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VfB: Erstes Endspiel im "Relegations-Pokal"

Fußball-Bundesliga | Stuttgart - M'gladbach

Mit dem A-Jugend-Trainer will der VfB Stuttgart den Abstieg verhindern. Schwieriger könnte Nico Willigs Aufgabe kaum sein, zumal sich die Klubführung eine Schlammschlacht mit Ex-VfB-Größen liefert. Im Abendspiel trifft der VfB heute auf Gladbach.

Nico Willig, Interimstrainer beim VfB Stuttgart
Nico Willig, Interimstrainer beim VfB Stuttgart
Quelle: imago

Dass Nico Willig in vergangenen Wochen standesamtlich geheiratet hat, ist in all dem Trubel fast untergegangen. Selbst in der Region rund um seine Heimatstadt Balingen wurde das Ereignis nur am Rande gewürdigt. Und, davon darf man ausgehen, dies nur im Zusammenhang mit seinem neuen Job als Cheftrainer des VfB Stuttgart. Vielleicht war es gut, dass der 38-jährige ehemalige rechte Verteidiger den Schritt in seinem Privatleben noch vor dem im Berufsalltag als Fußballehrer gemacht hat.

Platz 16 wohl das Maximum

Sonst hätte sich das für die Willigs wichtigere Ereignis unter Umständen bis mindestens Ende Mai verzögert. Ende Mai, genau am 23. und 27., hat die Deutsche Fußball-Liga die Relegationsspiele des Drittletzten der Bundesliga gegen den Dritten der zweiten Liga angesetzt.

Realistisch betrachtet sind die nervenaufreibenden Entscheidungsspiele das Maximum, dass Willig mit dem schwäbischen Klub noch erreichen kann. Weil Konkurrent 1. FC Nürnberg nur drei Punkte hinter den Schwaben steht, droht immer noch der direkte Abstieg.

Erste Überraschung im ersten Spiel?

Oder es kommt ganz anders, und dem Überraschungs-Nachfolger von Markus Weinzierl gelingt am Samstag, 18.30 Uhr, im ersten seiner vier Spiele eine Überraschung. Ein Sieg über Borussia Mönchengladbach würde die Hoffnung erhalten, im Endspurt vielleicht noch den sechs Punkte über dem VfB stehenden FC Schalke einzuholen und sich die Relegation zu ersparen.

Wie sein Abenteuer ausgeht, darüber hat sich Nico Willig wenig Gedanken gemacht. Und selbst die Vorbehalte, die ihm begegnen, scheinen ihn in seinem Elan nicht zu bremsen.

Motivierter Motivationstrainer

Da werde ein im Profibereich unerfahrener Trainer mit einer derart heiklen Aufgabe betraut, klagte mancher. Er wirkt dagegen wie ein besonders motivierter Motivationstrainer, der mutig nach vorne schaut.

Schnellen Zugang zu den Spielern will er finden und vermitteln, dass man im Abstiegskampf "ständig online" sein und ständige Angriffsbereitschaft ausstrahlen muss. Er sprach von Energie und Emotion. Begriffe, die sie in Stuttgart seit langem aus ihrem Wortschatz gestrichen hatten.

Fahrgemeinschaft mit Nagelsmann und Tedesco

Immerhin saß er mit den etablierten Branchengrößen Julian Nagelsmann und Domenico Tedesco einst im Auto auf dem Weg zum Trainerschein. Ob ihm nun das hilft? Wohl eher nicht.

Und trotzdem, Willig spricht genauso lebendig über seine Leidenschaft Fußball wie seine Fahrgemeinschafts-Kollegen. Dass er etwas nervös war vor seinem ersten Tag gab er zu. "Aber ich bin in die Kabine gegangen - und es fühlte sich gut an. Ich bin auf den Trainingsplatz gegangen - und auch das fühlte sich gut an", sagte Willig.

"Offensiv heißt aktiv"

Die vier Liga-Spiele nannte er ein "Projekt", in dem es darum geht, den "Relegations-Pokal" zu erreichen - und zu gewinnen. Derweil tobt um ihn herum ein Kleinkrieg, den die Vereinsführung gegen die Vereinslegenden Guido Buchwald und Jürgen Klinsmann führt.

In dieser Gemengelage muss er einen klaren Kopf bewahren. "Ich erwarte, dass die Spieler mit mir meinen Weg gehen", sagt er. Wie der aussehen soll, hat Willig auch verraten. "Offensiv heißt aktiv", erläuterte er.

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