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Bremen - eine Stadt im Flow

Fußball-Bundesliga: Werder Bremen

Nach den Siegen gegen den BVB im Pokal und dem FC Augsburg in der Liga ist die Euphorie nach Bremen zurückgekehrt. Im Mittelpunkt: Trainer Florian Kohfeldt und Oldie Claudio Pizarro. Gegen Hertha BSC soll der Sturm auf die Europa League-Plätze eingeläutet werden.

Florian Kohfeldt
Im Fokus: Florian Kohfeldt
Quelle: Leon Kügeler / reuters

Chris Coleman, Lucien Favre, Armin Veh, Bert van Mawijk, Mirko Slomka, Bruna Labbadia, Friedhelm Funkel, Karel Jarolim: eine auf den ersten Blick wenig aufschlussreiche Liste von Trainer-Namen. Ihr gemeinsamer Nenner: alle haben mal Jaroslav Drobny trainiert, den zurzeit von Werder Bremen an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen Torwart. Und der sagte vor einer guten Woche zu einem tschechischen Online-Portal: "Ich habe keinen besseren Trainer getroffen als Florian Kohfeldt."

Punktgenaue Einwechslung

Die Aussage von Drobny erinnert an einen Satz, den der ehemalige Bayern-Spieler Mehmet Scholl einst über einen anderen aktuellen Werderaner gesagt hat. Claudio Pizarro sei "der beste Fußballer, mit dem ich je zusammengespielt habe", sagte Scholl. Wenn man sich das aktuelle Auftreten von Kohfeldt und Pizarro ansieht, erkannt man, was sie beide auszeichnet und ihre Mitspieler zu Lobeshymnen bringt: sie sind als Spieler beziehungsweise Trainer einfach komplett.

Auf den gemeinsamen Punkt gebracht haben sie diese Qualität durch das Zusammenspiel im Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund. Kohfeldts Entscheidung, in der Verlängerung für den defensiven Philipp Bargfrede den Teilzeit-Stürmer Pizarro einzuwechseln, zeugte neben Mut vor allem von der Fähigkeit Spieler und Spielsituation genau einschätzen zu können.

Klarer Plan für jung und alt

Claudio Pizarro
Vorbild für die jungen Kollegen: Claudio Pizarro
Quelle: Noah Wedel / imago

Der Ausgleichstreffer zum 2:2 vereinte dann in einem Moment alles, was Claudio Pizarro zum Werder-Idol gemacht hat: Athletik, Körperbeherrschung und Schlitzohrigkeit. Jetzt, im Spätherbst seiner Karriere kommt noch eine weitere Fähigkeit dazu: Kohfeldt sieht in ihm den zum Mentor der jungen Stürmer. Statt von ihm in ihrer Entwicklung gehemmt zu werden wie vor Saisonbeginn befürchtet, blühen Johannes Eggestein, Josh Sargent und Milot Rashica an der Seite des Altmeisters förmlich auf.

Im absoluten Mittelpunkt des Werder-Ensembles steht aber Kohfeldt. Dass er "eine klare Vorstellung" hat, die er "sowohl jungen als auch alten Spielern vermitteln" kann, wie Drobny lobt, beweisen die Entwicklungsschritte seit seiner Amtsübernahme. Schon während des Abstiegskampfes der vergangenen Saison hatte er dem Team beigebracht, mutiger aufzutreten und spielerische Lösungen im Aufbau zu finden.

Lernwillige Mannschaft

Nachdem Werder in der Hinrunde dieser Saison mit seiner kreativen, offensiven Spielanlage überzeugte, ging es darum, auch im letzten Drittel vor dem gegnerischen Tor gefährlicher zu werden und mehr Chancen herauszuspielen.

Jetzt beginnt die Phase, in der im Fußball die Entscheidungen fallen. Das ist die schönste Zeit des Jahres.
Florian Kohfeldt

Auch das setzt die lernwillige Mannschaft mittlerweile um und so lautete der Arbeitsauftrag im südafrikanischen Winter-Trainingslager, vor beiden Toren noch konsequenter zu werden. Dies ist nach holprigen Beginn der Rückrunde in den Spielen gegen Dortmund und Augsburg kaltschnäuzig nachgeholt worden.

Kostenlose Fortbildung

Mindestens genauso wichtig für das Gesamtprojekt Werder ist die Art und Weise, wie Kohfeldt Fans, Medien und Verein auf dem Weg mitnimmt. Wenn er neben einem Stürmer wild gestikulierend herläuft, sehen die Fans immer noch den Jugendlichen aus der Nachbarstadt Delmenhorst in ihm - einen wie sie. Und die Medienvertreter erhalten nach jedem Heimspiel von ihm eine unbezahlte Fortbildungseinheit, die dazu führt, dass die Lokalpresse ihre Ausflüge in den Boulvard mittlerweile minimiert hat und stattdessen kompetente Analysen bevorzugt.

Am Donnerstag schaffte Kohfeldt es wieder, eine neue Seite von sich zu zeigen. Er hob diesmal keine spieltaktischen Dinge hervor, sondern ordnete die aktuelle Saisonphase in eine Gesamtdramaturgie ein. "Jetzt beginnt die Phase, in der im Fußball die Entscheidungen fallen. Das ist die schönste Zeit des Jahres", sagt er passend zum Frühlingswetter in Bremen. "In dieser Phase willst du einfach nur noch in einen Flow rein und spielen."

Sechs-Punkte-Spiel in Berlin

Auch wenn in Bremen die Euphorie vom Saisonbeginn zurück ist, hat Werder noch nichts erreicht - außer den Anschluss auf die Europa-League-Plätze zu halten. Am Samstag wartet mit Hertha BSC einer der direkten Konkurrenten, den man mit einem Sieg überholen könnte.

Unabhängig vom Ausgang der Saison wird Florian Kohfeldt schon jetzt eine große Laufbahn vorausgesagt, die ihn wie Claudio Pizarro irgendwann in die große weite Welt führt. Aber in diesem Frühjahr sind sie erstmal das Gespann, das den Flow nach Bremen bringt.

Fr, 25.09.2020
Fr, 25.09.2020
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3Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB11003:033
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10VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB10100:001
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12VfB StuttgartVfB StuttgartStuttgartVFB10012:3-10
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Hertha BSC Eintracht Frankfurt
Zum Auftakt des zweiten Spieltages der Fußballbundesliga treffen ab 20:30 Uhr Berlin und Frankfurt aufeinander. Hallo und herzlich willkommen zu einer hoffentlich ebenso spannenden wie sehenswerten Partie!
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