Magaths Magie nur noch ein Märchen?

Der VfL Wolfsburg taumelt dem Abstieg entgegen

Gut zehn Minuten gönnte sich Felix Magath hinter verschlossenen Türen in den Katakomben des Bremer Weserstadions, um seine Gedanken zu ordnen. Kurz zuvor war sein Rudel harmloser Wölfe mit 1:4 vom Platz gefegt worden. Und war damit noch gut bedient.

Felix Magath
Felix Magath Quelle: reuters

Für das schlechteste Auswärtsteam der Liga war es bereits die neunte Saisonniederlage. In dieser Situation mag sich so mancher Wolfsburger die mausgrauen Zeiten des Bundesligamittelmaßes zurückwünschen. Doch stattdessen blinken die Alarmglocken dunkelrot. Der VfL kommt auch mit dem einstigen Magier Magath keinen Schritt voran, findet sich derzeit im Abstiegskampf wieder.

Das Kollektiv funktioniert nicht

Dass Magath als ehemaliger Spitzenprofi und Meistertrainer ein ausgewiesener Fußballfachmann ist, darf ernsthaft niemand bezweifeln. Natürlich registriert er, dass diese VfL-Mannschaft als Kollektiv nicht funktioniert. Die Abwehr, immerhin bestückt mit (ehemaligen) Auswahlspielern wie Träsch, Schäfer und Madlung, ist hoffnungslos überfordert, weil weder die Angriffskollegen, noch die Belegschaft im Mittelfeld ein angemessenes Defensivverhalten an den Tag legen. Einige der älteren Herrschaften wie Chris und Salihamidzic bewegen sich offenbar noch in antiken Fußballzeiten, wo es nach Ballverlust noch erlaubt war, kurz zu verschnaufen, weil schließlich die Abwehrspieler fürs Verteidigen zuständig waren.

Zugegeben, die Misere in Wolfsburg verleitet zu überspitzten Formulierungen - aber Einsatz und Wille, sich gegen diesen Negativtrend zu stemmen, war am Samstag nicht wirklich zu erkennen. Warum der Trainer offenbar keinen Zugriff findet, bleibt die spannende Frage. Schon zu Beginn der Saison hatte Magath, ähnlich wie im verkorksten zweiten Schalker Jahr, heftige Personalrotation betrieben. Seine Vorliebe für ältere, gestandene Profis bis hin zu jenen, die offensichtlich ihren Leistungszenit bereits überschritten haben, hat sich wieder deutlich bemerkbar gemacht. Helfen konnte ihm noch keiner.

Tabellenführer im Rotieren

Ob Hleb, Hitzlsperger, Kyrgiakos, Ochs, Russ oder die bereits erwähnten Chris und Salihamidzic, sie alle wechseln die Plätze zwischen Rasen, Bank oder Arztpraxis munter durch. Unter Konstanz verstehen wir etwas anderes. Felix Magath hat während der bislang 16 Spieltage bereits 30 verschiedene Spieler eingesetzt, in dieser Wertung ist er Tabellenführer. Zum Vergleich: Bei Spitzenteams wie Bayern oder Dortmund kamen bislang 20 bzw. 21 Profis zum Einsatz.


Nach der kurzen Beruhigungsphase in der Kabine in Bremen startete Felix Magath dann gewohnt professionell seinen Interviewmarathon, erklärte den Journalisten in seliger Gelassenheit, dass sich das Wolfsburger Spiel , speziell auswärts, ändern müsse. Ach so! Über neue Strafmaßnahmen habe er noch nicht nachgedacht, sicher sei nur: "Neue Spieler müssen her"!

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