Pizarro - Werders Alleskönner

Der Peruaner ist Bremens absoluter Leistungsträger

Claudio Pizarro und Werder Bremen: Das passt. Bei Werder hat Pizarro seine Bundesliga-Laufbahn gestartet, bei Werder wird er sie wahrscheinlich 2013 beenden. Dabei wäre die Karriere des Torjägers beinahe frühzeitig vorbei gewesen.

Claudio Pizarro (m)
Claudio Pizarro (m) Quelle: dpa

Sein ehemaliger Trainer beim FC Bayern, Felix Magath, hatte über den Stürmer eine klare Meinung: "Pizarro hat alle Qualitäten, die ein Weltklassestürmer braucht", sagte Magath einst am ZDF-Mikrofon. Das war 2004, als der Peruaner bereits schwierige Jahre beim deutschen Rekordmeister hinter sich hatte. Immer wieder war der lebensfrohe Angreifer für sein mangelndes Engagement im Training und auf dem Platz kritisiert worden. Zudem wurde er durch Verletzungen und Leistungstiefs zurückgeworfen.

Rettungsanker Werder Bremen


Pizarro, von allen Experten unisono als Riesentalent und begnadeter Fußballer anerkannt, hatte es irgendwie nicht geschafft, die Worte seines Trainers Magath in die Tat umzusetzen. Beim FC Chelsea sollte der Sprung zum Superstar gelingen. Doch bereits unter seinem Förderer und Trainer José Mourinho erfuhr er das Schicksal des Einwechselspielers. Als Mourinho gefeuert wurde, bedeutete dies auch das sportliche Aus für Pizarro an der Stamford Bridge. Dann kam der rettende Anruf eines alten Bekannten: Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs.

Allofs und Trainer Thomas Schaaf hatten Pizarro im Sommer 1999 nach Deutschland und zu Werder Bremen gelotst und mit dem bis dahin in Europa großteils unbekannten Stürmer einen echten Geheimtipp an Land gezogen. In seiner Heimat Peru war Pizarro damals bereits ein Star, schoss Tore am laufenden Band und spielte in der Nationalmannschaft. Als ob ihm die große kulturelle und klimatische Umstellung nichts ausmachen würde, machte Pizarro mit dem Toreschießen auch gleich an der Weser weiter. Schnell akklimatisierte sich der Südamerikaner, genannt "Pizza", im kühlen Norden, seine offene und freundliche Art machten es ihm leicht, sich in die Mannschaft einzufügen.

Besser als Elber

Dann rief der FC Bayern. Gerade die Champions League gewonnen, waren die Münchner eine zu verlockende Möglichkeit für Pizarro, um ablehnen zu können. Doch es folgten Jahre des Auf und Ab an der Säbener Straße. Mit Makaay hatte der Peruaner einen Konkurrenten im Bayern-Sturm, der ihn deutlich in den Schatten stellte. So ließen ihn die Münchner im Sommer 2007 ziehen.

Mit seiner langjährigen Erfahrung ist Claudio Pizarro zum Führungsspieler gereift. Allofs nennt seinen Angreifer einen Musterprofi, der in erster Linie an die Mannschaft denkt. Und für diese Tore schießt, wie er es auch in dieser Saison eindrucksvoll beweist. So ganz nebenbei hat er sich auch noch die Krone des besten ausländischen Bundesligastürmers von Giovane Elber geschnappt. 145 Treffer in 308 Bundesligaeinsätzen sind alleiniger Rekord.

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