Fußball mit Magie

Balakov, Bobic und Elber bildeten in den Neunzigern das "Magische Dreieck"

Zwei Jahre spielten sie gemeinsam beim VfB Stuttgart, schossen zusammen 89 Tore. Sie harmonierten als Trio wie kaum ein anderes und verzauberten das Publikum mit "magischem" Fußball: Krassimir Balakov, Fredi Bobic und Giovane Elber.

Fredi Bobic, Giovane Elber und Krassimir Balakov
Fredi Bobic, Giovane Elber und Krassimir Balakov Quelle: dpa

Ein Bulgare, ein Deutscher mit slowenisch-kroatischen Wurzeln und ein Brasilianer mischten von 1995 bis 1997 die Bundesliga auf. Balakov, Bobic und Elber funktionierten herausragend zusammen: präzise Kombinationen, gefährlich im Abschluss. Eine internationale Tormaschinerie auf dem Fußballfeld. Balakov glänzte als Vorbereiter mit Torriecher, Bobic und Elber waren die Torjäger, die Balakovs Vorlagen verwerteten.

Magie sorgt für Unruhe

Zur Saison 1995/1996 wechselte Balakov zum VfB Stuttgart, Bobic und Elber sorgten da schon ein Jahr lang für Tore bei den Schwaben. Der Bulgare war die perfekte Ergänzung für das Sturmduo Bobic und Elber. Zu dritt erzielten sie 40 Tore - Bobic 17 (Torschützenkönig), Elber 16 (Topscorer) und Balakov sieben (bester Vorbereiter). Am Ende reichte es für den VfB trotz der Leistungen des Trios nur für Platz zehn.


Der Rummel um das magische Dreieck hatte einen Keil in die Mannschaft getrieben. "Das magische Dreieck war für die Siege verantwortlich, und die anderen haben in der Abwehr die Niederlagen verschuldet - so wurde es dargestellt, und wir waren nicht so gefestigt, das auszuhalten. Da ging ein Riss durch die Truppe", erklärte Bobic den Absturz von Platz drei auf zehn in der Rückrunde in einem "Spiegel"-Interview.


Erfolg und Ende des Dreiecks

Doch schon zu Beginn der darauffolgenden Spielzeit hatte sich der VfB Stuttgart wieder gefangen. Die Schwaben spielten die ganze Saison oben mit, waren insgesamt zwölf Spieltage auf Platz eins, wurden letztlich vierter. Bobic (19 Tore), Elber (17) und Balakov (13) trugen mit ihren Treffern maßgeblich dazu bei.

Der Erfolg rief auch andere Vereine auf den Plan. Das Interesse an den drei "Zauberern" wuchs. Giovane Elber erlag nach der Saison 1996/1997 den Lockrufen aus München und wechselte zum FC Bayern - das vorzeitige Ende des magischen Dreiecks. Die Konstellation Balakov - Bobic - Elber ging trotzdem in die deutsche Fußballgeschichte ein.

Giovane Elber (M) und Fredi Bobic (r)
Giovane Elber (M) und Fredi Bobic (r) Quelle: dpa

Gute Freunde mit neuen Karrieren

In den zwei Jahren ihres Zusammenwirkens verstanden sich die drei Ballkünstler nicht nur auf dem Platz ausgezeichnet. Auch außerhalb war das Trio gut befreundet. Auch heute noch. Freunde fürs Leben, obwohl sie sich heute "nicht mehr so oft sehen, leider", bedauert Elber in einem Interview mit dem "kicker".

Ihre Wege kreuzen sich nicht mehr so häufig, alle drei sind nach ihren aktiven Laufbahnen mit neuen Herausforderungen beschäftigt: Balakov trainiert zurzeit den kroatischen Erstligisten Hajduk Split, Bobic ist aktuell Sportdirektor beim VfB Stuttgart. Den ungewöhnlichsten Berufswechsel hat aber Giovane Elber gemacht: vom Fußballprofi zum Rinderbaron. Zwar war Elber auch als Talentscout für den FC Bayern tätig, widmet sich seitdem die Münchner ihr Engagement in Südamerika eingestellt haben nur noch seiner Rinderfarm in Brasilien.

Am Samstag kommen die drei "Magischen" einmal wieder zusammen: von 23 Uhr an sind Balakov, Bobic und Elber zu Gast im "aktuellen sportstudio" bei Moderator Michael Steinbrecher.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet