Hoffenheim: Vom Rivalen zum Lieferanten

Topspiel: 1899 - FC Bayern im aktuellen sportstudio

Wenn die TSG Hoffenheim und Bayern München sich am Samstag im Topspiel der Bundesliga gegenüberstehen (Bericht ab 23 Uhr im aktuellen sportstudio) haben sich die Vorzeichen geändert. Der Vierte der Vorsaison ist zum „normalen“ Bundesligaklub geschrumpft, der nicht nur den Bayern gute Spieler liefert – und es könnte noch schlimmer kommen.

Training TSG Hoffenheim
TSG 1899 Hoffenheim Quelle: reuters

Dass Julian Nagelsmann als Trainer noch nie gegen den FC Bayern verloren hat führen vor dem Duell am Samstag nur kühne Optimisten ins Feld. 1:0 und 1:1 ging die Sache vergangene Saison aus. Damals spielten Sebastian Rudy und Niklas Süle noch im Hoffenheimer Trikot. Am Samstag kicken die beiden Nationalspieler für den scheinbar übermächtigen Gegner.

Wenn die Großen rufen, geht es dem Kraichgau-Klub wie den meisten in der Bundesliga. Es gibt Schmerzensgeld für den Verlust. 20 Millionen sollen es bei Süle gewesen sein. Nicht wenige befürchten, bald könnte der Trainer folgen. Nagelsmann‘ s Abgang wäre allerdings ein weitaus größeres Problem als die Spieler-Abgänge.

Als Trumpf bleibt nur Nagelsmann

Jeremy Toljan
Jeremy Toljan wechselte zu Borussia Dortmund Quelle: imago

Das als außergewöhnlich beschriebene Talent des 30-Jährigen ist zum einzigen noch verbliebenen Trumpf geworden, wenn es um neue Spieler geht. Die Champions League hat der Vierte der vergangenen Saison verpasst. Die erreichte Europa League ist kaum ein Argument, zur TSG zu wechseln.

Auch Jeremy Toljan zog es zu einem Großen. Nach sechs Jahren „Hoffe“ spielt der 23-jährige Außenverteidiger bis 2022 für Borussia Dortmund – mit der Gewissheit, vor 80.000 Fans aufzulaufen und in der Königs-Klasse. Als Zusatzgeschäft verlieh der BVB den 19-jährigen Felix Passlack bis 2019 nach Hoffenheim und zahlte sieben Millionen (nebst möglicher Bonuszahlungen) für Toljan.

das aktuelle sportstudio

Studiogäste:
Volleyball-Bundestrainer Andrea Giani und Spielmacher Lukas Kampa

Fußball-Bundesliga, 3. Spieltag
Topspiel: Hoffenheim - Bayern München
SC Freiburg - Bor. Dortmund
Bor. M'gladbach - Eintr. Frankfurt
FC Augsburg - 1. FC Köln
1. FSV Mainz 05 - Bayer Leverkusen
VfL Wolfsburg - Hannover 96

Fußball: Zweite Liga, 5. Spieltag
FC Ingolstadt - Erzgebirge Aue
Bielefeld - MSV Duisburg
Holstein Kiel - 1. FC K'lautern

Premier League
Manchester City - Liverpool

Vorbereitungscamp für Gnabry

Niklas Süle (l.) und Sebastian Rudy
Niklas Süle (l.) und Sebastian Rudy Quelle: imago

Dass U-21-Europameister Serge Gnabry (vorerst) den anderen Weg wählte und sich trotz seines Vertrages beim FC Bayern nach Hoffenheim ausleihen ließ, ist kein Gegenargument, sondern eher eine Bestätigung. Die Einsatzzeiten in Hoffenheim sind eine Art Vorbereitungs-Trainingslager auf das mit Stars gespickte Ensemble im Süden.

Gegen Schwergewichte wie die Bayern oder Dortmund, das ist die (bittere) Erkenntnis, kann man in Hoffenheim nur die Waffen strecken. Das gilt im Falle des Falles wohl ebenso für den Trainer.

Auf Transfereinnahmen angewiesen

Anders als „Investoren-Kollegen“, vor allem internationale, entschied sich SAP-Mitgründer und Milliardär Dietmar Hopp, einen anderen Weg zu gehen. Der 77-Jährige soll zwar einen dreistelligen Millionen-Betrag in den Klub gesteckt haben, das aber über viele Jahre – und verstärkt in die Jugendarbeit. So seltsam das klingt, aber die TSG ist auf Transfereinnahmen angewiesen, um „eigenständig“ (Hopp) existieren zu können.

Selbst die Champions League hätte daran wohl wenig geändert. Ein Mittelfeldmotor wie Rudy, dessen Vertrag auslief und, der erst vergangenes Jahr zur internationalen Klasse reifte, kostet auf dem heute überhitzten Markt ab 40 Millionen Euro aufwärts. Eindeutig eine Nummer zu groß für Hoffenheim.

Andere Philosophie

Zudem widerspräche das der Klub-Philosophie, wenn man Hansi Flick, dem neuen Geschäftsführer Sport, ehemaligen Nationalteam Assistenz-Trainer und DFB-Sportdirektor, glauben darf. Der soll sein Netzwerk nutzen, neue Talente zu entdecken und den Klub in der Nachwuchsförderung noch breiter aufzustellen.

Als Konkurrent der Bayern sieht Flick seinen Verein nicht. Die Zeiten, da gibt sich Flick keinen Illusionen hin, sind vorbei, wenn es sie überhaupt einmal ernsthaft gab. Heute ist es bei der TSG wie bei fast allen anderen in der Bundesliga. Ein Erfolg (der fängt mit einem Unentschieden an) gegen die Bayern wäre das Highlight der Saison.

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