Oh Du schöne (un)heile Fußballwelt

Der zweite Spieltag strotzt nur so vor Überraschungen

Wenn man/frau als Fußballreporter(in) am vergangenen Spieltag die Bundesligapartien Eintracht Frankfurt gegen den HSV und Turbine Potsdam gegen den FFC Frankfurt gesehen hat, darf man/frau ersteinmal behaupten, ein kurzweiliges Wochenende erlebt zu haben.

Zur Erinnerung: Ruud van Nistelrooy war wieder einmal Wegbereiter des 3:1-Sieges der Hamburger in Frankfurt, und in der Eliteklasse der Frauen hat Potsdam mit zehn Mann, pardon Frauen, eine verloren geglaubte Partie noch gedreht.

Themen über Themen

So weit, so gut! Aber nun erwartet meine Redaktion von mir einen Fußballkommentar! In diesem Moment sitze ich in Berlin am Flughafen und höre von der unglaublichen Leverkusener 3:6-Niederlage gegen Mönchengladbach. Auch der VfB liegt zur Halbzeit 0:3 gegen Dortmund zurück (Endstand 1:3). Ja was ist das denn für ein Fußball-Wochenende?


Als wenn es nicht schon genug Themen gäbe... Mainz dreht die Nummer in Wolfsburg, Aufsteiger Kaiserslautern besiegt die scheinbar übermächtigen Bayern, und Magaths Magie auf Schalke erhält erhebliche Dämpfer. Wo hängt denn nun der Hammer, den es verbal zu begleiten gilt?

Seele des Fußballs ist unergrüdlich

Einfach in der Seele des Fußballs. Herrlich! All die angesprochenen Themen, die beschriebenen Phänomene machen "des Deutschen liebstes Kind" so begehrenswert. Sieg und Niederlage, David und Goliath sind längst nicht immer vorhersehbar!

Selbstverständlich hat der FC Bayern auch in dieser Saison die nominell beste Mannschaft. Gemessen am fußballerischen Vermögen ist sie den anderen 17 Konkurrenten weit voraus. Aber im Fußball ist eben nichts mathematisch vorhersehbar, besondere Umstände, persönliche Befindlichkeiten, manchmal sogar Zufälle bestimmen den Ausgang einer Partie. Die Geschichte in Wolfsburg ist wahrscheinlich nur mit Hilfe eines Psychologen zu ergründen, ebenso das, was ich am Sonntag in Potsdam erleben durfte.

Rätselhaftes Schalke

Die Entwicklungen auf Schalke dürften am ehesten rational zu erklären sein. Hat Felix Magath im Überschwang der vergangenen Huldigungen überdreht? Seine Personalpolitik ist auch auf den zweiten Blick nicht schlüssig - bleibt irgendwie der Verdacht, dass der Mann von seiner mittlerweile fast magischen Ausstrahlung lebt.


Alle Experten sind sich einig, dass es an ein Wunder grenzt, dass Magaths Schalker vergangene Saison tatsächlich lange mithalten konnten im Kampf um die Schale. Die fußballerischen Darbietungen jedenfalls waren weit entfernt vom tabellarischen Niveau. Jetzt schüttelt Magath wieder alles durch, mit dem Zwischenergebnis zweier Niederlagen und der Tatsache , dass alle Beteiligten bereits nervös werden.

Saison ist noch lang

Die Fans, weil der Trainer deren Stellenwert fatalerweise einen Augenblick unterschätzt hatte, der Chef Clemens Tönnies, weil er exakt diesen unangenehmen Brandherd löschen muss, und wohl auch die Neuzugänge Metzelder und Raul, die mittlerweile harsche Kritiken ertragen müssen.

Was läuft falsch im System Magath? Wir bleiben ruhig und beobachten, schließlich sind erst zwei Spieltage absolviert. Und was für zwei! Fußball, Du bleibst meine Leidenschaft!

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