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Mal populär, mal populistisch

Kommentar zum Rückzug von Uli Hoeneß

Uli Hoeneß wird nicht mehr als Präsident von Bayern München kandidieren, will aber weiter dem Aufsichtsrat angehören. Ein Kommentar zum Rückzug des Bayern-Urgesteins von ZDF-Reporter Oliver Schmidt (Archiv 29.08.2019).

Uli Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung 2007
Sagt gerne mal seine Meinung: Uli Hoeneß
Quelle: ap

Uli Hoeneß und der FC Bayern: seit 1970 eine Geschichte mit vielen Erfolgskapiteln, aber auch düsteren Passagen. Spieler in den glorreichen 1970er Europapokal-Jahren, Europa- und Weltmeister. Mit 27 Jahren der jüngste Manager der Bundesliga: Hoeneß machte aus dem verschuldeten FC Bayern einen der umsatzstärksten Klubs der Welt, packte den Umzug aus dem Olympiastadion in die neue Arena an. Angriffslustig und bisweilen unbarmherzig gegen die von ihm auserkorenen Feindbilder, sozial engagiert und "Retter" vieler deutscher Traditionsvereine. Mal populär, mal populistisch – immer polarisierend. Häufig schwamm er gegen, hin und wieder mit dem Strom - so oder so immer mit einem ausgeprägten Gespür für Stimmungslage.

Die Zeiten haben sich geändert

Diese Biografie hätte er als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender weiterschreiben können, vielleicht sogar mit Happyend. Die Triple-Saison 2013 wäre so ein Moment gewesen. Doch Steueraffäre samt Haftstrafe haben Uli Hoeneß verändert, und der Klub hat sich während seiner Abwesenheit gewandelt.

Die Scharmützel mit Karl-Heinz Rummenigge sind das eine, sein verlorenes Gespür für den richtigen Tonfall das andere. Hätte sich nicht der Uli Hoeneß "alter Prägung" gegen die vielen Schreihälse gestellt, anstatt wie so viele gegen Mesut Özil nachzutreten? Nur ein Beispiel.

Kein endgültiger Abschied

Kann ein FC Bayern ohne Uli Hoeneß existieren? Ja! Wird es jetzt einen FC Bayern ohne Uli Hoeneß geben? Nein! Sein Nachfolger Herbert Hainer, ein inniger Freund des Präsidenten a.D.. Oliver Kahn, potenzieller Nachfolger vom Vorstandsvorsitzenden Rummenigge, ist Hoeneß' Wunschlösung. Und vielleicht tauchen ja früher oder später auch noch Hoeneß-Lieblinge wie Bastian Schweinsteiger oder Max Eberl in München auf.

Fast 50 Jahre beim FC Bayern und noch immer kein endgültiger Abschied. Der Stratege Uli Hoeneß hat nicht nur personelle Weichen gestellt, sondern will auch seinen Stuhl im Aufsichtsrat behalten. Und von dort wird er weiter an der ein oder anderen Strippe ziehen. Mal mehr, mal weniger. Wenn er es denn wirklich nicht lassen kann, dann gelingt ihm das hoffentlich wieder mit mehr Fingerspitzengefühl. Um dann doch bald loszulassen, zum eigenen Wohle und dem des FC Bayern München! Auf Wiedaschaun, Pfiat Eahna, Uli Hoeneß.

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