Die Ruhe nach dem Sturm

Mainzer Torwart Adler zu Gast im aktuellen sportstudio

Nach fünf intensiven Jahren beim Hamburger SV sehnt sich René Adler nach einer Luftveränderung - mitsamt ruhigem Saisonverlauf. Das hofft er nun beim FSV Mainz 05 gefunden zu haben.  Am Samstag um 23:30 Uhr kommt der ehemalige Nationaltorhüter als Gast ins aktuelle sportstudio.

René Adler will seine Erfahrung an das junge Mainzer Team weitergeben
René Adler will seine Erfahrung an das junge Mainzer Team weitergeben Quelle: imago/Thomas Frey

Nach einer weiteren turbulenten Saison im Abstiegskampf mit dem HSV beschloss René Adler, dass es Zeit sei eine neue Herausforderung zu suchen. Zweimal war er dem drohenden Gang in die zweite Liga nur mit Hilfe der Relegation entkommen. Doch für leichtes Geld und wenig Arbeit in China war der 32-Jährige nicht zu haben: "Ich finde es 0,0 Prozent verwerflich, wenn jemand wegen den Gehältern nach China oder England wechselt. Ich habe mich aber mit meiner Familie für Mainz entschieden“, begründete Adler in einem Interview auf dem YouTube-Kanal FC Selfie seine Entscheidung.

Einen wesentlichen Anteil an seiner Wahl hatten auch die Gespräche mit dem Mainzer Sportdirektor Rouven Schröder und Trainer Sandro Schwarz. "Kleinere Vereine müssen versuchen mit Charme und Leidenschaft wettzumachen, dass sie monetär nicht so viel geben können wie andere“, erläutert er in dem Gespräch die Verhandlungen. Und das ist den Mainzer Verantwortlichen gelungen. Mit René Adler konnten sie einen international erfahrenen Keeper verpflichten, der auch in der deutschen Nationalelf lange als Nummer 1 gehandelt wurde.

Verletzungen bremsen die Karriere

Seine Torwart-Ausbildung absolvierte der gebürtige Leipziger beim VfB Leipzig und Bayer Leverkusen, wo er alle Jugendmannschaften durchlief. 2007 bekam er dann die große Chance bei Leverkusen, als der Stammkeeper Jörg Butt mit einer Rot-Sperre fehlte. Mit überzeugenden Leistungen erkämpfte er sich dessen Platz und zeigte eine starke Saison nach der anderen. Bundestrainer Joachim Löw wurde auf den damals 25-Jährigen aufmerksam und machte ihn kurz vor der WM 2010 in Südafrika zur Nummer 1. Adler stand kurz vor dem Ziel eines jeden Fußballspielers. Dann folgte das jähe Ende des Traums – er verletzte sich schwer und musste seine Teilnahme absagen. Manuel Neuer übernahm seine Position und sicherte sich mit bis heute den Anspruch als unumstrittene Nummer 1 bei der Nationalmannschaft.

Diese Verletzung war der Anfang eines Karriereknicks, in dessen Verlauf Adler seinen Platz zwischen den Pfosten von Bayer Leverkusen an Bernd Leno verlor. Zur Saison 2012/13 wagte er einen Neuanfang und unterschrieb für fünf Jahre beim Hamburger SV. Dort konnte er an seine guten Zeiten anknüpfen und avancierte schnell zum Führungsspieler und zuverlässigen Rückhalt. Immer wieder warfen ihn jedoch diverse Verletzungen zurück. Auch die sportliche Situation verschlechterte sich beim Hamburger SV mit jedem Jahr – statt in Europa musste die Mannschaft immer wieder gegen den Abstieg spielen. Nach Ablauf seines Vertrages wollte Adler die stressige Zeit in der Hansestadt hinter sich lassen.

Die Zukunft liegt in Hamburg

Rene Adler hält Elfmeter gegen Andre Hahn
Auch bei Elfmeterschützen ist René Adler gefürchtet. Quelle: imago/Sven Simon

Die Entscheidung für Mainz 05 fällte er dabei ganz bewusst: "Ich will hier Spaß am Fußball haben mit einer jungen Mannschaft, einem jungen Trainer. Als Stammtorhüter will ich mich in einer der besten Ligen beweisen und gleichzeitig meine Erfahrung mit einbringen.“ Auch im privaten Bereich läuft es für den 32-Jährigen rund. Seit vergangenem Jahr ist er mit der Schauspielerin Lilli Hollunder verheiratet. Nebenbei treibt er seine Zukunftsplanung voran und hat dabei gleich mehrere Vorhaben im Blick: "Eines meiner Projekte beschäftigt sich mit der Entwicklung von Torwarthandschuhen. Ich weiß, welches Equipment Torhüter benötigen und was unbrauchbar ist.“ Zusätzlich will Adler sein aktuell ruhendes BWL-Studium wieder aufnehmen.

Dass er nicht für immer in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt bleiben wird, macht er aber auch deutlich: "In Hamburg haben wir richtig feste Freundschaften geschlossen. Wir werden definitiv wieder nach Hamburg zurückkehren, das ist unsere Basis.“ Jetzt stehen aber erst mal mindestens zwei Jahre beim FSV auf dem Programm – so lange läuft der Vertrag von René Adler.

das aktuelle sportstudio am 26. August, 23:30 Uhr

Gast: René Adler
Torwart 1. FSV Mainz 05

Fußball-Bundesliga, 2. Spieltag
Topspiel:
Bor. Dortmund - Hertha BSC

Werder Bremen - Bayern München
Eintr. Frankfurt - VfL Wolfsburg
Bayer Leverkusen - Hoffenheim
FC Augsburg - Bor. M'gladbach
VfB Stuttgart - 1. FSV Mainz 05

Fußball: Zweite Liga, 4. Spieltag
FC St. Pauli - 1. FC Heidenheim
Erzgebirge Aue - 1. FC Nürnberg
Jahn Regensburg - Holstein Kiel

Reiten: EM in Göteborg
Finale Dressur Kür

Moderation - Katrin Müller-Hohenstein

mit Material von Transfermarkt.de und https://www.youtube.com/watch?v=jxke5vn3D4I

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