Rensing im zweiten Frühling

Vom FC Bayern über die Arbeitslosigkeit zum 1. FC Köln

Er galt als Kahn-Nachfolger im Tor des FC Bayern. Doch die Fußstapfen waren zu groß für Michael Rensing. Jetzt ist der Keeper die unangefochtene Nummer eins in Köln. Klingt nach Happy End, wäre da nicht das Chaos im Verein und die sportliche Misere.

Michael Rensing sagte man eine vielversprechende Zukunft beim FC Bayern München voraus. Bayern-Boss Uli Hoeneß und Torwart-Titan Oliver Kahn hielten große Stücke auf den früheren U21-Nationaltorhüter. Aber die Messlatte, die Kahn nach seinem aktiven Karriere-Ende 2008 gelegt hatte, war zu hoch für Rensing, der Erwartungsdruck bei den Bayern ebenfalls. Erst nahm ihn Trainer Jürgen Klinsmann gegen Ende der Saison 2008/2009 wegen Formschwankungen aus dem Tor, und unter Louis van Gaal wurde Rensing nach drei Spieltagen der Saison 2009/2010 von Hans-Jörg Butt ersetzt.

Tiefpunkt und Neuanfang


Im Sommer 2010 dann der Tiefpunkt in Rensings Laufbahn: Sein Vertrag bei den Bayern ist ausgelaufen, der Keeper ist vereinslos. Ein halbes Jahr hält er sich selbstständig fit, sucht einen neuen Verein. Im Winter nimmt Rensing ein Angebot des 1. FC Köln an. Ein Neuanfang in der Bundesliga - als klare Nummer eins im Tor.

Zwar zeichnet sich Rensing seitdem durch kontinuierlich gute Leistung aus. Doch gerade in der aktuellen Spielzeit ist das auch schon die einzige Kontinuität beim 1. FC Köln. Es geht auf und ab beim Geißbock-Klub. Nach missglücktem Saisonstart rappelt sich das Team auf, festigt einen Tabellenplatz im Mittelfeld.

FC Chaos

In der Rückrunde geht es stetig bergab. Mittlerweile befindet sich Köln auf dem 16. Rang - die Relegation oder gar der Abstieg drohen. Zu der sportlichen Misere kommen ungewollte Nebenschauplätze.

Intern herrscht beim "Effzeh" Chaos. Wolfgang Overath schmeißt sein Präsidentenamt bereits im November 2011 hin. Sportdirektor Volker Finke und Trainer Stale Solbakken haben unterschiedliche Auffassungen über die fußballerische Entwicklung des Klubs. Die Folge: Finke muss im März den Verein verlassen.

Mangelnde Qualität auf dem Platz

Auch die Mannschaft trägt wenig zur Ruhe bei. Erst die Personalie Lukas Podolski - geht er oder bleibt er? Am Ende geht er - nach England. Die Leistungen auf dem Platz offenbaren einen Kader, der teilweise Bundesligatauglichkeit vermissen lässt. Die letzten drei Spiele hat Köln verloren - darunter ein 1:4 gegen Hannover und eine 1:6-Klatsche gegen Dortmund.

Zappelteaser
Effzeh Chaos Bilderserie Zappler 3 und Bildfamilie Quelle: dpa


Michael Rensing ist hier einer der wenigen, die auf Bundesliganiveau agieren. Der 27-Jährige muss in dieser Saison so oft hinter sich greifen wie kein anderer seiner Torhüterkollegen (58 Mal) - Schuld hat er dabei allerdings eher selten. Zu häufig wird er von seinen Vorderleuten im Stich gelassen.

Eklat und Fehlersuche

Der aktuellste Eklat am Geißbockheim: Nach der 1:2-Niederlage gegen Abstiegskonkurrent Augsburg heißt es zunächst, dass Trainer Solbakken entlassen wird. Doch Solbakken darf bleiben. Dafür schmeißt der Coach gleich vier Spieler vorläufig aus dem Kader. Auf Petit, Milivoje Novakovic, Kevin Pezzoni und Andrezinho verzichtet der Norweger am Samstag gegen Bremen.

Die Frage nach dem Grund für das Chaos im Klub bleibt offen. Versteht das Team den Trainer nicht mehr? Hat die Vereinsführung zu viele Fehler gemacht? Mangelt es der Mannschaft an Qualität? Oder werden die Probleme durch das mediale Umfeld in Köln in den Verein hineingetragen?

Mehrere Schuldige

Sowohl die User bei Facebookals auch auf sportstudio.zdf.de sind sich einig: Schuld an der Misere haben die Vereinsführung und die Mannschaft. Der Trainer und die Medien bleiben eher außen vor. Bleibt nur die Frage, wie die Kölner die Situation lösen wollen.

Zu den turbulenten Zeiten beim 1. FC Köln äußert sich Michael Rensing am Samstag im "aktuellen sportstudio" von 23 Uhr an im Interview mit Moderator Sven Voss.

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