovic bislang 29 der 37 Bundesliga-Treffer erzielt - hinzu kommen noch acht in der Europa League -, aber die Aufwärtsentwicklung ist ein Zusammenspiel verschiedener Komponenten.

Hütter hat mit seinem betont offensiven Ansatz ("Das wollen die Zuschauer sehen") neue Kräfte freigesetzt, ohne die defensive Stabilität zu verraten. Mit Rückkehrer Sebastian Rode, ausgeliehen von Borussia Dortmund und in Bremen wegen der Sperre von Gelson Fernandes sicher in der Startelf, ergibt sich eine noch größere taktische Flexibilität.

Ziel: Internationales Geschäft

Die Eintracht hat das Zeug, aus eigener Kraft erneut die internationalen Plätze zu erreichen. Eine erneute Europapokalteilnahme wäre ein entscheidender Wachstumstreiber. Aufbruchsstimmung erzeugten zwei Endspielteilnahmen im DFB-Pokal 2017 und 2018, wobei der Triumph in Berlin vergangenen Jahres - der erste Titelgewinn seit 30 Jahren - die Sehnsüchte einer ganzen Region bediente.

Baumeister ist Fredi Bobic, der seit seinem Amtsantritt 2016 bei der Kaderzusammenstellung viel Geschick bewies. Der aktuelle Marktwert bei den Hessen beträgt 208 Millionen Euro (transfermarkt.de), bei den Hanseaten sind es vergleichsweise bescheidene 131 Millionen.

Umsatzstarke Frankfurter

Und während Werder bei der Mitgliederversammlung im November vergangenen Jahres einen eher bescheidenen Umsatz von 118,7 Millionen Euro (bei 500.000 Euro Gewinn) vermeldete, waren es bei der Eintracht bereits 140 Millionen.

Bremen träumt von Europa, Frankfurt lebt Europa schon. Dank der Europa-League-Festspiele rechnet die Eintracht in der laufenden Saison mit einer Umsatzmarke jenseits der 160 Millionen, sofern der Siegeszug in der Europa League nicht schon im Sechzehntelfinale gegen Schachtjor Donezk (14. und 21. Februar) endet.

Auf der Suche nach neuen Quellen

Auch mit der angestrebten Eigenvermarkung oder der angestoßenen Internationalisierung sollen in der Mainmetropole neue Erlösquellen erschlossen werden. Generell gilt: Der Anschluss nach oben ist umso schneller hergestellt, desto häufiger die Eintracht international spielt.

Am besten sei eine "permanente Teilnahme über fünf, sechs, sieben, acht Jahre", rechnet Eintracht-Finanzvorstand Axel Hellmann vor. Erst dann sei es dauerhaft möglich, in die Phalanx der Spitzenklubs einzudringen.

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