Neids Erfolgsgaranten

Nadine Angerer und Kim Kulig zu Gast im "sportstudio"

Die Frauenfußball-WM steht vor der Tür und die deutsche Nationalmannschaft fiebert dem Auftakt entgegen. Feste Größen im DFB-Team, das im eigenen Land den Titel verteidigen will, sind Torfrau Nadine Angerer und Mittelfeldmotor Kim Kulig.

Bevor es am 26. Juni für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft mit dem Eröffnungsspiel gegen Kanada in Berlin ernst wird, stehen noch drei Testspiele auf dem Programm. Gegen Italien, die Niederlande und abschließend gegen Norwegen holen sich Angerer, Kulig und Co. den letzten Schliff für ihre Mission Titelverteidigung.

Angerer hält den Rekord


Dafür hat Neid nur die Besten um sich geschart. Allen voran Torfrau Nadine Angerer. Nach Silke Rottenberg, die über ein Jahrzehnt den Kasten der deutschen Nationalmannschaft saubergehalten hatte, rückte Angerer im Jahr 2007 bei der WM in China in den Blickpunkt und knüpfte nahtlos an die guten Leistungen ihrer Vorgängerin an. Mehr noch: Angerer toppte sie sogar im Turnierverlauf, schrieb Fußball-Geschichte.

Denn im Finale der Weltmeisterschaft hielt Angerer den entscheidenden Elfmeter der Brasilianerin Marta, das Spiel endete 2:0 für die DFB-Frauen. Deutschland wurde ohne ein einziges Gegentor Weltmeister. Das gab es noch nie in der Historie von Welt- und Europameisterschaften, auch nicht bei den Männern. Angerer brach zudem mit 540 Spielminuten ohne Gegentor den WM-Rekord des Italieners Walter Zenga aus dem Jahr 1990.

Anfänge im Sturm

Nadine Angerer
Nadine Angerer Quelle: ap


Ihr Erfolg kommt nicht von ungefähr: Nadine Angerer spielte jahrelang bei Turbine Potsdam auf höchstem Niveau, sammelte Titel auf nationaler und internationaler Ebene. Und traf dort auf Weltklassespielerinnen, die sie in ihrer Entwicklung weiterbrachten - und ihr solche spielerischen Höhepunkte wie damals im WM-Finale 2007 ermöglichten.


Spielverständnis und Erfahrung, Nervenstärke in Eins-zu-Eins-Situationen, Strafraumbeherrschung sowie Spielverständnis sollte ein guter Keeper mitbringen. Angerer hat all das. Denn in ihren Anfangsjahren spielte die Fränkin nicht im Tor, sondern in der Offensive: als Stürmerin des ASV Hofstetten.

Hartes Training bringt Erfolg

Aber ohne Training und gute Lehrmeister sind die besten Erfahrungen nur die Hälfte wert. Angerer war diesbezüglich bestens versorgt: "Ich hatte das Glück, in meiner bisherigen Laufbahn immer mit guten Torwart-Trainern arbeiten zu dürfen. Bundestorwart-Trainer Michael Fuchs gehört zweifellos auch in diese Kategorie. Die Arbeit mit ihm ist nicht nur gut, sie macht auch Spaß", sagte "Natze" einst in einem Interview mit der "Main Post".

"Für mich ist es wichtig, einen ersten Ball zu halten. Generell brauche ich ein, zwei gute Aktionen, um ein gutes Gefühl zu entwickeln", sagt Angerer. Am Ende zählt jedoch nur eins, und das ist wohl bei jedem Torwart, ob Kreisklasse oder Weltspitze, gleich, und Angerer bringt es auf den Punkt: "Grundsätzlich ist mir wichtig, dass die Null steht, so lange ist mir der Rest relativ egal."

Kulig: "Es kann nur der Titel sein"


So erfahren wie Angerer ist ihre Teamkollegin Kulig noch lange nicht. Aber die 21-Jährige ist auf einem guten Weg dorthin - nur auf einer anderen Position. Tore schießen und verhindern, das ist die Devise der Mittelfeldspielerin, die in diesem Sommer den nächsten Schritt in ihrer Karriere getan hat und vom Hamburger SV zum FFC Frankfurt gewechselt hat.


Selbstbewusst gibt die U20-Weltmeisterin das Motto des deutschen Teams für die WM aus: "Wir sind in Deutschland, es kann nur der Titel sein" und fügt an: "Wir als deutsche Nationalmannschaft stehen immer unter Druck. Da sind die älteren Spielerinnen mit ihren Erfolgen dran schuld." Doch mit dem Druck scheint sie kein Problem zu haben.

Offensiv und defensiv stark

Selbstbewusstsein demonstriert Kulig auch auf dem Platz. Im ersten Testspiel nach der Vorbereitung gegen Nordkorea wurde Strafstoß für die DFB-Frauen gepfiffen. Kulig schnappte sich den Ball und verwandelte den Elfmeter sicher. Nach dem Spiel sagte sie mit blitzenden Augen ins ZDF-Mikrofon: "Es sah aus, als wollte keiner schießen, und dann hab ich mir gedacht: Haust du das Ding halt einfach rein."

Allerdings muss sie sich im DFB-Dress ein kleines bisschen umstellen. Während sie in Hamburg hauptsächlich als offensive Mittelfeldspielerin glänzte, sieht die Bundestrainerin sie eher auf der Sechser-Position im defensiven Mittelfeld. Und ihr neuer Trainer in Frankfurt, Sven Kahlert, ist vor allem davon begeistert, dass sie beides kann. Kulig ist es letztendlich egal. Wo auch immer sie eingesetzt werden wird, sie freut sich darauf.

Wie es ist, sich nach Erfolgen mit der Nationalmannschaft feiern zu lassen, weiß Kulig spätestens seit dem Gewinn des Europameistertitels vor zwei Jahren. Angerer hat da noch mehr Erfahrung. Am Samstag sind die beiden Fußball-Frauen im "aktuellen sportstudio" zu Gast. Und wie es mit ihrer Erfahrung an der Torwand aussieht, können die beiden dann ab 23 Uhr zeigen.

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