Musterprofi mit Perspektiven

Mats Hummels drängt sich für Südafrika auf

Zuverlässig, torgefährlich, zweikampfstark - das sind die Attribute, die Dortmunds Innenverteidiger Mats Hummels auszeichnen. Als U21-Europameister und feste Größe beim BVB spielte sich der Youngster auch in den Fokus von Bundestrainer Löw.

Mats Hummels und Teamkollegen
Mats Hummels und Teamkollegen Quelle: dpa

"Es ist einfach geil, in dieser Mannschaft zu spielen", hatte Hummels vor der aktuellen Mini-Krise seiner Dortmunder befunden. Ein klares Bekenntnis, das für manchen vielleicht nicht selbstverständlich war. Denn gelernt hat Mats Hummels das Fußballspielen beim FC Bayern München. Dort war er eigentlich ganz fest verwurzelt, spielte seit seinem siebten Lebensjahr an der Säbener Straße, sein Vater ist bis heute Jugendtrainer beim Rekordmeister.

Durchbruch unter Klopp


Der große Durchbruch gelang Hummels allerdings erst bei Borussia Dortmund. Zunächst an die Westfalen ausgeliehen, erspielte er sich schnell das Vertrauen von BVB-Coach Jürgen Klopp, der das Talent des Verteidigers rasch erkannte und Hummels entsprechend förderte. Das war im Jahre 2008. Ein Jahr später entschied sich Hummels, sich von seiner alten Liebe auch vertraglich zu trennen und wechselte für eine Ablöse von 4,25 Millionen Euro ganz zu den Schwarz-Gelben.

In seiner Zeit beim BVB absolvierte Hummels 46 Liga-Spiele, in denen er sechs Tore erzielte. 2009 verpasste er wegen hartnäckiger Sprunggelenksprobleme die komplette Rückrunde, doch auch das warf ihn nicht aus der Bahn: In der aktuellen Spielzeit fehlte Hummels noch in keinem einzigen der bisher 21 Spiele und traf bereits fünfmal - damit ist er der torgefährlichste Borusse nach Welttorjäger Lucas Barrios.

Fair und routiniert

Hummels ist mit seinen 1,92 Metern und ca. 90 Kilogramm ein echter Abräumertyp: Von allen Ligaspielern gewann einzig Per Mertesacker mehr Defensivzweikämpfe (265) als der Dortmunder (246). Am Boden und in der Luft entschied Hummels jeweils etwa zwei Drittel seiner Duelle für sich - sein Zweikampfprofil weist keine Schwächen auf.

Und dabei geht er überraschend fair zu Werke. Hummels beging im Schnitt nur ein Foul pro Spiel und sah in seinen 22 Einsätzen lediglich zwei Gelbe Karten. Der 21-Jährige zeichnet sich zudem durch sein gutes Stellungsspiel und sein ruhiges und selbstsicheres Auftreten aus.

Gerland: "Eine Bombe"


Beachtliche Fakten, die im Nachhinein bei einigen Verantwortlichen des FC Bayern Wehmut aufkommen lassen. So sagte Hermann Gerland, Hummels Trainer bei den Bayern-Amateuren und aktueller Co-Trainer von Louis van Gaal, in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung: "Ich habe schon immer gewusst, dass er eine Bombe wird, wir hätten ihn nie abgeben dürfen."

Gerland blickte in dem Interview aber nicht nur zurück, sondern auch in die (nahe) Zukunft. "Er ist nicht nur einer unserer besten Manndecker, sondern auch charakterlich einwandfrei - vielleicht packt er es ja noch", sagte Gerland im Hinblick auf die anstehende WM in Südafrika. "Ich habe sowohl mit Joachim Löw als auch mit Hansi Flick über die Vorzüge von Mats gesprochen", sagte er.

Bescheiden und flexibel

Und Löw kontaktierte Hummels tatsächlich. Für Hummels eine große Anerkennung, ebenso wie das Lob von Gerland. "Ich habe ja keine 100 Länderspiele, er hätte mich gar nicht anrufen müssen", sagte Hummels über Löw, der die Tür zum Nationalteam "einen kleinen Spalt weit offen" sieht. Und zu dem Lob seines Ex-Trainers: "Hermann Gerland ist ein Fachmann, wie es nur wenige in Deutschland gibt, das ist eine große Ehre für mich."

Manuel Neuer, Benedikt Hoewedes, Mats Hummels sowie Mesut Oezil in Nutella-Werbung Quelle: obs/ferrero msc gmbh & co. kg

Erfahrung im Nationaltrikot hat Hummels nämlich schon gesammelt. Er absolvierte bisher 20 Länderspiele für die deutschen U21-Junioren und erzielte dabei fünf Tore. Die Krönung im Adler-Dress war allerdings der EM-Titel im vergangenen Jahr unter Horst Hrubesch. Und noch ein Fakt qualifiziert den flexiblen Defensivmann für die Elite-Auswahl. Hummels ist in den Kreis der hoffnungsvollen "Nutella-Boys" aufgerückt - mit den Europameister-Kollegen Mesut Özil, Manuel Neuer und Benedikt Höwedes. Und Jürgen Klopp rät seinem Schützling, sich im Sommer besser nichts vorzunehmen: "Wenn Jogi Löw ihn nicht mit zur WM nimmt, kann man ihn nur beglückwünschen", sagte der BVB-Coach, "denn dann muss er eine herausragende Mannschaft haben."

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