Imke Duplitzer - Alter schützt nicht vor Erfolg

Degenfechterin wiederholt nach elf Jahren ihren EM-Triumph

Imke Duplitzer ist im sportlichen "Rentenalter". Doch die bald 35-Jährige hat alles andere im Sinn, als ihren Degen an den Nagel zu hängen. Bei der EM in Leipzig hat sie die jüngere Konkurrenz von der Planche gefegt. Und: WM und Olympia warten noch.

Das Jahr 2010 ist ihr Jahr: Erst düpierte Duplitzer bei den Deutschen Meisterschaften die haushohe Favoritin und Olympiasiegerin Britta Heidemann, indem sie die sieben Jahre jüngere Konkurrentin im Finale 15:10 besiegte.

Dann feierte Duplitzer in Leipzig elf Jahre nach ihrem ersten Einzeltitel bei der EM 1999 in Bozen erneut den Turnier-Sieg. Auf dem Weg dorthin hatte wieder die Favoritin Heidemann das Nachsehen. Mit 8:7 im Sudden Death warf Duplitzer die Titelverteidigerin in der Runde der letzten 32 aus dem Turnier.

Wieder Spaß am Fechtsport

Das Geheimnis der Athletin vm OFC Bonn, die 2002 Vize-Weltmeisterin wurde und 2004 Olympiazweite mit der Mannschaft, ist einfach: Duplitzer hat nach fast 20 Jahren Leistungssport wieder Freude am Training und am Wettkampf gefunden. In den letzten Jahren sei sie müde und unmotiviert gewesen: "Während einer so langen Zeit hat man jede Stadt und jede Halle schon gesehen", so Duplitzer.

Doch nun hat sich die Power-Frau, die auf und abseits der Planche ihren eigenen Kopf hat und oft als eigenwillig und unbequem geschildert wird, eindrucksvoll zurückgemeldet. Wichtig dabei war auch, dass sie erstmals seit langer Zeit wieder frei von größeren körperlichen Problemen ist: Eine langwierige Fußverletzung ist auskuriert, ihre Allergie gegen Schimmelpilze bekamen die Ärzte in den Griff.

Nervenstark und mutig

Imke Duplitzer ist alles andere als eine Zufallssiegerin: Im Duell gegen die Weltranglistenerste Heidemann bewies die Sportsoldatin Nerven aus Stahl. Und im Viertelfinale gegen die Weltranglistenvierte Jana Schemjakina aus der Ukraine stellte Duplitzer ihren absoluten Siegeswillen eindrucksvoll unter Beweis, als sie ein 3:8 in ein 15:13 drehte.

In der Stunde ihres großen Triumphes ließ die frisch gebackene Europameisterin dann auch ihren Gefühlen freien Lauf: Jubelnd stand sie nach dem 15:10 gegen die Polin Magdalena Piekarska auf der Bahn, machte mit den Zuschauern die "La ola" und ließ sich von den auf sie zustürmenden Gratulanten aufs Herzlichste umarmen.

WM-Titel der dritte Streich?

Mindestens bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London will Duplitzer, die in Peking die Eröffnungsfeier aus Protest gegen die chinesische Menschenrechtspolitik boykottiert hatte, weitermachen. "Solange die Knochen halten", wie sie es ausdrückt. Dabei ist ihr Super-Jahr noch gar nicht vorbei: bei der Weltmeisterschaft im November in Paris will die Degenfechterin erneut angreifen. "In Paris fechte ich immer sehr gern", sagt Duplitzer. Vielleicht ja um ihren dritten Titel 2010.

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