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Vertauschte Rollen

Christoph Harting zu Gast im aktuellen sportstudio

Abgesehen von Olympia 2016 hatte Robert Harting die Nase sportlich immer vor seinem Bruder Christoph. In diesem Jahr ist das anders: Christoph ist bereits für die EM nominiert, Robert muss noch bei den Deutschen Meisterschaften überzeugen. Heute ist Christoph Gast im aktuellen sportstudio.

Christoph Harting Stadion Bild
Der Olympiasieger im Ring: Christoph Harting

Sie haben dieselben Eltern und dieselbe Profession, sind beide Zwei-Meter-Hünen von überaus athletischer Statur und Olympiasieger. Aber das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten der Berliner Diskuswerfer Robert und Christoph Harting.

Zwei unterschiedliche Typen

Der eine Bruder - Robert - liebt den Flirt mit der Öffentlichkeit, füttert seine Facebook-Seite beständig mit News, kommt vor Mikrofonen gern so richtig ins Plaudern und gilt als freundlicher Typ. Der andere - Christoph - erzählt wenig über sich, hat nichts übrig für soziale Medien, vermeidet Interviews so gut es geht und gilt seit seinem gewöhnungsbedürftigen Auftritt bei der Ehrung nach seinem Olympiasieg vor zwei Jahren in Rio mindestens als schräger Vogel.

Zusammen sieht man die Brüder nur noch bei Wettkämpfen, privat haben sie sich nichts mehr zu sagen. Robert Harting ist 33 Jahre alt, Olympiasieger 2012, Weltmeister 2009, 2011 und 2013 sowie Europameister 2012 und 2014. Christoph Harting ist sechs Jahre jünger und sein Triumph bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio war eine Überraschung.

Diskuswerfer durch und durch

Robert Harting ist Diskuswerfer und Spitzensportler mit Leib und Seele. Sein Training, sein Befinden, sein Körper, der Sport, die Zustände - alles wird von ihm akribisch durchdacht, hinterfragt, kommentiert und optimiert. Christoph Harting steckt sich nach dem Training gern eine Zigarette an oder schiebt sich vor einem Wettkampf noch schnell zwei Bratwürstchen rein. "Christoph macht den Sport, weil er ihn kann. Er nimmt Sport nicht ernst", sagte sein Trainer Torsten Lönnfors Ende des vergangenen Jahres im Interview mit der Deutschen Presse Agentur über seinen Schützling.

Mit seinen 2,07 Metern ist Christoph Harting sechs Zentimeter größer als sein Bruder und hat damit noch bessere Voraussetzungen, die Zwei-Kilo-Scheibe weit ins Stadion hinaus zu schleudern. Das weiß er. Und so kokettiert er, obwohl seine Bestleistung von 68,37 Metern (2016) noch unter der seines Bruders (70,66 Meter/2012) liegt, ganz ungeniert nicht nur mit dem Weltrekord (wird seit 1986 mit 74,08 Metern von Jürgen Schult gehalten), sondern auch mit der 80-Meter-Marke.

Der eine ist qualifiziert, der andere muss kämpfen

In der vergangenen Saison gönnte sich der amtierende Olympiasieger aber erstmal eine sportliche Talfahrt und verpasste die WM in London. In diesem Jahr sieht es anders aus: Mit 67,59 Metern führt er das Feld der fünf deutschen Normerfüller an und ist als einziger schon für die Heim-EM vom 6. bis 12. August in Berlin nominiert. Die Deutschen Meisterschaften am Wochenende in Nürnberg kann der jüngere Harting also ganz entspannt angehen.

Für den älteren dagegen geht es um Alles. Es ist sein letztes Wettkampfjahr, so viel steht fest. Und er will unbedingt zur EM. "Richtig begonnen hat meine Reise bei der WM 2009 auf der Blauen Bahn im Olympiastadion Berlin! Hier soll meine Reise auch enden!", schrieb Robert Harting zuletzt bei Facebook. Hier ist er zum ersten Mal Weltmeister geworden, hier will er sich von seinen Fans verabschieden.

Allerdings hat in diesem Jahr nicht nur sein Bruder schon weiter geworfen als er, auch Martin Wierig (SC Magdeburg; 66,98), Daniel Jasinski (TV Wattenscheid; 66,59) und David Wrobel (SC Magdeburg; 65,98) stehen in der Bestenliste vor Robert Harting (65,13). Also geht es in Nürnberg für vier Diskuswerfer um die zwei verbliebenen EM-Tickets - und Robert Harting hat mit seiner Vorleistung und einer angerissenen Quadrizepssehne im rechten Knie nicht die besten Voraussetzungen. Scheitern ist für ihn dennoch keine Option. Er sagt: "Ich habe in meinem Kopf kein Szenario, das mich nicht bei der EM starten lässt."

Sportstudio mit Christoph Harting und Pamela Dutkiewicz

Sport | das aktuelle sportstudio - das aktuelle sportstudio vom 21. Juli 2018

Mit den Gästen Christoph Harting und Pamela Dutkiewicz sowie den Themen Leichtathletik-DM, Tour de France, Reiten - CHIO in Aachen, Sport kompakt und dem Torwandschießen. Durch die Sendung führt Katrin Müller-Hohenstein.

Datum:

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