Magaths Mission ist noch lange nicht beendet

Schalke-Trainer hat in Gelsenkirchen "noch was zu erledigen"

Felix Magath gilt als einer der besten Trainer der Bundesliga. Etliche Titel und Erfolge heimste er mit diversen Klubs bereits ein. Doch mit Schalke, das er in seinem ersten Jahr direkt auf Platz zwei führte, läuft es in dieser Saison nicht rund.

Felix Magath hat den Ruf eines harten Hundes. Seine Trainingsmethoden sind gefürchtet, Medizinballtraining und Waldläufe bis zum Erbrechen sollen seine Profis fit machen für den harten Bundesliga-Alltag. Und der Erfolg gibt dem Fußballlehrer recht: Zweimal holte er das Double mit dem FC Bayern, den VfL Wolfsburg führte er in nur zwei Jahren von der grauen Maus der Liga zum Meistertitel. Was Magath anpackt, scheint gut zu werden.

In Wolfsburg unsterblich


Fachlich ist der ehemalige Weltklassefußballer unumstritten. Als "Alleinherrscher", Sportdirektor und Trainer in Personalunion, kann der Generalbevollmächtigte Magath seine Philosophie von erfolgreichem Fußball am besten umsetzen. So führte er den VfB Stuttgart in den Jahren 2001 bis 2004 vom drohenden Abstieg in die Spitzengruppe der Bundesliga, Vizemeisterschaft im Jahre 2004 und UEFA-Cup-Qualifikationen waren die Erfolge, die er mit den Schwaben verbuchen konnte.

Und auch in Wolfsburg funktionierte sein System. Mit VW-Millionen ausgestattet, formte Magath ein komplett neues Team und erreichte in seiner ersten Saison als Wölfe-Coach auf Anhieb Platz fünf. Doch er setzte noch einen drauf. Im darauffolgenden Jahr holte er in beeindruckender Manier den Titel in die Autostadt - und machte sich so dort unsterblich.

Freud und Leid auf Schalke


Auf Schalke, wo man seit mehr als 50 Jahren auf den Deutschen Meistertitel wartet, reifte ein Plan: Erst Magath holen, dann die Schale. S04-Boss Clemens Tönnies setzte alle Hebel in Bewegung und lotste den Erfolgsgaranten nach Gelsenkirchen. Und der Plan schien aufzugehen. Mit sämtlichen Befugnissen ausgestattet, führte "Quälix" die Königsblauen in der Saison 2009/10 direkt in die Champions League, verpasste als Zweiter die Sensation nur knapp.

In Schalke war die Euphorie riesig, doch dem Jubel sollte schnell Ernüchterung folgen. Magaths strikte Personnalpolitik sorgte für Unmut, speziell bei den Fans. So enthob er den Fanbeauftragten Rolf Rojek seines Amtes, die Erklärung dafür blieb schwammig. Der wahre Beweggrund soll gewesen sein, dass Rojek in einer Mitgliederversammlung Stimmung gemacht haben soll gegen Magaths Antrag, auch größere Transfers eigenverantwortlich abwickeln zu können.

Komplett neue Mannschaft

Zudem wurde die Mannschaft komplett umgebaut, 14 neue Spieler, darunter der Spanier Raúl und der Holländer Klaas-Jan Huntelaar, wurden verpflichtet, 16 Spieler verkauft oder verliehen. Fast die komplette Abwehr mit Rafinha und Bordon, in der vergangenen Saison noch der Erfolgsgarant für königsblaue Siege, musste gehen, Toptorjäger Kuranyi wurde ausgemustert und folgte dem Ruf des Geldes nach Moskau.

Mit vier Niederlagen in vier Spielen (darunter eine Derbyniederlage gegen Borussia Dortmund) erwischte die Mannschaft den schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte, ehe Schalke am fünften Spieltag den SC Freiburg mit 2:1 besiegen konnte. Langsam aber sicher zeigt der Trend nach oben, zuletzt gab es ein eine 2:2 gegen den VfB Stuttgart und in der Champions League einen 3:1-Erfolg über Hapoel Tel Aviv.

Mechanismen greifen


Momentan arbeitet die Zeit für Magath, die im Training immer wieder einstudierten Mechanismen beginnen, zu greifen, die prominenten Neuzugänge Raúl, Jurado und Metzelder kommen immer besser in Form, Huntelaar ist seit dem zweiten Spieltag eh der Garant für Tore. So ist auch nicht verwunderlich, dass Magath gar nicht daran denkt, trotz der Querelen im Verein und um seine Person hinzuwerfen. "Ich bleibe bis zur Meisterschaft", hatte der Coach kürzlich verlauten lassen - und setzte damit allen Spekulationen ein Ende. Denn: "Ich habe hier noch was zu erledigen".

Diese Aufgabe wird Magath noch ein Weilchen beschäftigen. Am Samstag stattet er erst einmal dem "aktuellen sportstudio" einen Besuch ab - und verrät Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein, wie es mit ihm und dem FC Schalke 04 in der laufenden Saison und in Zukunft weitergeht.

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