Mit Spaßfußball zur Weltklasse

Der FC Bayern zählt auf seinen jungen Führungsspieler

Bastian Schweinsteiger hat sich entwickelt. Im Laufe seiner Zeit beim FC Bayern München ist er vom "Schweini" und Spaßfußballer zum Führungs- und Weltklassespieler avanciert. Gereiftes statt ewiges Talent - ein Spieler, der Verantwortung übernimmt.

Verantwortung zu übernehmen ist allerdings in den letzten Wochen beim FC Bayern nicht ganz so einfach. Die erfolgsverwöhnten Münchner haben diese Saison alle Titel verspielt. Die Meisterschaft ist schon länger ad acta gelegt, Aus im DFB-Pokal gegen Schalke und am Dienstag die wohl schmerzhafteste Niederlage: das unnötige Aus in der Champions League gegen Inter Mailand.

Stotternde Motoren

Dabei wollen die Bayern den Erfolg der letzten Saison noch überbieten. Auf das Double, Meisterschaft und DFB-Pokal, soll dieses Jahr die Champions League folgen. Doch Verletzungen von Leistungsträgern in der Hinrunde (Arjen Robben, Franck Ribéry), sowie Abgänge von Stammkräften zur Winterpause (Mark van Bommel, Martin Demichelis) lassen den bayerischen Motor immer wieder stottern.

Sechser auf Weltklasse-Niveau

Da hilft es auch nicht, dass sich Bastian Schweinsteiger als Leistungsträger im defensiven Mittelfeld pudelwohl fühlt. Die Sechser-Position liegt dem 26-Jährigen. Was Ex- (und vielleicht auch der neue) Bayern-Trainer Jupp Heynckes bereits 2009 ausprobierte, hat van Gaal gefestigt. Zumindest weitestgehend. Wegen dünner Personaldecke muss Schweinsteiger einige Zeit dieser Saison im offensiven Mittelfeld spielen - was keine optimale Lösung für den stotternden Motor war.
Aber der Spieler, den Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge früher einmal wegen seiner Spaßfußballer-Mentalität und Eskapaden als Jungstar als "Filou" bezeichnete, hat gelernt geduldig zu sein. Auch wenn er mal nicht auf seiner Lieblingsposition spielt. Er ist gereift und stabiler geworden. Mittlerweile sieht Rummenigge Schweinsteiger auf Augenhöhe mit Xavi und Iniesta, den beiden spanischen Mittelfeldstars des FC Barcelona.


Als die Personalsituation der Münchner es wieder zulässt, zieht van Gaal seinen Defensivstar wieder auf seine bevorzugte Position auf der "Doppelsechs". Prompt zeigt der Bayer wieder Topleistung. Im Champions League Achtelfinal-Hinspiel gegen Inter Mailand bremst Schweinsteiger zusammen mit Teamkollege Luiz Gustavo die Offensivabteilung der Italiener aus. "Jetzt bin ich dauernd im Geschehen, das wollte ich immer", sagt Schweinsteiger über seine Position, "das gefällt mir sehr gut."

Eine Liebeserklärung an den Verein


Trainer van Gaal hält große Stücke auf seinen Sechser. "Bastian Schweinsteiger ist ein Weltklassespieler, der auch noch ein Löwenherz hat", sagt der Noch-Bayern-Coach über die Einstellung und den Willen des Nationalspielers. Dass Schweinsteiger gut mit van Gaal kann, ist wohl ein Grund für seine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2016. Eine Verlängerung auch wegen des Trainers, eine Verlängerung die für den Trainer spricht.


Doch nun steht fest, dass van Gaal die Bayern spätestens zum Saisonende verlässt. Ob das auch die Personalie Schweinsteiger beeinflusst bleibt abzuwarten. Es ist kein Geheimnis, dass internationale Topklubs - allen voran Real Madrid - Interesse an dem Weltklassespieler haben. Auch wenn Schweinsteiger kurz nach seiner Vertragsverlängerung im Dezember des letzten Jahres im ausverkauften Bayern-Stadion über das Mikrofon verkündet, dass er für die Fans bleibt. Sein "rotes" Herz werde nach zwölf Jahren bei den Bayern auch weiterhin rot schlagen. Außerdem "ist es viel schöner, mit Bayern München die Champions League zu gewinnen, als mit Real Madrid, Inter Mailand oder einem anderen Verein", begründet Schweinsteiger seine Entscheidung. Es bleibt den Fans zu wünschen, dass er nicht doch noch den Umwerbungen großer europäischer Vereine nachgibt.

Am Samstag ist Bastian Schweinsteiger zu Gast im "aktuellen sportstudio" bei Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein.

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