Kultfigur und harter Hund

"Ede" Geyer ist ein Kenner des Fußballs in Ost und West

Zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung gibt sich Eduard Geyer die Ehre im "aktuellen sportstudio". Als ehemaliger DDR-Trainer, der sich auch einen festen Platz in der Bundesliga erkämpft hatte, wird der Sachse die Entwicklung des ostdeutschen Fußballs analysieren.

Eduard Geyer kickte in den 60er und 70er Jahren für Dynamo Dresden. Mit dem Klub gewann er 1971 und 1973 die DDR-Meisterschaft. Der Sprung in die A-Auswahl der DDR gelang ihm zwar nicht, aber immerhin hatte er einige Einsätze in Nachwuchs- und Junioren-Auswahlen. 1986 wurde Geyer Cheftrainer bei Dynamo Dresden, 1989 holte er mit dem Team die Meisterschaft. Im selben Jahr übernahm der Diplom-Sportlehrer zusätzlich den Posten des Nationaltrainers - der letzte, der dieses Amt zu DDR-Zeiten inne hatte.

Sachse mit Ecken und Kanten

Nach Zwischenstationen als Talentspäher bei Schalke 04 sowie als Trainer bei Banyasz Siofok (Ungarn) und Sachsen Leipzig zog es Geyer 1994 nach Cottbus. Zehn Jahre lang war er der bestimmende Mann beim FC Energie und schaffte mit dem Verein 1997 den Aufstieg aus der Regionalliga (damals noch die dritthöchste Spielklasse) in die Zweite Liga. 2000 gelang sogar der Sprung ins Oberhaus des deutschen Fußballs.

Der sportliche Erfolg, vor allem der Aufstieg in die Bundesliga, machte "Ede" Geyer zur Kultfigur nicht nur in der Lausitz. Seine autoritäre unnachgiebige Art und sein Pochen auf Disziplin hingegen handelten ihm den Ruf des harten Hundes ein. Der ehrgeizige Ordnungsfanatiker galt als knallharter Arbeiter, der von seinen Spielern stets alles fordert, keinen Widerspruch duldet, sich akribisch auf seine Aufgaben vorbereitet und den Verein immer über die Spieler stellt. Zufrieden zu stellen war der knorrige Sachse aber nie.

Aus der Wüste in die Heimat

Nach seiner Entlassung bei Energie Cottbus 2004 verschlug es den rastlosen Geyer in die Arabischen Emirate, wo er den Dubaier Verein Al Nasr trainierte. Allerdings war dies nur ein kurzes Gastspiel. Nach neun Monaten kehrte er wieder zurück in die Heimat. Zunächst als Sportdirektor eingestellt übernahm er kurze Zeit später den Posten des Cheftrainers beim Oberligisten FC Sachsen Leipzig.


Aber auch dort hielt es Geyer nicht lange. Nach einem Jahr verließ er Leipzig und ging zurück zu Dynamo Dresden, wo seine Trainerlaufbahn begonnen hatte. Interne Unstimmigkeiten beendeten sein Engagement allerdings vorzeitig nach weniger als einem Jahr.

Derzeit ist Geyer als Fußballexperte tätig. So schreibt er unter anderem Kommentare für die sächsische Tageszeitung "Freie Presse".

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