Kim Kuligs Lächeln ist zurück

Fußballerin hofft auf Comeback im März

Kim Kulig war die wohl tragischste Figur bei der Frauenfußball-WM 2011. Nach ihrer schweren Verletzung kämpft die 21-Jährige nun um ihr baldiges Comeback. Am Samstag zieht sie im "aktuellen sportstudio" die Lose zu den Halbfinal-Partien im DFB-Pokal.

Kim Kulig (FFC-Frankfurt)
Kim Kulig (FFC-Frankfurt) Quelle: imago

Weil sie im Schwabenland geboren wurde, ist Kim Kulig ein großer Fan des VfB Stuttgart. Auch im Viertelfinale des DFB-Pokals drückte sie dem VfB die Daumen. Doch weil die Stuttgarter mit 0:2 gegen den FC Bayern verloren, muss Kulig bei der Auslosung auf ihren Lieblingsverein verzichten. "Aber okay. Als Glücksfee muss ich ja sowieso neutral sein", sagt Kulig mit einem Lächeln auf den Lippen.

"Ich war ein Krüppel"


Ihr Lächeln hat sie mittlerweile wiedergefunden. "Doch es war eine richtig harte Zeit, die ich in den letzten Monaten durchgemacht habe", sagt Kulig im Gespräch mit zdfsport.de. Die junge Fußballerin war auf dem besten Weg, der große Star der Heim-WM zu werden. Doch im Viertelfinale gegen Japan kam das prompte Aus (0:1 n. V.). Was noch schlimmer wog: Kulig zog sich dabei einen Kreuzband- und Innenmeniskusriss im rechten Knie zu.

Am Anfang, sagt Kulig, "war ich wie ein Krüppel mit zwei Krücken und einer Schiene ums Bein". Nachdem sie am 3. August erstmals operiert wurde, kam es am 14. November sogar zu einem zweiten Eingriff. Schließlich war ihre Narbe nicht richtig verheilt. "Das war eine sehr deprimierende Zeit, weil ich überhaupt nicht trainieren konnte", so Kulig, die ihr Lächeln zeitweise verlor. "Doch jetzt bin ich froh, dass es wieder aufwärts geht."

Bruder mit Down-Syndrom

Während ihrer langen Reha-Phase setzte sich Kulig kleine Ziele: Zunächst wieder laufen können, danach wieder Fahrrad fahren und hoffentlich bald wieder gegen den Ball treten. "Man muss lernen, geduldig zu werden", sagt die 21-Jährige, die sechs Tage in der Woche bei Physiotherapeut Björn Reindl in Neu-Isenburg für ihr Comeback schuftet. "Täglich trainiere ich dort sechs bis acht Stunden lang." Kulig: "Wie zwei Fäuste ins Gesicht"

Den nötigen Rückhalt holt sich Kulig von Familie und Freunden. Auch von ihrem Bruder Marco, der mit dem Down-Syndrom auf die Welt kam. "Da führe ich mir immer wieder vor Augen, dass ich zwar eine schwere Zeit durchmache, es aber vielen anderen Menschen deutlich schlechter geht als mir", sagt die Nationalspielerin, die seit Oktober Sportmanagement studiert. "Dies hätte ich auch ohne meine Verletzung begonnen."

"Sehnsucht ist riesengroß"


Als Zeitpunkt für ihr Comeback hat Kulig Mitte März ins Auge gefasst. Dann möchte sie endlich ihre Premiere beim 1. FFC Frankfurt feiern. Schließlich war sie nach der WM vom Hamburger SV an den Main gewechselt. "Ich bin unglaublich heiß darauf, mein erstes Spiel für den FFC zu bestreiten", sagt Kulig und ergänzt: "Die Sehnsucht, endlich wieder kicken zu dürfen, ist riesig groß, eigentlich sogar unbeschreiblich groß."


Besonders will Kulig mithelfen, in der Bundesliga eine Aufholjagd zu starten. Denn derzeit ist der FFC trotz hochklassig besetztem Kader nur Dritter. Zugleich haben Kulig & Co. noch die Chance, in der Champions League (Viertelfinale) und im DFB-Pokal (Halbfinale) den Titel zu gewinnen. "Wir können noch einiges erreichen", sagt die 21-Jährige.

Optimistisches Lächeln

Wann Kulig in den Kreis der Nationalmannschaft zurückkehrt, ist derzeit noch ungewiss. Im Laufe der Rückrunde stehen zwar noch sieben Länderspiele an. "Doch ich muss erst noch richtig schuften, um auf das Niveau zu kommen, wieder nominiert werden zu können", sagt die Mittelfeldspielerin. "Wann das sein wird, kann ich jetzt nicht abschätzen."

Ob mit Kulig oder ohne sie: Ende März treffen die deutschen Damen auf Spanien - die wohl vorentscheidende Partie der EM-Qualifikation. "Aber ich träume jetzt gar nicht so arg von irgendwelchen Champions-League- oder Länderspielen. Wichtig ist nur, dass ich bald wieder gesund werde", sagt Kulig, während ein optimistisches Lächeln auf ihren Lippen liegt.

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