Sie sind hier:

Rheinische Kapitäne im WM-Sog

Mönchengladbach spielt bei Bayer Leverkusen

Leverkusens Kapitän Lars Bender und sein Gladbacher Pendant Lars Stindl haben in ihren Vereinen jeweils prominente Fürsprecher für einen Platz im deutschen WM-Kader. In der Liga hakt es 2018 vor allem bei der Borussia – die am Samstagabend in der BayArena antritt.

Lars Stindl und Lars Bender
Lars Stindl (links) und Lars Bender
Quelle: imago

Die schlaflosen Nächte des vergangenen Frühjahrs liegen zwar schon etwas zurück, aus aktuellem Anlass stöberte Rudi Völler aber gerade noch mal in den Erinnerungen an die Leverkusener Abstiegsängste der Vorsaison. Auslöser für den kurzen Horrorrückblick des Bayer-Sportchefs war Lars Bender – der beim jüngsten Erfolg in Wolfsburg einmal mehr aus einer Verletzungspause zurückkehrte und sofort wieder zum unentbehrlichen Mister Zuverlässig der Werkself avancierte.

Verhinderter Weltmeister

„Letztes Jahr hatten wir eine richtig schlechte Saison, weil Lars – ich weiß gar nicht, wie viele Spiele er gemacht hat – lange gefehlt hat. Von seiner Einstellung ist er schon wichtig für uns“, erwähnte Völler. Und wo er schon dabei war, betonte der frühere DFB-Teamchef noch, dass Bender (28) ohne die schwere Oberschenkelverletzung, die er sich damals im Südtiroler Trainingslager der Nationalmannschaft zuzog, 2014 sicher Weltmeister geworden wäre.

Mit diesem Hinweis beantwortete Völler die Frage, ob Leverkusens Kapitän für die WM im Sommer in Russland nicht der passende Backup für den Münchner Joshua Kimmich auf der Position des rechten Außenverteidigers wäre. Die Auswahl von Joachim Löw für diese Planstelle ist bekanntlich limitiert. Und auch wenn das letzte Länderspiel von Bender, einem gelernten Sechser, über drei Jahre zurückliegt: Der Bundestrainer dürfte den gebürtigen Rosenheimer als mögliche Variante zumindest im Auge haben.

Führungsstarker Stabilisator

Zwar fehlen Bender in dieser Saison die internationalen Auftritte, doch in der Liga liefert er als führungsstarker Stabilisator neben Shooting-Star Leon Bailey die besten Leistungen in Bayers Ensemble ab. „Er gibt uns einen zusätzlichen Push“, lobt Chefcoach Heiko Herrlich den Mentalitätshelden aus der Defensive, der am Samstag gegen Gladbach sein 200. Bundesligaspiel bestreitet.

Dass der Beinahe-Absteiger der letzten Saison nun mit nur zwei Punkten Rückstand auf den Zweiten Schalke auf Rang fünf liegt, daran hat Lars Bender erheblichen Anteil. Weniger rund lief es parallel dazu – und speziell in den letzten Monaten – beim niederrheinischen Kapitäns-Kollegen Lars Stindl. Dem Mann, der im Sommer 2017 beim Confed Cup so positiv auf sich aufmerksam machte, momentan aber als Synonym für den Gladbacher Abschwung und die anhaltende Dürre in der Fohlen-Offensive gilt.

Gehörige Staubschicht

Bei 1255 torlosen Minuten ist Stindl mittlerweile angelangt, seit dem 18. November wartet der 29-Jährige auf einen eigenen Treffer. Auf dem letzten Erfolgserlebnis für einen Borussen-Angreifer – am 20. Januar gegen Augsburg – liegt ebenfalls schon eine gehörige Staubschicht. Die Folge: Gladbach, nach der Hinrunde punktgleich mit Leverkusen und dem Wochenend-Gegner in dieser Saison bereits zwei Mal unterlegen, hinkt dem regionalen Konkurrenten als drittschwächste Mannschaft der Rückserie bereits sechs Zähler hinterher.

„Ich lasse mich nicht verrückt machen, dafür habe ich in meiner Karriere schon zu viel erlebt“, kommentiert Stindl die missliche Lage gefasst und betont, sich nicht auf seine Rolle als Goalgetter reduzieren zu lassen. Seine Berufung zum Confed Cup (mit Siegtor im Finale) oder zuletzt zum Länderspiel gegen Frankreich (mit Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit) im November bezeichnete der geerdete Stürmer schon als „Bonus“, als es noch besser für ihn lief.

Werbefachmann Hecking

Mit diesen erfreulicheren Zeiten wirbt jetzt auch sein Vereinstrainer. Dieter Hecking räumt sowohl Stindl wie auch dessen Teamkollegen Matthias Ginter „große und berechtigte Chancen“ auf eine WM-Teilnahme ein. Denn: „Man darf nicht unterschätzen, dass beide im Nationalteam immer sehr gute Leistungen gebracht haben. Und wer Joachim Löw kennt, weiß, wie er diese Dinge einschätzt.“

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.