Mit dem Totenkopf nach Hoffenheim

Holger Stanislawski kommt ins "sportstudio"

Er ist der "ewige Hamburger" und Kult auf dem Kiez: Holger Stanislawski war das Gesicht des FC St. Pauli, als Spieler und Trainer. Als er nach 18 Jahren seinen Abschied verkündete, flossen Tränen. Nun trainiert er erfolgreich 1899 Hoffenheim.

Holger Stanislawski
Holger Stanislawski Quelle: dapd

"Ich spüre, dass ich dem Ganzen nicht mehr gerecht werden kann. Ich bin an einem Punkt angelangt, wo Kraft und Energie fast aufgebraucht sind. Es ist ermüdend, sich immer mit den selben Themen auseinander zu setzen", begründete Stanislawski damals seinen überraschenden Rückzug. "Ich will hier beim FC St. Pauli nicht nur funktionieren - ich will mit einhundert Prozent für den Verein da sein."

Aus der Stadt aufs Land

Bei seinem Abschied gab er ein Versprechen ab: "Den Totenkopf nehme ich mit, wo auch immer es mich hintreibt." Es verschlug ihn aus der Weltmetropole Hamburg mit ihrem internationalem Flair und dem anrüchigen Kiez in die Provinz, in den beschaulichen Kraichgau.

Geradezu ein Kulturschock für den gebürtigen Hamburger. Und ein Schock für die Fans: Vom absoluten Kult-Klub, bei dem der Spaß immer vor dem Kommerz steht, zum von Multimillionär Dietmar Hopp hochgepäppelten, von Vielen als Retortenklub bezeichneten Verein 1899 Hoffenheim. Doch für Stani war es der nächste Schritt in einer geradlinig verlaufenen Karriere.

Sympathisch und geradlinig


Mittlerweile ist er mit einhundert Prozent für die TSG im Einsatz - und der trägt bereits Früchte. Das Team spielt erfrischenden Offensiv-Fußball, auch defensiv stehen die Kraichgauer in dieser Saison sehr gut. Seine Spielphiliosophie greift - und das unter ganz anderen Voraussetzungen als in Hamburg. Vom finanziellen und auch vom sportlichen Umfeld her.


Und mit seiner Art und seinen Ideen kommt er in Hoffenheim gut an. 1899-Manager Ernst Tanner hatte kurz nach der Verpflichtung Stanis schon gesagt: "Seine Trainerqualitäten hat er in St. Pauli bereits unter Beweis gestellt. Darüber hinaus versteht er es, junge Talente an den Profifußball heranzuführen. Und mit seiner sympathischen und doch geradlinigen Art genießt er zu Recht bei Spielern, Fans und Mitarbeitern hohes Ansehen."

Den ersten Eindruck Tanners hat Stanislawski bei 1899 bereits eindrucksvoll bestätigt, die hoffenheimer sind in der Erfolgsspur. Wie es weiter geht, und welche Ziele er mit seinem neuen Arbeitgeber verfolgt, wird Stani am Samstagabend ab 23 Uhr im "aktuellen sportstudio" erzählen.

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