Notstand im Norden

Einst deutscher Meister, jetzt auf Abstiegskurs

Die Fußballverhältnisse in Norddeutschland haben sich gewandelt: Hannover 96 ist die klare Nummer eins, die ehemaligen deutschen Meister Wolfsburg und Werder sind nur noch Krisenklubs, Abstiegsanwärter.

Was passiert da nur im Norden? Hannover 96 ist die Nummer eins. Und das völlig zu Recht. Hannover hat eine exzellent zusammengestellte Mannschaft, spielt überzeugend und hätte das internationale Geschäft mehr als verdient. 41 Punkte und vor allem schon 13 Siege in der Saison, nur die dominierenden Dortmunder haben mehr Spiele gewonnen, sprechen eine deutliche Sprache.

Gute Teamarbeit mit einfachen Mitteln

Keine Harmonie und Leidenschaft


Auch wenn Trainer Mirko Slomka und Sportdirektor Jörg Schmadtke wohl nicht mehr die dicksten Freunde werden, sie arbeiten gut zusammen, sind mit einfachen Mitteln erfolgreich und konzentrieren sich auf das Wesentliche: auf ihr Team.


Das funktioniert. Die Spieler passen zueinander, Harmonie und Leidenschaft sind hier nicht nur Worte, sondern wesentlicher Bestandteil des erfolgreichen Ballwerks.
Beim deutschen Meister von 2004, Werder Bremen, und auch beim deutschen Meister von 2009, VfL Wolfsburg, sind die Begriffe Harmonie und Leidenschaft mittlerweile Fremdworte. Beide Vereine tragen nicht nur das W im Wappen und grüne Spielkleidung, sie haben auch beide Teams, die keine Teams sind. Es sind jeweils nur Ansammlungen von egoistischen Fußballspielern.

Bei Werder gibt es die Fraktion der Lustlosen, die Fraktion der Alten, die Fraktion der Mittelmäßigen und die Fraktion der Jungen, die denken, sie können schon alles. Und in Wolfsburg: immer wieder neue Gesichter, viele Winterzugänge und keine wirklich gewachsene Hierarchie.

Zeichen stehen auf Abstieg

Wolfsburg und Werder: beides keine funktionierenden Mannschaften, keine Gemeinschaften. Das einzige, was die Fußballer in Wolfsburg und bei Werder gemeinsam machen: dem Abstieg entgegensteuern.


Wenn man auf die Tabelle schaut, wird's eindeutig. Wolfsburg auf Platz 15, Werder auf Platz 14. Doch das ist nicht alles: Wolfsburg mit nur fünf gewonnenen Spielen und nur 27 erzielten Toren, Werder mit nur sechs Siegen und schon 48 Gegentoren. Das sind Zahlen potentieller Absteiger.

Suche nach den Schuldigen

Aber wer trägt die Verantwortung? Schuld ist in Wolfsburg der Trainer, sagen sie. Deswegen haben sie den längst vom Hof gejagt. Für Steve McClaren werkelt jetzt Pierre Littbarski.


Doch wer hat die Trainer verpflichtet, wer hat die Mannschaft zusammengestellt, wer trifft hier die Entscheidungen? Der Vorsitzende der Geschäftsführung Dieter Hoeneß. Aber: Kritik an ihm wird nicht toleriert.


In Bremen haben sie den Trainer noch nicht gewechselt, Thomas Schaaf darf weitermachen. Hier sagen sie: Schuld ist die Mannschaft. Aber auch bei Werder gilt: Wer hat die Mannschaft zusammengestellt, wer hat keinen Ersatz für Mesut Özil geholt und wer hat sich zuletzt immer wieder Transferflops geleistet? Sportdirektor Klaus Allofs. Sowohl bei Werder, als auch in Wolfsburg müssen sich die großen, starken Männer fragen, ob es nicht vielleicht auch an ihnen liegt, dass den Vereinen der Abstieg droht.

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