Kölner Trauerspiele

Wenig Aussicht auf Erfolg beim FC

In Köln sind Fußballfans seit je her leidensfähig. Als FC-Anhänger hat man es auch nicht immer leicht. Bangen um den Klassenerhalt gehört da fast zum Alltag. Doch Hauptsache der Dom bleibt da wo er steht und das Kölsch fließt in Strömen.

Viele Trainer, kein Erfolg

Von den heutigen Stadionbesuchern kennen die meisten jene herrlichen ruhmreichen Geschichten um "ihren FC" nur noch vom Hörensagen. Gründungsmitglied der Bundesliga, erster Deutscher Meister, Double-Sieger 1978, doch seit dem ersten Abstieg 1998 ist dieser ganz spezielle Traditionsklub in die sportliche Bedeutungslosigkeit gerutscht.
Fast so etwas wie eine "Fahrstuhlmannschaft" - der FC war in den vergangenen zehn Jahren gleich dreimal Gast in der Zweitklassigkeit und ist seitdem den Nachweis einer signifikanten Leistungssteigerung in der Bundesliga schuldig geblieben.

Vier Trainer in den vergangenen zwei Jahren im Oberhaus haben die Kölner Verantwortlichen um Präsident Wolfgang Overath erfolglos verschlissen. Eine Idee, welcher Trainertyp der Richtige für Köln sein könnte, war nicht erkennbar.

Schwäche der Verantwortlichen

Ganz zu schweigen von einer Spielphilosophie auf dem Platz. Wie auch, bei dieser permanenten Kurskorrektur, die bislang nur die Schwäche des Präsidiums offenbarte. Während Overath, dieser einst geniale FC-Spielmacher, offensichtlich nur als "Grüß-August" auf der VIP-Tribüne taugt, haben Sportdirektor Volker Finke und Geschäftsführer Claus Horstmann das operative Ruder übernommen.

Fehlende Klasse im Kader

Stale Solbakken ist ihr Wunschtrainer, und ganz sicher auch ein exzellenter Fußballfachmann. Doch der Norweger wirkt in diesen erfolglosen Tagen mit zwei deftigen Auftaktniederlagen wie ein intellektueller Fremdkörper in der emotionalen Kölner Masse.
Dazwischen bewegen sich scheinbar biedere Profis, von denen noch nicht viele ausreichende Klasse nachweisen konnten. Spieler wie Martin Lanig, Sebastian Freis, Christian Eichner oder auch Sascha Riether sind eher Bundesligamittelmaß, die Osteuropäer um Milivoje Novakovic, Miso Brecko oder Slawomir Peszko haben mit der speziellen Kölner Identität gewiss nichts am Hut, und den Nachwuchskräften Christian Clemens, Adam Matuschyk oder Adil Chihi fehlen Konstanz und Selbstvertrauen.

Bleiben Lukas Podolski, Pedro Geromel und Michael Rensing, denen man höheres Leistungsniveau und Führungsfunktionen zutrauen könnte. Zu wenig offenbar, um in Köln endlich den ersehnten fußballerischen Aufschwung einzuleiten. Der Kader scheint wenig homogen, ausgeprägte Egoismen verhindern den nötigen Teamgeist, der ja bekanntlich anderswo Berge versetzen kann.

Harte Zeiten für Köln

Solbakken bläst der Wind schon früher als erwartet eiskalt ins Gesicht. Der Mann braucht dringend ein Erfolgserlebnis, um überhaupt die Chance zu wahren, in Köln seinen Konzeptfußball an den Mann zu bringen.


Scheitert er indes, wackelt das gesamte Konstrukt um Volker Finke, der in einem guten halben Jahr personell ordentlich durchgefegt hat, ob im Jugendbereich, in der Scouting- oder Medienabteilung.

Bislang blieben alle Maßnahmen wirkungslos. Vorerst bleibt es also trost- und freudlos für den leid geplagten Fan in Köln.

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